#154 Julia Winterfeld & Klaus Hövelmann, wie wird aus einer Radio-Marketing-Kampagne ein Bestseller-Brot?

Shownotes

Was passiert, wenn Handwerk, Medien und Hörer auf Augenhöhe zusammenarbeiten? In dieser Folge von „Handwerk erleben“ erzählt Peter Kruse die Geschichte einer Marketing Kooperation, die weit über klassische Werbung hinausgeht. Gemeinsam mit Julia Winterfeld von Radio Vest in NRW und Klaus Hövelmann, Inhaber einer regionalen Bäckerei mit 18 Filialen, geht es um die Entstehung des Radio Vest Lieblingsbrots – von der ersten Idee bis zu einem Produkt, das dauerhaft im Sortiment geblieben ist und bereits über 30.000 Mal verkauft wurde.

Die Folge zeigt eindrucksvoll, wie modernes Handwerksmarketing funktionieren kann, wenn Kundinnen und Kunden aktiv einbezogen werden. Über einen Online Brotgenerator konnten die Hörer von Radio Vest selbst über Mehlsorten, Saaten und besondere Zutaten abstimmen und so Teil der Produktentwicklung werden. Für die Bäckerei bedeutete das nicht nur enorme Aufmerksamkeit und Reichweite, sondern auch wertvolle Einblicke in die Wünsche und Vorlieben der Kundschaft. Für den Radiosender entstand eine emotionale Geschichte mit echtem lokalen Bezug – nah an den Menschen und tief in der Region verwurzelt.

Im Gespräch wird deutlich, welchen konkreten Nutzen solche Kooperationen für Handwerksbetriebe haben können: Sie stärken die Marke, schaffen Vertrauen, sorgen für Gesprächsstoff und bringen messbare Ergebnisse – sowohl in der Wahrnehmung als auch im Verkauf. Gleichzeitig erfahrt ihr, warum Radio als Medium nach wie vor eine starke Wirkung entfaltet, wenn es um Nähe, Beteiligung und Glaubwürdigkeit geht. Die Aktion rund um das Lieblingsbrot wird so zu einem praxisnahen Beispiel dafür, wie Handwerk, Medien und Community gemeinsam Mehrwert schaffen können.

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Max Herrmannsdörfer: Diese Folge wird unterstützt von den DHZ Leserreisen. der Deutschen Handwerkszeitung und renommierten Partnern einzigartige Reisen erleben. Das aktuelle Programm gibt es unter dhz.net slash Leserreisen.

Max Herrmannsdörfer: Heute geht es eine Marketing-Aktion an der Bäckerei mit einem Radiosender. Genauer gesagt, geht das Radio Fest Lieblingsbrot, eine Aktion der Bäckerei Höflmann aus Recklinghausen und dem lokalen Hörfunksender Radio Fest. Wie dieses Brot entwickelt wurde, welche Rolle die Hörer von Radio Fest dabei gespielt haben und was alles mit Radio Fest umgesetzt wurde und natürlich was die Bäckerei Höflmann von dieser Aktion hatte, darüber möchte ich heute sprechen und damit herzlich willkommen bei Handwerk erleben. Ich bin Jan-Peter Grosse, meine Gäste sind heute Julia Winterfeld, sie ist Chefredakteurin von Radiofest in Mare und Klaus Höflmann, ist Bäckermeister und Inhaber der Bäckerei Höflmann mit 18 Filialen in und um Recklinghausen. Hallo Julia, hallo Klaus. Hallöchen. Hallo Peter. Freut uns, dass wir hier sein dürfen heute. Genau. Ja, ich freue mich, denn von Radiosender zu Radiosender, das haben wir selten, aber natürlich freue ich mich auch, Klaus, dass du dabei bist, denn ihr beiden habt ja diese Aktion gemacht und bevor wir da drauf schauen. möchte ich euch erst mal beide kurz vorstellen. Und Julia, wir fangen mal mit dir an, quasi als Radiokollegin in Nordrhein-Westfalen. Sag ein bisschen was zum eurem Sender. Wo sendet ihr? Wie viele Hörer habt ihr am Tag? Was macht ihr genau? Ja, zunächst mal freut mich, dass du den Sendernamen richtig ausgesprochen hast, Peter, weil viele sagen immer Radio West, aber wir schreiben uns ja mit V und es ist tatsächlich das Fest. Dürfte den Menschen, die hier im Kreis Recklinghausen sich nicht so auskennen, zunächst mal nicht so ein Begriff sein. Es ist aber eigentlich, wenn man so will, ein historischer Begriff. Das Fest, der Festische Kreis. ist ein anderer Name für den Kreis Recklinghausen. Wir sind also hier mitten in NRW im nördlichen Ruhrgebiet, also quasi schon auf der Schwelle zum Münsterland mit Recklinghausen als der Kreisstadt und den weiteren Städten, die hier reingehören. Es ist tatsächlich der bevölkerungsmäßig größte Landkreis Deutschlands, wenn man, glaube ich, mal von der Region Hannover absieht. Und dementsprechend haben wir natürlich auch eine sehr, sehr große Hörerschaft hier. Etwa 100.000 Menschen schalten Radiofest täglich ein. Und dementsprechend sind wir natürlich auch immer sehr daran interessiert, mit lokalen Unternehmen tolle gemeinsame Aktionen auf die Beine zu stellen, weil wir verstehen uns in erster Linie hier auch so als, ja man kann sagen, als Heimatsender. Und Recklinghausen ist sozusagen Kernsendegebiet dabei auch. Und jetzt Klaus, komme ich zu dir. Das ist ja auch deine Region, wo du mit deiner Bäckerei tätig bist. In der Einleitung haben wir schon gesagt, 18 Filialen. Das ist natürlich eine Ansage. Wie viele Mitarbeiter habt ihr da? Wir haben ungefähr 120 Mitarbeiter, schwankt immer ein bisschen.

Max Herrmannsdörfer: Mal ein paar mehr, mal ein paar weniger, aber der Durchschnitt ist so 120. Und ich habe gesehen, habt in fast allen Bäckereien auch Bistros mit drin, richtig? Ja, eigentlich in allen mittlerweile schon. Hat sich das Konzept so bewährt bei euch? Das hat sich bewährt, weil der Außerhausverzehr halt immer mehr wird. Manchmal ist man aber auch gezwungen dazu, weil wir natürlich bedingt durch die Discounter auch in unserer Kernkompetenz Brotbrötchen ein bisschen verlieren. Und da muss man dann natürlich sehen, man andere Umsatz zwei generiert und da gehört natürlich Kaffee bis vor. Was ist denn eure Kernkompetenz? ist euer Fokus? Was macht euch besonders? Also uns macht glaube ich besonders, dass wir ein regionaler Bäcker sind von der Verbreitung halt in unserem Gebiet. Aber dann natürlich auch, dass wir viele spezielle Sachen haben, die du halt bei anderen Großbäckern oder Fabriken nicht bekommen kannst, weil wir halt eine Handwerksbäcker sind und da halt ganz anders. noch agieren und reagieren können. glaube, dass diese Individualität macht uns halt aus. Auf Individualität kommen wir gleich, nämlich wir reden ja gleich über das Radiofest Lieblingsbrot. Aber noch eine Frage, seit wann gibt es eure Bäckerei? Seit fast 90 Jahren, 1939 oder 37, müsste ich jetzt lügen. Genau weiß ich es noch niemals im Moment. Also sind wir jetzt so 88, knapp 90 Jahre auf dem Markt. Ich bin in der dritten Generation, also schon ein bisschen länger. Und es war klar, dass du einsteigst? Irgendwie schon. Ich wurde nicht gezwungen, was viele immer glauben, sondern ich bin halt da reingewachsen und für mich stand das nie in Frage, ob ich es mache oder nicht. Das war schon immer mein Wunsch, als junger Mensch noch und ich habe es auch bis jetzt nicht bereut. Und ja, du machst besondere Marketingaktionen und darüber reden wir jetzt über eure gemeinsame Marketingaktion. Wie seid ihr eigentlich zusammengekommen? Also wer ging auf wen zu? Ich vermute mal, kam von euch, Julia, oder? Ich muss dazu sagen, ich bin seit 2005 bei dem Sender, zunächst als einfache Redakteurin, seit 2022 als Chefredakteurin. Und die Firma Hövelmann, die Marke Hövelmann, der Spot der Firma Hövelmann ist, glaube ich, seit Tag eins bei mir im Ohr gewesen mit einem Jingle, das sich auch, glaube ich, bis heute nicht verändert hat, was unglaublich einprägsam ist. will sagen, also Hövelmann war immer schon unser Kunde und wir waren einander, glaube ich, auch immer schon eng verbunden.

Max Herrmannsdörfer: Und das, was wir dann mit dem Lieblingsbrot gemacht haben, das war im Grunde noch mal eine Schippe drauf. Also wenn ich mich richtig erinnere, irgendwann der Wunsch nach einer Sonderwerbeform, stand im Raum, also etwas, was über eine normale Spotkampagne hinausgeht. Und dann haben wir diese Idee halt gemeinsam entwickelt. Und ich weiß noch, wie wir dann da bei Klaus Hülfemann im Büro saßen. Ich glaube, er hatte Frühschicht gehabt oder was? Natürlich. dann mussten wir... Kommt vor bei Bei Meckern sind ja die einzigen Leute, die noch früher aufstehen als Radiomoderatoren in der Morningshow. Und dann haben wir uns da zum ersten Mal zusammengesetzt und haben überlegt, wie könnten wir dann wirklich was machen, was auch die Hörer mit einbindet, irgendeine interaktive Aktion, auch das Backhandwerk mal von der anderen Seite darzustellen und halt auch mit modernen Methoden. Und dann haben wir das tatsächlich bei so einem gemeinsamen Termin zum ersten Mal so bisschen ausbaldovert mit ersten Daten, mit ersten Laufzeiten, Dramaturgie schon mal so ein bisschen und ja der Rest. ging dann immer so hin und her, bis wir zufrieden waren. Dann wollen wir mal einsteigen, was ihr da so an Idee entwickelt habt. Also ich habe es so gelesen, ihr wolltet ein Brot entwickeln und danach sollte das Brot auch noch als Radiofest Lieblingsbrot verkauft werden. Ich glaube, das so die Kernidee, oder? Kann man das so sagen? Okay. Und ich habe gelesen, das muss ich vorher noch klären, die Kniffte für den ganzen Kreis präsentiert von der Pekka Höfemann. Was ist denn eine Kniffte? Also wir haben immer lange rüber überlegt, wie wir das Ding überhaupt nennen. Ich glaube, wir hatten auch mal Es gab mehrere Entwürfe. Wir haben irgendwann noch Festgruste oder so Dinger gehabt. Knifte ist hier typisch hohe Gebietsdeutsch, kann man sagen. Ja, auf jeden Fall. Aber was bedeutet es? Wir haben jetzt nicht nur höhere Umrohrgebiete. Was ist Knifte? Eine Stulle. Ach, eine Stulle. Stulle ist so Richtung Berlin. Genau. Also Knifte ist ein Scheibebrot. Genau. Ein Scheibebrot ohne alles oder mit was Einfach mit. Einfach mit. Einfach mit Knifte. Genau. Die wird dann natürlich schon belegt. Genau. Okay. Aber letztendlich sind wir dann beim Lieblingsbrot geblieben, weil wir auch so bisschen dieses, ja, dieses Emotionale einbringen wollten. Liebe, Lieblingsbrot, irgendwie so, noch eine Naherkeit auch zu schaffen. Das hat uns, glaube ich, dann am besten gefallen. Dann gehen wir es doch mal chronologisch durch, was ihr da alles gemacht habt und was so alles in dem großen Paket drin war. Im Endeffekt ist jetzt das Ziel, dass andere vielleicht auf die Idee kommen und inspiriert werden, was man so alles machen kann in Kooperation mit einem Radiosender als Handwerksunternehmer.

Max Herrmannsdörfer: Das ist sicherlich als Bäcker jetzt eine besondere Gelegenheit, weil ihr jetzt gemeinsam ein Brot entwickeln mit den Hörern. Aber wie lief das ab? Julia, willst du kurz erzählen? Was war so der Start? Also womit ging es los? Also zunächst mal der grobe zeitliche Rahmen war, wenn ich mich richtig erinnere, so, dass wir zwei Wochen Abstimmungsphase hatten, wo wir unsere Hörer im Programm und natürlich auf unseren Social-Media-Kanälen aufgerufen haben, mitzumachen. jetzt den Brotgenerator zu bedienen. war also ein... Genau, da müssen wir ran. Was heißt das Das auch das Besondere an der Aktion, weil es ist mir auch wichtig zu sagen, wir sind nicht die Ersten und wir sind nicht die Einzigen, die als Radiosender mal mit einer Bäckerei zusammen ein Brot entwickelt haben. Also ich möchte es nicht so darstellen, als sei das jetzt meine Idee gewesen. Diese Idee ist jetzt nicht unbedingt neu. Was wir aber meines Wissens als Einziges so in der Form hatten, war dieser besagte Brotgenerator. Das war also ein Abstimmungstool online, wo wir... In drei Kategorien, da kann Klaus Hübelmann mir sicherlich gleich weiterhelfen, was da drin stand, weil ich nicht mehr so genau weiß. Also auf jeden Fall in drei Kategorien vorgegeben haben, welche Zutaten da rein sollen. Also zunächst mal die Mehl, dann hatten wir glaube ich die Saaten und Kerne und das dritte war dann irgendwie noch so special Zubehör. Vielleicht kann Klaus Hübelmann das einmal ergänzen. Da müssen wir tiefer einsteigen, das müssen wir jetzt genau wissen. Also ihr habt im Endeffekt ein Abstimmungstool auf der Webseite gebaut, oder? Und da hab ich die Hörer auf den Sender aufgefallen und über das Social Media gesagt, jetzt bitte abstimmen. Da habt ihr drei Stück gehabt. Das erste war ... Das waren die verschiedenen Mehlsorten. Mehl, Mainzmehl, Dinkelmehl. Solche Sachen halt. Und wie Julia schon sagte, danach kamen verschiedene Saaten, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Chia, alles, was man dir so vorstellen kann, was im Moment so verfügbar war. Und das dritte waren halt die Spezialsachen. Darüber haben wir wirklich zusammengefasst. Frische Karotten, Röstzwiebeln, Quark, Buttermilch, solche Sachen halt. Ja, und dann waren wir sehr gespannt, was denn dabei rauskommt. Genau, da waren wir darauf angewiesen, dass natürlich Bäcker Rhein-Hövelmann uns da berät. Weil wir ja überhaupt keine Ahnung gehabt hätten, wie das so von der Zusammensetzung...

Max Herrmannsdörfer: überhaupt funktionieren kann. Hätten wir uns jetzt was ausgedacht, dann wären wir vermutlich auf Quark und Buttermilch gar nicht gekommen. Also so war da wirklich eine große Variante. Aber hattet ihr die Freiheit, auch am Ende noch zu ändern? Weil die Kombination aus allem muss ja nicht immer ein geschmackvolles Brot ergeben am Ende. So, genau. Da hat Herr Önemann auch direkt gesagt, nee, also wenn dann da jetzt 90 Prozent Röstzwiebeln rauskommt, dann können wir das leider nicht machen. Aber das kann er gern selber jetzt. Ja, okay. Was kam denn raus, Klaus? Genau, also die sind gut. Werde ich nicht vergessen, war der Ergebnis, ich habe zwischendurch immer mal reingeschaut, wie die Prozentverteilungen denn so sind während der Abstimmung, wurde da wirklich bei einigen Sachen sehr überrascht und am Ende haben wirklich auch die Röstzwiebeln, da sind wir wieder, sehr viele Prozentpunkte gekriegt, wo ich total überrascht von war, muss ich ganz ehrlich sagen. Aber die konnten wir dann wirklich letztendlich nicht reintun. Also wir haben dann wirklich ein paar Backversuche gemacht. und die Röstzwiebeln passten wirklich nicht ins Produkt und die mussten wir trotz Votums dann rauslassen. Vielleicht noch mal zu dem Votum. Also so wie ich es gesehen habe bei den Getreidesorten, wenn ich das richtig gesehen habe, bei eurer Abstimmung, war auf Platz 1 Dinkel, auf zwei Rocken, auf drei Weizen. den Körner und Saaten war Sonnenblumenkerne und Körbiskerne an der Spitze und bei den besonderen Zutaten geraspelte Möhren, Joghurt und Röstzwiebel. Das waren so die Favoriten. Genau. Das heißt, ihr habt die Röstzwiebeln dann etwas eliminiert? Die mussten wir auf gegebenem Anlass dann eliminieren. Ja, schmeckte wohl einfach nicht, habe ich gesagt. Also ging nicht und lässt sich ja auch nicht in jeder. Dann war glaube ich auch noch die Frage, in welcher Form machen wir das? Da stand ja von Anfang an auch in Frage, ob es freigeformt wird oder in einem Behältnis irgendwie. Und ich glaube, dieser Teig, der macht es dann erforderlich. dass eine Form genutzt wird. Ich habe es noch vor Augen. Auch wenn wir diese Röstzwiebeln jetzt rausgeschrieben haben, war der Rest natürlich dann entsprechend der Abstimmung. Wir haben es ja auch transparent gemacht auf unserer Homepage. Ihr könnt jetzt nicht damit rechnen, dass das wirklich prozentual genau in den Anteilen, weil der Bäckermeister guckt da schon nochmal drüber. Das war ja, wie wir dann hinten rausgemerkt haben, auch genau die richtige Entscheidung. Also und am Ende, Klaus, hat es geschmeckt?

Max Herrmannsdörfer: Also ja, es hat sehr gut und schmeckt immer noch sehr gut. Ja, aber ihr habt es noch im Angebot. Ja, wir haben es immer noch im Angebot. Und das hier jetzt schon seit geraumer Zeit, also dafür, dass es eigentlich nur als Aktion geplant war, ist es schon sehr lange im Sortiment. Also wir haben es nicht mehr tagtäglich im Sortiment, sondern nur noch einen über einen anderen Tag. Also das heißt, Radiofest Lieblingswo, das dann euer Logo aufkauft, Julia, oder? Genau. Da ist eine Bande Role dran und zusätzlich hat die Bäckerei Höhe immer noch nach wie vor noch unser Radiologe auf ihren Tüten drauf, was ich also auch ganz ganz toll finde. Und so kommt natürlich der Sendername an einer ungewöhnlichen Stelle mit der Bevölkerung in Kontakt oder andersrum besser gesagt. Und das ist ja genau was man möchte, auch die Marke zu platzieren, aufzufallen. Und wenn man dann auch noch mit so was Schönem assoziiert wird, man mit einem handgemachten Brot aus einer Bäckerei, hier im Kreis großes Vertrauen, große Beliebtheit genießt, dann kann man es ja kaum besser treffen letztlich. Also im Endeffekt eine Win-Win-Situation für euch beide, für den Sender und auch für euch in der Bäckerei. Magst du verraten, wie viele da über den Tresen gegangen sind schon von den Broten? Weißt du das aus dem Kopf, oder? Also wir liegen auf jeden Fall, jeden Tag sind 30.000. 30.000? Also das überrascht mich jetzt schon. Das ist ja enorm. Ja, so ein bisschen festmachen anhand der Menge der Wanderhulen, die wir bestellt haben und wie viele davon dann über die Theke gegangen sind. Deswegen kann ich die Summe so grob festmachen. ja, sich viel an, ist auch viel, na klar. Aber du musst das dann halt auch runterbrechen auf die Anzahl der Filialen, auf die Anzahl der Tage, wie lange das Brot schon im Umlauf ist. Dann relativiert sich das schon ein bisschen. Ja, aber ich finde es trotzdem, ich hätte jetzt irgendwie eine andere Zahl erwartet. Für mich klingt das jetzt auf jeden Fall mal viel, wenn ich das als Marketing sehe. 30.000 Marsilovo. Da will ich mich echt nicht beschweren. Aber ich glaube, es gibt auch viele Fans von dem Brot. Ich glaube, wer das einmal probiert hat, da können wir gleich auch was zu sagen zu dem Probierevent, was wir hinten raus gemacht haben. Wer das einmal probiert hat, kauft es auch gerne wieder, ich.

Max Herrmannsdörfer: Es ist ein Fitnessding, ein bisschen gesund in der Anmutung. Es ist auch sehr schwer durch den Joghurt im Teig. Es ist, glaube ich, da auch sehr viel Saftigkeit drin. Ich esse das tatsächlich auch selber gerne, wenn ich mal eins kriege. Ich muss aber sagen, die sind auch schnell vergriffen. Ich habe es auch häufig schon mal nicht mehr bekommen. Gehen wir mal drauf ein auf das Event, weil du hast es gerade angesprochen. Das war dann noch mal obendrauf. Auf der Webseite konnte man sich registrieren. Wie erzählt es? Julia? Klaus? Genau, alle die mitgemacht haben beim Brotgenerator auf Radiofest.de hatten die Möglichkeit auch noch an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Und der Preis war dann, dass man beim großen Backevent, also wenn man so will beim Anbacken des Radiofest Lieblingsbootes dabei sein durfte. Da haben wir uns also im Vorfeld einen Tag rausgesucht. Der lag, glaube ich, zwei Wochen nach der Abstimmungsphase, so bisschen Luft zu haben, das Rezept zu entwickeln. Und dann haben wir halt gesagt, ich glaube, war ein Freitag. Die Gewinner dürfen dann in die Backstube kommen und sich tatsächlich mal dort hinter den Kulissen anschauen, wie das alles läuft. Nicht nur, das Radiofest Lieblingsbrot entsteht, sondern auch, wie da generell gearbeitet wird, was da für Gerätschaften stehen. Die ganze Logistik dahinter. Und dann hatten wir, glaube ich, die 20 Gäste, jung und alt, Familien, Paare, die hatten alle richtig Bock drauf. Die wollten natürlich auch das Brot probieren, aber die durften tatsächlich auch mit anpacken. Und das kann Klaus Hübelman, glaube ich, am besten erzählen. Ja, genau. Also die zwei Wochen haben wir wirklich gebraucht, bis unsere Bäckermeister dann das Brot letztendlich in seiner Zusammensetzung so hatten, dass wir gesagt haben, okay, so ist es perfekt. Und die Vorbereitung für das Event lief parallel und war für uns auch völliges Neuland. Haben wir so auch noch nicht gemacht. Wir haben dann, ich glaube, wir sind spät im Mittag angefangen, Julia, wenn ich mich recht entsinne, 13, 14 Uhr oder 15 Uhr. haben dann wirklich mit den Gästen, Hörern, Gewinnern, wie man immer sie nennen will, dieses Brot dann vor Ort gebacken. Haben denen also wirklich sämtliche Zutaten, die drin sind, erst präsentiert, dann halt in eine größere Menge auch gebacken. Also natürlich erst geknetet, aufgearbeitet und dann gebacken, wo die die ganze Zeit auch wirklich hautnah dabei waren. Man merkte dann schon,

Max Herrmannsdörfer: dass die Begeisterung recht groß war bei fast allen oder bei allen, mal zu sehen, dann so ein Brot hergestellt wird. Wenn es nicht aus dem Brotbackautomaten von zu Hause vom Tisch kommt, mit irgendeiner Fertigtüte, sondern wie viel Arbeit das wirklich ist und auch wie viel Handarbeit das ist, dieses Produkt herzustellen. Klaus nutzt die Gelegenheit und erzählt kurz, wie es geht. Wir haben ja wirklich ein reines Brot. Mit reinem Brot meine ich. Das bezieht sich jetzt nicht nur auf dieses Brot, auf alle Brote. Wir sind kein Tütenbäcker. Das gibt es ja oft so. Ist ja ein Vorruf und hast du nicht gesehen. Du meinst die Fertigmischungen. Solche sind auch. Obwohl man das auch nicht immer pauschal verurteilen soll. Aber wir tun es halt nicht. Aber aus verschiedensten Gründen. Wenn du dann diese natürlichen, naturbelassenen Rohstoffe so alle auf dem Tisch hieß. Die frisch geraspelten Möhren, den Quark, den Sauerteig. Und das alles zusammen dann in einem großen Kniebkessel in der Teigmaschine zusammengeführt wird, wo 250 Kilo Teig drin geknetet werden können. Das ist natürlich für die meisten schon eine imposante Sache. Und wenn die dann auch sehen, wie jedes einzelne Brot, wenn wir wieder die 30.000 aufnehmen von vorhin, jedes einzelne Brot von Hand abgewogen und aufgearbeitet wird, dass es in Form gebracht wird. und dann in die Form gelegt wird. So diese einzelnen Produktionsschritte bis hin über den Gärraum, bis hin zum Backen, nachher dann halt in den Versand, haben dann viele auch, glaube ich schon, verstanden, warum das Brot beim Handwerksbäcker teurer ist als im Supermarkt. Weil halt, wie der Name schon sagt, wir sind Handwerk. Das heißt also bei uns wird außer das Kneten eigentlich alles noch von Hand bewerkstelligt. Da war die Begeisterung, glaube ich, schon recht hoch. Wie lange hat das dann gedauert, Event? Wann war der denn fertig? Ich glaube, alles in einem Juli, korrektiere mich, drei, vier Stunden. Vier Stunden. Ja, so in etwa, hätte ich jetzt auch gesagt. War natürlich auch viel zu gucken. Wir sind da in der Backstube von Station zu Station und dann an dem großen Tisch, wo dann die Boote tatsächlich auch fertig geformt und in die Formen gefüllt wurden, konnten wir uns alle drum herum stellen. Und hinten raus gab es natürlich für alle das auch zu probieren. Und dann gab es noch ein Getränk und jeder durfte sich auf das

Max Herrmannsdörfer: nach Hause nehmen. Und wir waren natürlich auch da mit Aufnahmelgeräten und Kamera und Promos und haben das Event natürlich entsprechend auch begleitet, weil das war dann natürlich am nächsten Morgen auch ein großes Thema bei uns in der Sendung. Und so Schmiede auch, hat man das gesehen auch? auf jeden Fall. Volle Sichtbarkeit. Ja, und damit die Frage, wie hat es den Hörern dann gefallen? Also habt ihr auch so höherer Feedback bekommen oder vorwiegend natürlich bei dem Event wahrscheinlich? Ich kann mich nur an positive Rückmeldungen erinnern. Die fanden das alle toll. Es waren natürlich nur ein kleiner Teil von Leuten. Da haben ja viel, mehr abgestimmt. Also wir hatten viele hundert Voting auf unserem Brotgenerator und nur 20 etwa haben dann tatsächlich oder sind in den Genuss dieses Events gekommen. Aber man merkte ja schon, wie groß das Interesse ganz grundsätzlich war. Und ich glaube, die Leute fanden das einfach toll, eigenen Ideen, eigenen Geschmack damit reinzubringen. Und dieses dieses tolle Brot dann hinterher wirklich dann da in der Auslage zu sehen. Das ist ja schon irgendwo so ein interaktiver Dreh, das gefällt den Menschen hier halt super gut. Und Klaus, habt ihr Feedback bekommen? Habt ihr im Weißduch aus den Filialen, klar in 18 Filialen kannst du nicht überall sein, aber haben dir deine Mitarbeiter davon erzählt, dass das da Feedback gab? Also die haben vor Ort sehr viel gutes Feedback bekommen. Einmal, weil sie halt auch über Social Media etc. von dem Event von anderen Kunden dann auch alles mitbekommen haben. Also ganz ehrlich, wir haben durchweg positiv die Rückmeldung bekommen, ob es jetzt per E-Mail war oder sonst irgendwas, wo die Leute wirklich gesagt haben, ich hab's gesehen, tolles Event. Oder auch natürlich gerade die, die vor Ort waren, die haben sich dann wirklich auch nochmal bedankt und dass es denen super gefallen hat. Also die Streubreite war schon sehr hoch. Was würdest du denn sagen, wenn du resümierst und die Aktion ist ja abgeschlossen, außer dass das Brot noch weiter verkauft wird, also insofern ist sie nicht ganz abgeschlossen, aber Sonst weitgehend ist sie natürlich schon vor einer Weile durchgegangen. Was würdest du sagen, war das Beste an dieser Aktion? Was hat sie dir insgesamt gebracht? Also das Beste an dieser Aktion war, glaube ich, dass wir so nah an den Verbraucher kommen konnten durch Julia und im Radio Festhalt. haben wirklich, dadurch, dass wir so viele Voting hatten, ist das ja schon fast repräsentativ gewesen. Das heißt, es gab uns natürlich auch ein super Feedback.

Max Herrmannsdörfer: für andere Produkte zu sagen, Dinkel steht ganz oben auf der Wunschliste der Leute, Möhren auch ganz weit oben, Zwiebeln, klar, das ist ein Verbinder. Was uns natürlich auch so bisschen dabei geholfen hat, unseren Fokus dann auf andere Produkte auch zu legen. Abgesehen jetzt vom Radiofest Lieblingsbrot zu sagen, wir müssen einfach dann auch noch ein zusätzliches Dinkelprodukt im Sortiment haben. Wir müssen auch mit den Möhren länger arbeiten, mit den Karotten nicht nur zu hostern, sondern eventuell auch ganzjährig in verschiedensten Produkten. Das war das, was uns natürlich dann auch weitergeholfen hat. Also nicht nur die Sichtbarkeit, nicht nur der Marketingeffekt, sondern auch noch ein Marktforschungseffekt, wenn ich das jetzt hier richtig sehe. ist einfach so. Also wenn ein paar hundert Leute abstimmen und du hast dann irgendwie einen Prozentsatz von 25 Prozent irgendwo bei, ist das schon relativ repräsentativ. Julian, euch hat es auch was gebracht. 30.000 Boote über den Tresen und natürlich eine tolle Geschichte. Ja, also ich habe die Zahl ja auch gerade erst gehört. Ich hätte mich natürlich immer gefragt, wie viel wird dann noch so verkauft. Also mich freut das irre, weil so eine dauerhafte Verbindung von zwei starken Marken hier im Kreis Recklinghausen, da können beide Seiten wirklich nur gewinnen. ich bin gerade, weil wir ja auch so ein riesengroßes Verbreitungsgebiet haben und es ist manchmal schwer, mit der Marke auch eine gewisse Sichtbarkeit zu erzeugen. Das ist anders bei einem Stadtsender, wo sich das in relativ engen Grenzen hält, räumlich gesehen. Da müssen wir hier schon sehr, sehr viel tun, um wirklich in der Breite auch eine Sichtbarkeit zu erzeugen. Und da bin ich natürlich total dankbar, dass das immer noch so gut läuft. Also eine tolle Kooperation. Und wenn jetzt jemand nachdenkt, der das jetzt gerade hört, vielleicht auch ein Bäcker, der ganz woanders sitzt, Klaus, und sich gerade überlegt, also weit genug weg von dir sitzt, ich, könnte schon auch bei Radio NRW sein, ne, Julia? Aber ein Bäcker, irgendwo jetzt hier in Deutschland sitzt, sagt, der möchte es machen, oder vielleicht auch ein anderer Handwerksunternehmer, der sagt, die Idee ist gut, kann ich das auf mein Gewerk vielleicht auch irgendwie anpassen? Ich nehme deinen Worten, dem würdest du sagen, mach das, oder? Auf jeden Fall. Also gar nicht überlegen, machen. Das steht außer Frage. Und jetzt kommt eine etwas heiglere Frage.

Max Herrmannsdörfer: kostet sowas so ähnlich? Du musst nicht genau sagen, was du bezahlt hast. Aber vielleicht so eine Range, Julia, aus Sicht des Radiosenders. Was ist die Range, wenn man so was machen will? Wir haben das Paket beschrieben, was da alles drin ist. Was kostet so was ungefähr? Es hängt immer ein Stück weit davon ab, wie viele Leute man erreicht. Je höher die Reichweite, desto teurer wird das. Das ist ganz klar. Die Medialeistung. Ich glaube, kann so 10.000 20.000 Euro muss man mitrechnen. je nachdem, was man alles dem Paket mit drin haben will, wie oft die Schaltung von Spots dazu erfolgen soll, wie häufig der Trailer laufen soll, wie häufig die Nennung des Unternehmens erfolgt. Da gibt es natürlich Abstufungen. Es muss eine gewisse Durchdringung haben. Das heißt, es reicht nicht, wenn man drei Tage darüber spricht im Radio, sondern das sollte dann schon mal mindestens zwei Wochen durchlaufen, damit die Hörer das auch mitkriegen. Das ist ja nun so. Und ja. Dann hängt es immer ganz individuell davon ab, Kooperation man sonst schon mit dem Radiosender hat. Okay, also nur mal als grobe Orientierung, weil es kann sein, wenn man zu seinem Radiosender vor Ort geht, wenn es jetzt nicht ihr Wert, dann, wenn er eine andere Reichweite hat, kommt da vielleicht schon wieder eine andere Zahl aus. Aber mal so eine ganz grobe Hausnummer zu haben, dafür war das gerade mal dazu gedacht. Genau. Also wie gesagt, wir haben sehr viele Hörer, wir sind ein sehr, großer Landkreis. Das muss natürlich dann erst mal umgerechnet werden auf den jeweiligen Sender und auf das jeweilige. Und was man noch sehen muss, ihr habt noch 30.000 Brote verkauft. Also kommt ihr noch oben drauf, dann irgendwie zu euren Gunsten, Klaus. Ja, zu den Kosten, das muss man dann natürlich auch relativieren, weil du hast ja nicht nur die Brote, die du jetzt wirklich nachvollziehen kannst, der spricht die Radiofest-Brote, dass du die verkauft hast, sondern du hast natürlich auch viele Neukunden in deinem Filial. Das lässt sich natürlich immer extremst schwierig an Zahlen festmachen. Aber Fakt ist, du verlierst ja keine Kunden dadurch, sondern du gewinnst auf jeden Fall Kunden, die eventuell vorher nicht bei dir waren oder die jetzt öfter kommen, weil sie das Brot hat haben möchten und die nehmen ja in der Regel auch ein anderes Produkt mit. Sprich, die nehmen noch ein Brötchen, ein Sahneteilchen, whatever. Deswegen darfst das nicht nur an dem Brotenfest machen. Das ist ja sowieso immer schwierig. Da können wir jetzt wahrscheinlich stundenlang philosophieren.

Max Herrmannsdörfer: Werbung und Umsatz in Einklang zu bringen. Wie viel bringt mir die Werbung an mehr Umsatz? Also Fakt ist, dass für uns diese Aktion auf jeden Fall ein extremer Mehrwert war und die Kosten da für den Umfang der Aktion, den wir bekommen haben, schon sehr überschaubar waren. Wir waren wirklich über mehrere Wochen sehr präsent im Radio. Wir die Aktion vor Ort, die begleitet wurde von ganz vielen. Mitarbeiter und Kollegen von der Julia. Das ist natürlich auch ein extremer Aufwand gewesen. Und dafür, für diese Sache, die wir dafür bekommen haben, ist das überschaubar gewesen. Ja, ist ja eine Kooperation im Sinne. Ich sage Julia, ihr habt ja auch ein bisschen profitiert, haben wir ja gerade besprochen. Auf insofern ist es schon bisschen wie wir vorhin sagten, win-win. Gibt's denn... Neue Ideen für die Zukunft, aber da können wir nicht drüber sprechen wahrscheinlich. Wir können uns vieles vorstellen, glaube ich. Wir hatten schon mal vor ziemlich langer Zeit mal eine, ja nicht ähnliche, aber zumindest grob in die Richtung gehende Kooperation. Da hat Hövelmann ein Brot verkauft, das Lichtblickebrot und hat davon jeweils einen Anteil für gute Zwecke gestiftet. Wir haben nämlich bei den NRW Lokalradius die Aktion Lichtblicke für Familien und Kinder in NRW. Das war damals eine Art Benefizbrot. Das war auch schon total toll und eine Win-win-Situation. In Zukunft kann ich mir vorstellen, dieses Lieblingsbrot-Konzept weiterzuentwickeln. Dass man die bekannten Moderatoren aus meinem Sender nimmt und denen jeweils ein Brötchen widmet. Das Ingo-Brötchen oder das Simone-Teilchen. Keine Ahnung, da gibt es viele Möglichkeiten. Und darüber hinaus, ich hab grad so nachgedacht, ob man es auch auf andere Produkte ausweiten könnte, jetzt mal abseits von Bäckerei, gibt ja auch noch andere handwerklich hergestellte Lebensmittel. müsste ich mal drüber nachdenken. Jetzt ist Brot natürlich insofern was ganz Besonderes, als es ja irgendwo so ein bisschen, das klingt jetzt pathetisch, aber die deutsche Seele steckt da drin. Also das Brot ist ein emotionaler Anker.

Max Herrmannsdörfer: der Deutschen. Das klingt jetzt sehr hochdramatisch, aber das ist ja nun wirklich was ganz, ganz typisches. Und das täglich Brot ist halt nicht nur irgendwas zu essen. Und das ist etwas, wo die Leute mit ihrem Herzen irgendwo dran gehen. Und deswegen Lieblingsbrot. Also Brot eignet sich natürlich super. Bei mir fiel natürlich ein, wir sitzen ja in Bayern mit unserem Sender. Unser Hauptsitz ist in Bad Wörishofen. Wir sind ja aber ja deutschlandweit sozusagen über Streaming empfangbar. Mir fiel die Weißwurst ein, also die Weißwurst. Da können wir natürlich schon überlegen, was man da so alles reinmacht. Da gibt es auch schon ganz viele Variationen. Da würde man schon bisschen was einfahren. Das wäre sozusagen das Pendant dazu in einer anderen Branche. Aber jetzt kommen wir so bisschen ins Ideen. Ich wollte gerade sagen, ihr habt doch ein Reinheitsgebot da unten oder nicht? Das gehört auch nicht zum Bier. Das ging ja auch. Bier ist gut, ja. Es gibt viele, viele Möglichkeiten. Aber was wir sehen, und Julia, da freuen wir uns natürlich als Radiomacher total drüber, dass Radio wirkt. Also dass das funktioniert, dass man nahe rankommt an die Menschen und dass man was bewegen kann. Also dass sie mitmachen, dass man dann auf dem Event sich persönlich trifft. Das ist toll und ich glaube, Julia, das ist das, warum wir so gerne auch Radio machen, oder? Ganz genau. Klar, super. Also ich sehe nur zufriedene Gesichter, ich sehe einen großen Erfolg. Dann drücke ich euch die Daumen, dass ihr da ganz viele tolle Ideen noch weiterentwickelt für die Zukunft. Und jetzt würde ich gern mit euch noch ganz zum Schluss so einen kleinen Blog machen. Wir haben immer so ein paar persönliche Fragen zum Abschluss, euch beide noch einen Tick besser kennenzulernen. Und ich würde die euch immer so abwechselnd stellen und ihr antwortet einfach ganz kurz. Haben wir auch einen Joker, wenn wir nicht anrufen wollen? Schau mal, ob du ihn brauchst. Die erste Frage ist ganz spannend. Wenn ihr nicht das machen würdet, was ihr macht, also wenn du nicht Bäckermeister wärst oder Julia Duh nicht die Chefredakteurin von Radiofest, mit wem wolltet ihr mal tauschen? Wobei es muss nicht unbedingt beruflich sein, kann auch ein Sportler sein oder ein Künstler oder auch eine historische Figur. Klaus, ich frage zuerst dich, wer wärst du sonst gerne mal eine Woche oder so und würdest mal eine Rolle reinschlüpfen?

Max Herrmannsdörfer: Ob ich es gerne machen würde, weiß ich noch niemals, Peter. Ich würde, glaube ich, gerne mal für eine Woche in die fühlende Position eines Politikers gehen. Muss noch nichtmals direkt der Kanzler sein. mal so ein bisschen den Finger in die Wunde zu legen und den wirklich mal näher zu bringen, was sie denn der Wirtschaft, Handwerk, im Speziellen auch mit ihren ganzen Regeln, Vorschriften und ja, wie soll ich sagen? Aussitzen von Lösungen, was sie uns dafür Probleme mitbereiten. Das heißt, wir haben eine Bombenpflicht. Das heißt, jeder Kunde muss einen Bomben kriegen. Der Kunde will aber gar keinen Bomben. Das heißt, er lässt den liegen. Wenn er einen möchte, sagt er schon, dass er einen bomben möchte. Dadurch haben wir eine Papierflut ohne Ende. Dadurch entstehen Kosten etc. Wir haben Dokumentationspflichten. Da komme ich mir manchmal vor, als wenn wir eine Atombombe bauen. Das ist unfassbar. Und das sind so viele Kleinigkeiten, die sich aber summieren und dir das Leben extrem schwer machen und die dich auch sehr viel Geld kosten. Und das würde ich glaube ich gerne mal tun. Ja, also du würdest einfach gerne mal verstehen, wie das zustande kommt oder würdest du gerne richtig Einfluss nehmen wollen? Ich würde gerne Einfluss nehmen wollen und denen sagen, hört mal Leute, ändert es. aber ich glaube da musst du auf EU-Ebene auch gehen. Ich glaube von da kommt auch auch einiges, oder? Von da kommt auch einiges, aber dieses Brett möchte ich nicht. Also du bleibst lieber Bäckermeister. Ich bleib lieber Bäckermeister. Julia, Frage auch an dich. Mit wem würdest du gerne tauschen? Meine Antwort ist, da steckt nicht so viel Sprengstoff drin. Das eher ein persönliches Interesse, ich habe. Privat koche ich wahnsinnig gerne und bewirte wahnsinnig gerne Leute. Ich habe häufig den Gedanken, ich hätte auch in die Gastro gehen können. Ich hätte vielleicht auch wirklich ... als Köchin irgendwo anheuern können. Aber dann weiß ich sofort, was das für ein Knochenjob ist. Weil alle, ich kenne, das machen, sagen, da musst du ein ganz bestimmter Mensch sein und da wirst du auch nicht alt und schon dreimal nicht reich. Aber trotzdem würde ich gerne das mal eine Woche erleben, wie das ist, wirklich in einer Küche, in einer Reihe zu stehen, mitzuwirken. Meinetwegen auch, jetzt vielleicht nicht Spitzengastronomie, weil so doll bin ich dann auch nicht. Aber wirklich mal zu erleben, wie das ist in einer professionellen Gastwirtschaft.

Max Herrmannsdörfer: unter diesem Druck zu arbeiten. Weil mir persönlich gibt das sehr, viel, wenn die Leute dann zufrieden sind und uns sich bedanken und sagen, das war aber klasse, ich hab jetzt zu Weihnachten ein unfassbar tolles Menü gekocht für meine Eltern, aber das sind halt auch nur zwei. Und das mal irgendwie in groß zu erleben. Nur dann hinterher wahrscheinlich zu sagen, es ist gut, dass ich diesen Weg nicht eingeschlagen bin, weil dafür hab ich wahrscheinlich nicht die Power, ich bleib lieber im Mundwerk als im Hand. Ja, aber vielleicht ist es ja auch ganz gut, weil irgendwie macht es ja doch Spaß. Aber es sollte doch irgendwie möglich sein, Julia. Ich bin da mal gespannt, ob dann noch mal was kommt. Klaus, was bedeutet Handwerk für dich? Handwerk. Also Handwerk bedeutet für mich immer auch eine gewisse Größenordnung des Unternehmens. Darüber, finde ich, definiert sich schon mal grundsätzlich ein Handwerksbetrieb. Ich finde es schwierig, wenn einer, keine Ahnung, sieben, acht, neunhundert Mitarbeiter hat, da noch von Handwerk zu sprechen. Des Weiteren definiert sich Handwerk halt, dass du mit deinen Händen arbeitest. Ja, Brichade, dass du nicht nur die Steuerung startest und hinten kommt irgendein fertiges Produkt raus, sondern dass du mit deinen Händen arbeitest. Ob das jetzt ein Schreiner ist, ein Fleischer, ein Bäcker, ein Installateur, vollkommen egal, die arbeiten mit ihren Händen und das ist Handwerk für mich. Julia, jetzt bist du natürlich nicht Handwerkerin. Aber frag dich trotzdem, was ist Handwerk für dich? Ich bin ja Kundin auf so vielen Ebenen und Handwerk ist für mich das Rückgrat und die Erinnerung daran, dass Tech und KI halt eben nicht alles lösen wird, was in Zukunft auch uns zukommt. Wer heute einen Handwerksberuf ergreift, der hat sicher andere Zukunftsaussichten als jemand, klingt jetzt dispektierlich, aber der irgendwas mit Medien macht, so wie ich. Oder Ja, all die Dinge, die sich in Zukunft durch Automatisierung und KI noch viel schneller beschleunigen und vom Menschen wegentwickeln. Und dementsprechend bin ich sehr, froh, dass es das Handwerk noch gibt. Ich denke auch zum Beispiel an meinen Friseur, ohne den ich aufgeschmissen wäre und wo ich direkt wieder hin muss. Aber auch er gehört ja dazu. Und das ist für mich ein Netz, in dem wir leben, ohne dass es nicht geht. Prima. Ich habe jetzt noch vier Begriffe.

Max Herrmannsdörfer: Einzelne Begriffe, mit der bitte ganz kurz und kompakt darauf zu antworten. Der erste ist Klaus, was ist Heimat für dich? Da, wo Familie ist. Julia? Da, wo ich rausschaue und mich geborgen fühle. Klaus, hast du ein Vorbild? Mein Vater. Julia? Mein Vater, auch. Klaus, was ist Glück für dich? Gesundheit und Familie, beides zusammen. Julia? Gesundheit, Familie und wenn ich in der Lage bin, Gelassenheit zu spüren, nicht immer so einen Kopf zu machen über das, was morgen kommt. Der letzte Begriff ist, habt ihr ein Motto? Klaus, hast du ein Motto, das dich dich begleitet, beruflich, privat? Nee. Was würdest dazu lassen? Nee. Ehrlich gesagt nicht mal. Julia, hast du eins? Also meine Motto's ändern sich, aber aktuell versuche ich mich immer so, ich bin ja eigentlich von Hause aus Rheinländerin und versuche mich immer, an dem kölschen Ausspruch irgendwie aufzurichten, het noch everjotjejange. Also es ist noch immer gut gegangen. Auch wenn die Zeiten wild sind. Bisher hat sich doch alles immer noch zum Guten gewendet. Und da möchte ich weiter darauf vertrauen. Ich danke euch beiden. Es ist nicht nur gut gegangen, sondern war richtig, richtig gut. Einmal das Gespräch, zweitens eure Aktion, die ihr zusammen gemacht habt. Vielen Dank dafür, dass ihr das geteilt habt, dass andere davon lernen durften. Und vielen Dank für das Gespräch. Macht's gut. Alles gut für euch. Gerne, Peter. Danke, Peter. Dann abonniere diesen Podcast, keine Folge mehr zu verpassen. Wir freuen uns auch über eine 5-Sterne-Bewertung bei deiner Podcast-Plattform. Dieser Podcast ist eine Produktion der Handwerker Radio GmbH. Weitere Informationen findest du unter www.handwerker-radio.de

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