#161 Alice Brammertz, wie entwickelt man Werte, die im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt werden?

Shownotes

Wie schafft man es, als Handwerksbetrieb über Generationen hinweg erfolgreich zu bleiben – und gleichzeitig eine moderne, mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur aufzubauen?

In dieser Folge spricht Max mit Alice Brammertz, Prokuristin der Schreinerei Brammertz aus Aachen. Ein Familienbetrieb mit über 110 Jahren Geschichte – und einem bemerkenswerten Ansatz in Sachen Führung, Wertearbeit und Arbeitgeberattraktivität.

Alice gibt Einblicke, wie bei ihnen echte Zusammenarbeit auf Augenhöhe funktioniert: Werte werden nicht von oben vorgegeben, sondern gemeinsam im Team entwickelt und aktiv gelebt. Das Ergebnis? Ein starkes Wir-Gefühl, hohe Identifikation und eine Unternehmenskultur, die sich herumspricht – bis hin zu 50–60 Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz.

Außerdem erfährst du: • Warum Augenkontakt und ehrliche Kommunikation entscheidend für gute Führung sind • Wie Mitarbeitende aktiv in Entscheidungen und Entwicklungen eingebunden werden • Welche Rolle persönliche Entwicklung, Verantwortung und Vertrauen im Team spielen • Wie sich eine klare Wertebasis direkt auf Motivation, Zusammenarbeit und Recruiting auswirkt • Warum Arbeitgebermarke im Handwerk vor allem intern entsteht – und nicht durch Marketing

Wer wissen will, wie man Mitarbeitende begeistert, Verantwortung sinnvoll verteilt und eine starke Arbeitgebermarke im Handwerk aufbaut, bekommt hier praxisnahe Einblicke – direkt aus einem Betrieb, der genau das erfolgreich lebt.

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Max Herrmannsdörfer: Handwerkerleben. Der Podcast mit den spannendsten Geschichten aus dem Handwerk und darüber hinaus. Heute geht es bei uns Mitarbeiterführung im Handwerk, eine starke Arbeitgebermarke und einen Handwerksbetrieb mit mehr als 110 Jahren Geschichte. Und damit herzlich willkommen bei Handwerkerleben. Ich bin Max Hermanns Surfer und mein Gast ist heute Alice Brammertz. Sie ist Prokurristin der Schreinerei Brammertz aus Aachen. Hallo, Alis. Hallo lieber Max. Schön, dass ich bei dir sein darf. Ich freue mich sehr, dass du dir die Zeit nimmst. Alis, sag mal, seit wann bist du Teil der Schreinerei Brahmatz? Das bin ich seit 46 Jahren, ob du es glaubst oder nicht. Seit 46 Jahren im Unternehmen? Jawohl. Wow. Ihr seid eine Schreinerei. Ich habe schon gesagt, mehr als 110 Jahre Geschichte gegründet 1912. Wenn ich richtig in Kopf habe. Genau, hat der Urgroßvater von Edi, meines Mannes, der hat die gegründet und das ist Haus, wo wir jetzt drin wohnen, da ist auch der Innenausbau drin. Wir haben zwei Manufakturen, einmal Fensterbau, die ist 200 Meter von hier und einmal Innenausbau. Und wir stellen alles selber her, planen das und haben 38 Mitarbeiter. Wow. Und das alles immer noch am gleichen Standort eigentlich wie damals? In Kornel im Münster. Kornel im Münster ist ein Ortsteil von Aachen. Okay. Jetzt hast du schon ganz kurz gesagt, ihr fertigt alles selbst. Ihr habt Manufakturen, 38 Mitarbeitende. Magst du noch ein paar Worte zu eurem Betrieb sagen? Auf was habt ihr euch spezialisiert? Was macht euch besonders? Ja, wir haben also, dass unser Slogan ist Raum und Rahmen. Da machen wir, entwerfen wir alles, was der Kunde sich wünscht. Vom Bett über die Garderobe, über den Tisch, Küche, alles machen wir Handmade. Und wir haben auch extra Meisterdesigner und Planer, die das realisieren und mit dem Kunden zusammen erarbeiten. Das geht immer nur in Augenhöhe mit dem Kunden und da wird nichts vorgelegt. ist also der Architekt hat zum Beispiel einmal gesagt zu unserem Meisterdesigner, tolle Garderobe entwerfen.

Max Herrmannsdörfer: Und dann kam der Kunde und sagte, so viele Sachen habe ich ja gar nicht, eine große Kaderofo habe ich nicht. Da muss man also genau, den die Kunden wünsche, auch wenn der Architekt da ist, erfassen. Also in den Ausbau, alles was Möbelstücke anbelangt, da seid ihr Partner. Rahmen, da geht es dann eher Fensterbau? Fensterbau, und Fensterbau. Holz Alu und das im Bestand. 90 Prozent arbeiten wir im Bestand und planen mit dem Kunden, wie es sein muss. Das sind Sporstenfenster, das können aber auch normale Fenster sein und wir haben ja auch, zweimal Fensterbauer des Jahres auch geworden mit unserem neuen Holz Alu Fenstersystem ausgezeichnet worden und sind dabei jetzt auch eine ganz neue Pfostenriegelkonstruktion zu entwickeln, die auch preisverdächtig sein könnte. Okay, okay. Das heißt, die Entwicklung läuft bei euch auch immer weiter. Jetzt bin ich gar nicht so tief drin im Fensterbau, in Pfosten, Rahmen, Riegel, Konstruktionen. Kannst mir das einmal erklären? Was ist so das Besondere, die Herausforderung dann gerade auch jetzt im Fensterbau, wo ihr auch euch als Fensterbauer des Jahres dann jetzt schon oft auszeichnen dürftet? Ja, da muss man besondere Verbindungen schaffen, wie das zusammenhält. Da müsste ich jetzt meinen Sohn an dieser Stelle haben. ganz große Maschineninvestition im Moment, das ist die Größe der Firmengeschichte auf den Weg gebracht und haben zwei Jahre Entwicklungszeit gebraucht, auch diese Fenster zu entwickeln und haben jetzt auch die Verträge unterschrieben. ja, wenn wir am Markt dauerhaft bestehen wollen, dann müssen wir ständig Neuerungen haben. Und das wird praktisch am Kunden entwickelt, an den Bestandsbauten, die wir haben. Da sehen wir die Herausforderungen und Das hebt uns also auch vom Markt ab, dass wir genau wissen, was wir wollen. Und wir wollen ein nachhaltiges Fensterholz, Alufenster, das soll 100 Jahre halten. ist das Ziel. Wir haben ja neben unserem Fensterbau und haben wir auch einen Reparaturservice. da kommen rufen oft Kunden an mit Fremdfenstern, wo das nicht funktioniert. Da auch fauler Holzschenkel ausgetauscht. Sowas machen wir auch. Das gehört zu unserem Konzept Nachhaltigkeit im Bau.

Max Herrmannsdörfer: Jetzt hätte ich gedacht, da wird auch viel auch schon industriell gefertigt. Bei euch ist es dann tatsächlich 100 Prozent Handwerk. Klar, mit Maschinenhilfe natürlich, aber trotzdem bei euch in der Manufaktur gefertigt. Das wird in der Manufaktur gefertigt und jetzt, Herr Sillmachern, bringen wir im Moment auf den neuesten Stand der Dinge mit neuesten Maschinen. Da gehört natürlich auch Digitalisierung zu. Das ist bei uns ein Riesenthema, dass es alles an die Maschinen angebunden wird. Das heißt Planung direkt und dann Übersetzung in die Maschine rein? Ja genau, also Planung, Rücksprache mit Architekten, Kunden, das wird bei uns im Betrieb präsentiert. bei uns geht gar kein Angebot oder Lösungsvorschlag raus. Wir erarbeiten das, dann kommt der Kunde und der Architekt, die kommen ins Unternehmen. Die sehen auch die Fertigung und da haben wir auch extra Wohlfühlräume geschaffen. Die kann ich dir jetzt nicht zeigen. siehst du auf der du kannst sie beschreiben. Ja, da sind also alle Muster drin. ist zum Beispiel auch eine Musterküche drin. Alle Materialien, die kann man fühlen, riechen, schmecken und man kann auch so ein Fenster, die Fenster auf und zu machen. Man sieht die Schnitte. Der Kunde kann direkt fühlen sehen und das in angenehmer Atmosphäre. Okay, das heißt, jeder Kunde, bei euch irgendwas kauft, der war davor in euren Räumen, in den Wohlfühlräumen und durfte schon mal probieren, durfte anfassen und fühlen, wie könnte sich das später auch in meinem Zuhause anfühlen? Genau, das ist also das A und O, dass der Kunde bei uns vorbeikommt. Wir erst beim Kunden, Kontakt aufzunehmen. Man muss ja auch sehen, was hat der Kunde für einen Charakter, wie wohnt der, was will der, was braucht der. Und dann kann man das planen und erarbeiten. Und dann kommt der Kunde und Dann präsentieren wir das. Das geht ja eigentlich weit über das reine Handwerk, sage ich mal, hinaus. Da ja dann auch ganz viel Zwischenmenschliches, was da mit reinspielt und die Beratung, das gehört dann alles mit dazu. ist das Handwerk, wir müssen mal als Gesamtes fassen, ist das Handwerk da anspruchsvoller geworden als vor 20, 30, 40 Jahren? Ja, ich denke schon.

Max Herrmannsdörfer: Da gab es also früher brachte man ja, holte man den Kunden nicht zu sich in den Betrieb so. Wir machen das relativ lange, aber es gibt Kollegen, die machen das auch noch nicht. Aber das ist so Voraussetzung, dass der Kunde Vertrauen bekommen sieht. Aha, hier wird das gefertigt. Die Mitarbeiter, die sind zufrieden. Das sind nicht irgendwelche geknechteten Menschen. Die sprechen mich an und auch die Maschinen sind auf neuestem Level. Und ich sehe hier alle Muster. Das muss alles vertrauenserweckend sein. authentisch. ist das Wichtigste. Also auch nach außen eine saubere Kommunikation mit Kunden, denen einfach zu zeigen, was ihr auch für ein Betrieb seid, wie bei euch das Betriebsklima ist, dass man einfach ein gutes Gefühl hat. Ja, das muss klar und ehrlich sein. ist richtig. Das hängt mit unseren Werten zusammen, Max. Wir haben mit den Mitarbeitern unsere Werte erarbeitet. sind wir nach Wesel gefahren mit der ganzen Mannschaft und haben zwei Tage haben wir auch Fun und Spaß gemacht und haben aber unsere Werte erarbeitet und sind mit mit 50 Werten zurückgekommen. Dann gab es zu Hause einen Arbeitskreis Werte mit 12 Mitarbeitern und die haben daraus acht Werte selber erarbeitet. Das hat drei Monate gedauert und die sind jetzt auch auf der Homepage. Aber das ist so, dass wir die leben. Das heißt ehrlich sein, dass wir also zu unserem Wort stehen, respektieren, unterschiedliche Meinungen und Probleme immer proaktiv ansprechen. Das gehört zum Beispiel zu dem ehrlich sein. Und dann hat man auch zum Kunden, zu den Mitarbeitern und Kollegen Respekt und Vertrauen. Ich habe mir diese Werte alle angeguckt. Ich habe das hier auf meinem Zettel tatsächlich auch drauf. Und jetzt hast du mir schon vorweggenommen, wie das damals entstanden ist, wie ihr das erarbeitet habt. Ich finde es ja cool, dass es da eine richtige Taskforce Werte gab mit zwölf Menschen aus eurem Team raus und das dann tatsächlich auch im Team erarbeitet wurde. Aber ich dachte mir auch, klar, man kann Werte, ein Leitbild auf die Website setzen. Die Frage ist ja, wie wird es umgesetzt? Wie wird es gelebt? Das wird bei euch aktiv gemacht. Ja, da hat der Ruf zum Beispiel der Auszubildende an, Mensch, mir ist da jetzt gerade was aus die Fensterbank gefallen beim Kunden. Da ist ein Loch. Was mache ich denn jetzt? Sag ich dem das? Dann kriegt er die klare Ansage. Junge, das sagst du dem Kunden. Ehrlichkeit zu unserem Wert. Jawohl, genau.

Max Herrmannsdörfer: Das machen wir so und damit, und das sind ja Zuhören oder Zusammenhalten, das wird jeden Tag gelebt. Wenn irgendeiner ein Beispiel hat, dann sagen wir, siehste, das ist unser Wert. Lösungen finden, solche Sachen, ja, das leben wir. Ich kann mir vorstellen, auch das entwickelt sich ja auch immer irgendwie weiter und es kommt irgendwie ein neuer Aspekt der Werte mit dazu. Gerade wenn man das so aktiv lebt, das ist ja nichts, was man nur einmal festlegt und dann ist es so, sondern Man muss es ja immer wieder auch reflektieren und mal schauen, passt das alles noch? Müssen wir was hinzufügen? Seid ihr da auch immer weiter im Austausch mit eurem Team? Wie sehen die Werte und so weiter? Dieser Arbeitskreis ist da. Die haben wir ja jetzt erst, sag ich mal, vor einem Jahr geschaffen. die sind relativ frisch und da sind wir im Moment dabei, das zu implementieren. immer wenn irgendeine Frage kommt, ja, schau mal, das ist doch unser Wert, dass wir geben unserer Arbeit einen Sinn, wir sind Handwerker. ich sag mal, das Zusammenhalten, das kam von denen selber, wenn mal einer sich nicht so wohlfühlt und er meldet sich krank, aber da ist eine Baustelle geplant, dass er dann, dann sagten die Kollegen, dass er dann wenigstens morgens kommt und uns kurz einweist, auch wenn er sich nicht so wohlfühlt, sowas. verstehen die Unterzusammenhaltung, kam von denen. Ist sehr Arbeitgeber freundlich, aber kam aus der Mitarbeiterschaft. Das ist aber ganz spannend, wie sich diese Werte dann letztendlich auch auf Steam auswirken. Jetzt hast du ein Beispiel schon genannt. Hast du weitere Beispiele, wie sich diese Werte tatsächlich auf Steam, auf eure interne Kommunikation auswirken? Also was bringt euch das als Arbeitgeber tatsächlich, solche Werte aufzustellen? Ja, das Zuhören zum Beispiel, das kam auch während wir das erarbeitet haben, da sagten welche, ja manchmal mein Kollege, erzählt mir morgens was, das geht rechts rein, links raus. Ja, ich will aber jetzt richtig zuhören und ich will den Blickwinkel des anderen verstehen. Ich will in seinen Schuhen gehen und dann wachsen wir gemeinsam und verstehen uns gut. Leidenschaft leben, wir lieben unser Handwerk. Schreiner lieben ihr Handwerk. Da ist ja, das zeigt sich auch darin, wir haben immer noch

Max Herrmannsdörfer: Jahr 50 bis 60 Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz. 50 bis 60 Bewerbungen? das ist unglaublich. Was ich da immer leider absagen muss. Wir haben ein bis zwei Ausbildungsplätze. Das spricht sich wahrscheinlich auch rum. Wir haben ja auch mehrere Preise bekommen und da spricht sich das dann auch bei den Menschen rum. Wow, das heißt auch Auszubildende bei euch, die nehmen nicht nur den Besen in die Hand, sondern Die werden komplett ins Team integriert von A bis Z. Genau, das ist auch so eine Sache, wenn man Praktikaanfragen hat. sagen wir, wir können nicht mehrere Praktikanten nehmen, wir müssen einen nehmen und dem muss man sich kümmern. Und ich kann jetzt nicht fünf junge Leute kommen lassen und die irgendwas machen lassen und die haben nachher nichts vom Schreinerhandwerk gesehen, außer was die Leute da in der Werkstatt machten. aber also 50 bis 60 Bewerbungen, da träumen ja ganz viele andere davon, wenn sie das hören. Das ist also El Dorado in der Richtung. Haben sich andere Kollegen von euch schon mal Tipps abgeholt? Ja, die haben einfach gesagt, leite sie uns weiter. Die Kollegen kennen uns ja. Mein Sohn ist im Vorstand der Tischleitung. Mein Mann, war früher stellvertretender Obermeister und auch im Fachverband aktiv. Ich selber auch. Wir sind immer sehr aktiv, auch mit den Kollegen im Austausch. Ja, Wahnsinn. Und das sind dann alles Aufgabenbereiche, die bei dir irgendwo auch zusammenlaufen? Was ist denn so deine konkrete Rolle im Betrieb? Wie würdest du dich selbst da beschreiben? du siehst mich, hörst mich als Stimme. Ich bin also immer an die Zentrale, kommt alles an bei mir und dann kann ich filtern, was kommt denn zum Fensterbau, was kommt zum Innenausbau? Ist das überhaupt für uns ein Kunde? Manchmal merkt man, das ist nicht ein richtiger Kunde, der sucht nur eine OBI-Lösung oder im Reparaturservice. Da haben wunderschöne Formulare. Lieber Max, unserer Webpage kannst du anfragen, Reparatur, Fenster, Haustür, alles. Und das landet auch bei mir, das fehlt euch auch. Aber dann habe ich manchmal die 80- bis 90-Jährigen. Ich muss meine Tür repariert haben. Wie kriege ich das? Ich brauche aber ein Foto für unseren Meister. Das muss wirtschaftlich sein. Dann bin ich in der Diskussion am Telefon. Haben Sie denn keine Tochter, keinen Sohn, den Nachbarn? Wer kann mir denn das Foto schicken? Dann gebe ich meine Handy-Nummer und kriege ich das bei WhatsApp. Das sind so manchmal diese zwischenmenschlichen Dinge, die man

Max Herrmannsdörfer: tags immer macht, die also da sind. Okay, also erste Anlaufstelle extern für Kunden, intern aber auch Ansprechstelle für Mitarbeitende. Ja genau, das ist also ganz wichtig, dass man untereinander kommuniziert und intern sich austauscht. Das ist bei uns aber im ganzen Betrieb ist das durchgängig. Das wird von allen gelebt. Der Max Brammatz, der hat den gleichen Namen wie du. Der unser Sohn, lebt das also durch, klar und authentisch kommunizieren. Das leben wir auch vor. Der Max, euer Sohn ist Teil der Geschäftsführung. ihr seid jetzt die vierte Generation. Der ist die vierte Generation. Genau. haben also mein Mann, der Edi Brammatz, ist jetzt seit Januar Senior Advisor. Sein Büro ist alles geblieben. Der kriegt die Kunden, womit telefoniert werden muss und wo die ersten Anbindungen laufen müssen. Und dann haben wir im Fensterbau den Wolfgang Braun, der ist 51 Jahre alt, der hat mit 16 bei uns die Ausbildung begonnen. Der hat also richtig die Brahmerts-Philosophie aufgesogen. Der ist damit Geschäftsführer und hier im Innenausbau ist der Peter Lütten. Sein Vater, der Olaf Lütten war, hier 40 Jahre Prokurist und der Peter hat die Ausbildung hier gemacht, ist jetzt 33 und ist im Innenausbau Geschäftsführer. Also man merkt aber schon, wer einmal bei euch anfängt, der geht nicht mehr so schnell, oder? Das stimmt, ja, das stimmt. Und hat Möglichkeiten dann aufzusteigen. Ja, genau. Wir haben ja einen jungen Meisterdesigner, hat in Gut-Rosenberg seinen Meisterdesigner gemacht. Das ist eine Akademie des Handwerks hier in Aachen, dass Sie sicher vielleicht kennen. wird man besonders ausgebildet dafür und der ist direkt hier gut angekommen. Und man kann auch die Leute, die in der Werkstatt gut sind, da wird gefragt, kannst du dir vorstellen, dass du mal später in die Arbeitsvorbereitung gehst? Das sind alles so Dinge, man, also wir haben ganz verschiedene Ebenen. Es gibt also nicht nur Büro und Werkstatt. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch das bei den Mitarbeitenden, beim Team sehr gut ankommt oder auch ein Grund ist, warum Leute sich bei euch bewerben.

Max Herrmannsdörfer: weil sie eben sehen, dass es weitergehen kann, dass im Handwerk nach der Ausbildung oder nach Meister nicht Schluss sein muss, sondern dass man Möglichkeiten hat, auch gefordert und gefördert zu werden. Das muss man immer wieder sagen, was da im Handwerk noch für Chancen liegen. Das ist ein Riesenthema. Und manchmal siehst du ja, du hast so einen ungeschliffenen Rohdiamanten, der ist jetzt gerade, hat die Lehre beendet, macht jetzt die Gesellenprüfung. Der tischt dann so rum, dass man den dann zum Gespräch bittet und sagt, hör mal, du Du bist so talentiert jetzt, machst aber auch einen Meister und so hast du das Talent. Du kannst das, dass man dann auch nochmal die Leute ein bisschen positiv stupst in die Richtung, dass sie in die Meisterprüfung gehen und nachher vielleicht noch weiter Meisterdesign oder was man alles. Jeder hat ja unterschiedliche Sachen. Beim einen jungen Mann, ist in der Werkstatt Leiter, der sagt, ich kann mir nie vorstellen, im Büro zu sitzen, der macht jetzt zum Beispiel Siam nennt sich, kennst du die Siam? Nee, muss mir erklären. Das ist vom Fachverband. Da wird alles niedergelegt, ob du jetzt eine TÜV-Prüfung hast, ob die Leute unterwiesen werden in den Führerschein, ob sie ihre Führerscheine haben, alles was Sicherheit ist. Das muss in SIAM eingegeben werden und das macht er jetzt. findet er gut. Jeder Mitarbeiter wird da erfasst. Und wenn wir jetzt Prüfung haben vom Gewerbeaufsichtsamt oder neuerdings hat man ja auch das Umweltamt. Hätten sie uns auf den Hals gehetzt, das hast du vielleicht schon gehört. Da musst du nachweisen, wo du jetzt entsorgst und sowas gibt dir alles ein. Okay, wenn du es gerade selbst ansprichst, mit was hat man so zu tun aktuell? Man hat immer mit Steuern zu tun, jetzt hat man mit dem Umweltamt zu tun. was ging es da konkret? Ja, da kriegt man glaube, das ist das erste Mal in der Firmengeschichte, kam ein Schreiben, Umweltamt Aachen, wir machen am Sohnsovielten eine Besichtigung, bitte teilen Sie uns dann mit oder legen Sie uns vor, wie Sie was wo entsorgen und zeigen Sie uns das. Und dann sind die auch erschienen. Dann haben wir also von unserem Entsorger alle möglichen Bescheinigungen angefordert, die man auch so nicht immer da hat.

Max Herrmannsdörfer: Wo die da mit hinfahren, das war für mich ganz neu und für unsere Mitarbeiter überhaupt. Und das ist zum Thema Entbürokratisierung neu geschaffen worden. Okay. Mit welchem Grund? Also einfach damit man euch theoretisch irgendwie ans Bein pinkeln kann, falls ihr nicht richtig entsorgt? Das ist unter dem Mäntelchen Umwelt natürlich Umwelt freundlichkeit. Aber Wir machen das ja auch, weil das Gewerbeaufsichtsamt prügt das ja auch. Der Sinn ist uns noch nicht so richtig klar. Das haben andere Betriebe dann auch hier nach erlebt. da wird vielleicht eine Beamtenarbeitsstelle zwei oder drei geschaffen, damit die das machen. Das wissen wir nicht. es ist nicht, trägt nicht bei zur Entbürokratisierung. Nee, gar nicht. Und irgendwie auch ironisch. Ich meine, ihr arbeitet mit Holz, ihr arbeitet mit nachhaltigen Rohstoffen. Ihr schaut, dass ihr eure Produkte so nachhaltig und so langlebig wie möglich gestaltet. Und dann kommt das Umweltamt und macht hier die Umweltprüfung. Ja, das ist interessant. Wir haben nichts zu verbergen. Das hat auch alles super geklappt. Es sind dann zwei Leute beschäftigt. Die müssen das alles vorbereiten und das kostet dann alles Zeit und Energie. Okay, also auch das ist eine Tätigkeit, mit der du dich dann unter anderem befassen darfst. Wenn du mal so zurückblickst, du hast gesagt, du bist jetzt seit 46 Jahren im Unternehmen. Was sind so die größten Änderungen? Was war vor 46 Jahren wirklich noch komplett anders als jetzt? meine, damals so wir hätten Interviews so gar nicht machen können. Computer gab es damals zum Beispiel noch gar nicht. Nein, das war also als ich vor 36 Jahren ins Unternehmen kam, war der Schwiegervater natürlich der Patriarch. Ich kam im Miniröckchen und Brücke und war geschminkt. Das war ganz selten. Und ich hatte die Vorstellung, dass die mechanische Triumph-Schreibmaschine ersetzt werden sollte durch eine hochmoderne Kugelkopf-Schreibmaschine elektrisch mit einzeiligem Display. Und das ging natürlich gar nicht. Ich war das Enfant terrible vom Schwiegervater. Und dann habe ich damals gedacht, jetzt musst du dich weiterbilden. Mit dem musst du es können. Und dann habe ich Dale Carnegie. Hast du da schon mal was von gehört?

Max Herrmannsdörfer: Der Carnegie, Sorge dich nicht, lebe, wie man Freunde gewinnt, hat der Bücher geschrieben. Und da gab es seinerzeit Kurse, die gingen über zwei Jahre, das haben Edi und ich zusammen gemacht. Und da hat man unter anderem gelernt, wie man mit dem Menschen, der einen am meisten kritisiert, gut auskommt. das hatte ich damals noch nicht so. Das ist jetzt in Fleisch und Blut übergegangen. Das ist einfach nur Wertschätzung, Respekt, Anerkennung, sich für den anderen interessieren. Und dann bin ich auf den zugegangen. Ich habe immer Hubert gesagt, Hubert. Was macht das rechte Bein, das linke Bein? wir sind richtig Freunde geworden. Und dann hatten wir die Google-Kopfschreibmaschine. Das war der Einstieg in die Digitalisierung. Und 1900, da war unser Sohn drei Jahre alt, 86, kriegten wir die ersten Computer. Mit PECS war das damals. Da hatte ich noch keinen Kindergartenplatz für den. Da ging da überall die Knöpfchen drücken, was natürlich schlimm ist als junge Eltern. Ich hatte alles im Büro, Laufstall, alles, was man sich vorstellt, wie das früher so war. Und dann habe ich den zu meiner Mutter gebracht und die hat einen Kinderkartenplatz dann ein Ort weiter für ihn bekommen. Und das war so der Beginn von Digitalisierung damals. waren wir mit bei den ersten. Dann auch die Programme, die dann kamen. dann hatte man das kannst du dir ja gar nicht vorstellen, wie man früher überwiesen hat. Das ging. Das war ja schon fortschrittlich mit Disketten. Da zogst du deine Überweisungen auf Disketten und marschiertest damit zur Sparkasse. das waren alles noch Zeit. Ja, Wahnsinn. Also ich Ich bin 95er Jahrgang. bei mir gab es schon Internet und Computer. Ich hatte damals auch so ein Windows 2000 oder 2002 bei mir. Irgendwann mal im Kinderzimmer stehen, das war ganz, ganz toll. Aber es ist schon krass, wie sich dann die Digitalisierung jetzt auch so schnell weiterentwickelt hat. Du hast gesagt, es ist heute natürlich auch für euch ein Thema. Wie sieht es denn? heute tatsächlich aus, was Digitalisierung bei euch im Unternehmen anbelangt? Ja, wir haben 2016 den ersten Schritt begonnen. Da haben wir die alten guten Leitz-Ordner durch die digitale Bauakte ersetzt. Das haben wir mithilfe von OneNote damals gemacht. Da kannst du in OneNote ganze Ordner ablegen. Da haben wir die E-Mails, die Fotos reingezogen und die Kontakte reingezogen.

Max Herrmannsdörfer: der beste Schritt, alle Mitarbeiter mitzunehmen, weil auch die Älteren haben dann verstanden, wir haben also dann richtig Kurse gemacht, OneNote, jetzt stellt euch immer vor, ihr würdet euch einen Leitz-Ordner anlegen und den tut ihr jetzt da rein. Das war richtig learning by doing, zwei Jahre und dann haben das alle drin. Und seit dieser Zeit ist es für keinen Mitarbeiter mehr überhaupt schlimm, was Neues Digitales zu machen. Dann haben wir vor vier Jahren Das war dann 2022 aufs falsche Pferdgesetz, ERP-System eingeführt. Das wurde uns empfohlen. Das hat sich aber nicht bewährt. jetzt sind wir seit zwei Jahren dran mit der, ich weiß nicht, ob ich das sagen Wenn du möchtest gerne. Das ist Decoder. Das ist eine Firma, die ist von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz gegangen, hat gesagt, wie sind die Bedürfnisse? Und mit denen haben wir dann IDA gefunden. Und das läuft jetzt in einem Prozess, dass wir also alle Kontakte, die wir vorher im Fensterbauprogramm haben, dass die alle zusammenlaufen, die Zeitwirtschaft, dass die ganze Projektabwicklung läuft darüber. Aber du musst dir das nicht so einfach vorstellen. ist ein ständiger Prozess. Jede Woche findet ein Release statt und nach dem Release ist irgendwas, hat sich verstellt. habe ich meinen Ansprechpartner, ist immer Giovanni. Giovanni, du musst mir wieder helfen. Hier ist irgendwas anders. Und also von der Rechnungserfassung vom Aufmaß und dann geht da auch die Maschinenanbindung und KI soll da auch drüber laufen. Ich denke mal, das ist ein ständiger Prozess, das wird wahrscheinlich nie das glaube ich. gerade mit KI und dem jetzigen, was passiert, da ist gefühlt jede Woche irgendwas Neues. wie schnell sich diese Entwicklung fortsetzt, das ist exponentiell im Vergleich zu dem, es früher war. Da alle mitzunehmen, ist tatsächlich eine Aufgabe. Ja, ihr habt das dann schon früh Das war ja früher. Früher hast du gefragt, wo liegt das Dokument? Und heute sagst du, wie sind die Daten modelliert und verknüpft? Das ist der Unterschied. Das heißt aber bei euch läuft wenig auf Papier. Das meiste digital tatsächlich? ja, das jeder hat seinen Surface mit. Auch der Reparaturschreiner, der ruft sich das ab. Das kann ich alles eingeben und der lässt den Kunden auch darauf unterschreiben. Das läuft alles digital.

Max Herrmannsdörfer: Und also ich sag mal, mein Sohn hat kein Papier mehr im Büro, bei mir liegen schon noch Blätter rum. Ab und zu ist auch so ein Blatt Papier immer noch mal praktisch, sag ich. ja, klar, für alle Abläufe oder wenn es Aufträge gibt, wenn verschiedene Mitarbeitende involviert sind, dann ist es natürlich super, wenn das irgendwo zentral liegt und jeder, den es betrifft, kann drauf zugreifen und muss sich nicht erst irgendwo einen Leitzordner tatsächlich freuen. Ja, ich habe ja digital verschiedene Programme noch. bin ja ehrenamtlich im Alexianerkrankenhaus für psychisch Kranke. Da bin ich Patientenfürsprecherin und Vorsitzende vom Ethikkommitee. Und da habe ich auch jeden Tag, die haben die Geschäftsnummer, die rufen also die Nummer an, die du auch anrufst. Und dann habe ich die dran und dann marschiere ich meist, ich kann jetzt hier rausgehen auf dem Flur und höre mir das an. meiste ist die Eskalation. im Ethikkommitee, da sind Fallbesprechungen, Beispiel Suizidbegleitung, solche Sachen. Und das ist ganz wichtig, finde ich, auch im Umgang mit meinen Mitarbeitern und mit den Menschen mich herum. Wenn man da einen Blick für hat, was kann denn da überhaupt sein von Menschen, die nach außen hin zwar strahlen, aber innerlich ist da sicher was. Ganz spannend, dass du es ansprichst, weil diese ehrenamtliche Komponente, die bei dir noch mit reinkommt, ich kann mir vorstellen, da bespielen sich Das Ehrenamt und deine berufliche Tätigkeit im Betrieb, das ergänzt dich schön oder du kannst aus dem einen fürs andere viel mitnehmen, weil ich glaube, wenn man gut mit Menschen umgehen kann, dann hilft ein das in jeder Situation. Ja, du hast so einen Mitarbeiter, der hat die Frau sich getrennt, der wollte sich umbringen. Dann kümmert man sich drum. Da weiß man, wie man umgeht, was man tut, dass man hinfährt. Also hands on nur nicht irgendwie passieren lassen, sondern helfen. Das ist das A und O. Und das Vorleben ist so ein Thema. Meine Tochter, macht Telefonsel-Sorge. Die Aline ist ja mit im Unternehmen und meine Schwiegertochter ist Mediatorin, Ausgebildete. Das zieht sich durch die ganze Familie. Du bist ja 2024 von meinem Kollegen vom Handwerkmagazin ausgezeichnet worden als Heldin im Handwerk. Und ich habe die Laudatio von damals vorliegen und da steht drin, du und dein Mann, ihr habt eine ethisch-menschliche Firmenkultur etabliert.

Max Herrmannsdörfer: Und alles, was du jetzt erzählst, das würde ich jetzt genau unter ethisch, menschlich auch zählen. Das ist genau das, was ihr machen wollt. Mit den Menschen, mit dem Team zusammen, mit den Werten, die ihr definiert habt, einfach leben und arbeiten. Ja, das ist richtig. Es gibt noch einen, ist ein bisschen lustiger Preis, den wir bekommen haben, den AARP-Preis American Association of Retired People. Da hatten wir gerade für die RWTH hier in Aachen im Generationen-Atlas waren wir, weil wir Generationen-Standems gemacht haben. Das heißt, Alten und ein Junge. Unser ältester Mitarbeiter war damals 81 und den haben wir auch noch in dem Film da mit drin. Er hat also bis drei Wochen vor seinem Tod bei uns gearbeitet, jeden Tag vier Stunden. Ja, auf jeden Fall haben... haben sie in Aachen gesagt, jetzt bewerbt euch mal in USA, haben wir gesagt, hier kleine Handwerksbetriebe. Und dann haben wir geguckt, das ist die Lufthansa hat mal gewonnen. Das war Europa Preis, Krupp, Stahl, Essen und na, macht das mal. Und dann haben wir das gemacht. Und Edi und ich. dann kriegten wir auf einmal eine Einladung nach San Diego. sollten dahin. haben wir noch gesagt, da waren wir so in der Rush Hour unseres Lebens. Da haben wir keine Zeit für. Da kriegen wir da keinen Preis und nichts und fahren dann dahin. Und dann kam auf einmal so ein so ein so ein ein sowas wie ein Oscar an und dann hieß es Leute ihr habt den Preis gewonnen. Best Employer International. Hört sich doch. Stand da drauf. dann haben sie uns auch noch ein Filmteam geschickt und da habe ich gedacht jetzt kommen die Amerikaner. Overwhelming. Da standen so Asiaten vor uns. Nice to see you. Und die haben dann drei Tage wollten die German Mittelstand haben. Der Film ist auf unserer Homepage. Wie lange ist das hier? Wann war das? Das ist jetzt 12 Jahre ist das ja. Okay, den Film muss ich mir anschauen. Gibt es bei euch auf der Website? Ja, den gibt es auf der Web-Website. aber so einen internationalen Preis dann zu haben, den kann man sich doch schön mal irgendwo hinstellen. Ja, das ist ein richtiger, bitte dir so einen Oscar vorstellst und dann steht da richtig in großen Lettern Best Employer International. Ich glaube, so langsam verstehe ich, warum ihr 50, 60 Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz bekommt. Also das fasziniert mich immer noch.

Max Herrmannsdörfer: Wie schafft ihr das, dass ihr so viele Bewerbungen bekommt? Als Handwerksbetrieb, da hast du jetzt ja auch nicht den unfassbar großen Kreis, dass sich Leute aus ganz Deutschland bewerben für so eine Stelle. ist alles lokal tatsächlich. Alles lokal. Das sind oft Kunden, die haben erlebt, wie wir umgehen mit den Mitarbeitern. Dann sind es auch Leute, die uns persönlich kennen, weder mich oder mein Sohn oder mein Mann, wissen, was wir für eine ethische Vorstellung haben im Umgang mit Menschen und spricht sich wahrscheinlich auch rum. Und dann sind auch die Auszubildenden, die in die Schule gehen, die wieder Freunde haben. Ich denke mal, so wird das sein. Und ich gehe aber auf jeden. Jede Bewerbung bei uns geht also nichts unter, auch wenn wir die absagen. Jede wird beantwortet. Das ist für mich ganz ethischer moralischer Vorsatz, dass man nichts untergehen lässt. Das leben wir also auch. Und dann bedanken die sich oft auch und sagen, danke für, ich sag, gib dir einen Tipp, guck mal nach unter Tischlerinnung Aachen, digital, da findest du vielleicht einen guten Betrieb. stehen die alle. dann auch was mit dem Wert, Respekt zu tun. Auch da eine Bewerbung, wenn man nicht allem zusagen kann natürlich, auch respektvoll, sag ich mal, absagen. Und schön, dass du dann gleich noch einen Tipp gibst, wo man sich nach einem weiteren Ausbildungsplatz umschauen kann. Ja, also Wahnsinn. Wirklich, das könnt ihr euch auf die Fahne schreiben, könnt ihr den grünen Haken dahinter setzen, das könnt ihr offenbar sehr, sehr gut. Hast du irgendeinen Tipp für andere Unternehmer, Unternehmerinnen aus dem Handwerk? Jetzt werden wir mal wieder auf das Thema Unternehmensführung, Mitarbeiterführung gehen. Wir versuchen in unserem Podcast auch immer irgendwie Mehrwerte rauszuarbeiten für unsere Zuhörer und Zuhörerinnen. Jetzt haben wir schon gehört, was ihr so alles macht. Leitbild umsetzen, mit Mitarbeitern kommunizieren. Was würdest du sagen, was ist so der wichtigste Punkt für euch? Was bringt euch als Unternehmen wirklich weiter? Der allerwichtigste ist jeden Tag den Augenkontakt wenigstens. Also vor Corona haben wir jeden die Hand gegeben. Das war mit Corona auf jeden Tag. Und dann kam Corona, dann ging ich durch die Werkstatt und dann sagten die alle Hallo und dann bin ich zu denen hingegangen. Ich zeigte jetzt mal meine Finger auf die Augen und hab denen in die Augen geguckt und gesagt

Max Herrmannsdörfer: Hallo, glaubt ihr, wie scheiße man sich fühlt, wenn man nicht angeguckt wird, wenn man sich grüßt? Und das ist also Unternehmenskultur, dass jeder jeden anguckt und begrüßt. Also dieses auch am PC sitzen und den anderen nicht angucken, das ist nicht drin. dürfen wir nicht. also in der Kommunikation Augenkontakt halten. Genau und dann sehe ich, wie geht es dem anderen, geht es ihm gut, geht es ihm schlecht und dann kann ich auch schon mal mit dem Gespräch führen. Also dieser persönliche Dialog mit den Mitarbeitern und nicht nur fachlich, das finde ich ganz wichtig, dass man sich auch voneinander Dinge mitteilt. Und da kommen natürlich die Sachen dazu, Ausbildung, Weiterbildung, jeder kann sagen, ich möchte gern da einen Kurs machen, da einen Kurs, das haben wir jetzt fit für die Zukunft, haben wir jetzt da mitgemacht. Da hat eine Coaching mit jedem Mitarbeiter ein einstündiges Gespräch geführt. Jeder wollte das auch. war sehr gut. Auch das ist ein Zeichen, wenn solche Angebote tatsächlich von allen im Team dann auch angenommen werden. Weil man kann als Unternehmer und Unternehmerin sich ganz viel ausdenken und kann viel anbieten. Aber wenn das Team nicht mitzieht, dann bringt es auch wenig. Aber eure Leute, die haben da offenbar Bock drauf, sich auch selbst irgendwie einzubringen. Ja, wir waren ganz erstaunt. haben die Coaching schlug das vor. sag, wir können ja mal fragen. Ich glaube es nicht. alle haben das gemacht. Und was entsteht daraus jetzt oder wie geht es weiter? das jetzt ein laufender Prozess? Das ist ein Prozess. Daraus ist ja erstmal unsere erste Teamtour nach Wesel entstanden und wir werden mit Sicherheit jetzt die nächste machen und dann uns auch Themen setzen, die wir mit denen dann besprechen. Da gibt es ja jetzt immer diese schönen Arbeitskreise. haben auch einen Arbeitskreis. Spaß, Max. Der soll grillen und Treffen organisieren und uns sagen, was wir dazu brauchen. Aber es muss aus der Mitarbeiterschaft Geil. Ich kenne das aus Vereinsstrukturen, in denen ich auch drin bin. Da haben wir auch einzelne Teams für Ausflüge, für Events etc. etc. Dass es sowas im Arbeitskontext tatsächlich auch gibt, das höre ich selten oder habe ich selten mitbekommen, dass es wirklich Unternehmen gibt, die so permanente Teams aufgebaut haben.

Max Herrmannsdörfer: Vielleicht können wir auch das als Tipp mit rausnehmen oder mit rausgeben an alle. Ja, schließt euch mal mit eurem Team kurz. Ja, wenn man die Leidenschaften der Mitarbeiter weiß, der hat das, der kann das, besser das und daran die Arbeitskreise. Der ist zum Beispiel sehr ordentlich, dann kann man Arbeitskreis auch tun, Sauberkeit. Ist cool. Und vor allem, man verbindet auch so ein bisschen das Persönliche mit dem Betrieb. Also klar, für viele ist Beruf immer noch Beruf, aber so viel Zeit wie wir in unserer Arbeit verbringen, die Arbeit muss irgendwo erfüllend sein. Die Arbeit muss einem Spaß machen. Und wenn man dann selbst noch seine Interessen oder seine eigenen Stärken noch außerhalb der Arbeit irgendwie mit einbringen kann, ich glaube, das ist ganz wertvoll und kann ganz viel bringen, auch was Identifikation zum Unternehmen dann anbelangt, Mitarbeiter halten und und Zufriedenheit generell im Unternehmen. Ich glaube, das ist ganz guter Weg, den Ida geht. Ja, Freundschaft untereinander, ja, ist richtig. Alice, wir kommen zum Ende. Ich habe noch ein paar Abschlussfragen für dich, die wir allen unseren Podcast-Gästen immer stellen. Die erste Frage. Mit wem würdest du gerne mal tauschen, mal einen Tag in irgendein anderes Leben einmal reinschlüpfen, das zu erleben, was jemand anderes erlebt? Kann alles sein. Von Sport über andere Berufspolitik etc. Fällt dir irgendwas ein? Das ist jetzt eine Frage. dir auch kürze Zeit nehmen, das ist Problem. ich würde gerne mal in die Rolle unseres Chefarztes im Alexianer reinschlüpfen für einen Tag, womit der überall konfrontiert wird und die verschiedenen Stationen. kriege das ja ziemlich mit und das würde mich einfach mal interessieren, was die so zur Welt haben. Das ist sicher sehr, sehr interessant. Kann man sich Also ich kann es mir nicht vorstellen, wie das dann tatsächlich ist. Du bist noch ein bisschen näher dran. Aber ja, glaube ich auch. Ja, es ist meine Neigung eben, Menschen zu verstehen und kennenzulernen, zu durchdringen. Daran liegt es. Sehr spannend. Ja, vielleicht kannst du ja mal mit ihm ein Tag Praktikum machen. Ja. da vielleicht den einen oder anderen Einblick noch zu bekommen. Die zweite Frage. Was bedeutet für dich Handwerk? Handwerk bedeutet für mich hands on.

Max Herrmannsdörfer: miteinander kommunizieren, miteinander Dinge tun, die sinngewend sind, die ich mit Leidenschaft lebe und dass man zusammen im Handwerk Lösungen findet. Das bedeutet Handwerk für mich. Auch Verantwortung übernehmen, ganz wichtig. Ja, auch das. Ihr gebt auch Verantwortung an euer Team weiter und auch das ist ein Wert von euch. Verantwortung auch übernehmen. Wir haben die Fehlerkultur angesprochen. Wenn auch irgendwas mal nicht läuft, auch, dass man selbst drüber reden kann. Das habe ich jetzt noch mal gehört bei Leuten. ist ein ganz fieses Wort, was man gar nicht benutzen sollte, Ursache. Was war die Ursache? wenn man das findet, ist das auch, wenn man das auch im rhetorischen Umgang miteinander pflegt, dann ist das ein ganz anderer Umgang. Das sind wirklich so kleine Kniffe. Das ist ganz interessant auch für mich zu verstehen oder zu hören, wie ihr das macht und wie ihr das managt. Weil ich glaube, ist Es braucht oft gar nicht so viel, aber eine richtige Kommunikation, eine ehrliche Kommunikation mit dem Team, das kann schon ganz viel bewirken. Tatsächlich. Ja. Ich habe noch ein paar Fragen. Wenn du eine Sache im Handwerk sofort ändern könntest, was wäre es? Die Endbürokratisierung, die ich dir ganz schön vorstellen kann. Egal was wir haben, ob wir in Belgien arbeiten, Limosa anmelden, das ist ja europaweit. Also alles, was wir jeden Tag an Formularenkram machen müssen, ist schon die statistische Auswertung, kommt alle viertel Jahre, die man aushöhlen muss. ist schon Was ist so das nervigste für dich? Ja, dieses, dieses, diese Formularenkram. Das ist so jetzt auch, wo ich mich sehr aufgeregt habe, dieses Umweltamt, dass das jetzt noch zusätzlich kam. Also alles, was was zusätzlich Arbeit macht. Das ist auch nicht einfach mit der Denkmalpflege. Da muss man auch immer sehr, sehr diplomatisch umgehen. Was kann repariert werden? Was muss erneuert werden? Und das ist oft auch nicht so einfach. Das kostet alles viel Zeit. glaube ich dir. Alice, ich habe zum Abschluss vier kurze Begriffe mit der Bitte kurz und knapp darauf zu antworten. Was ist für dich Heimat? Heimat ist für mich hier, wo ich lebe. Das sind für mich meine Familie, meine

Max Herrmannsdörfer: Enkelkinder, sind für mich die Mitarbeiter, die sind auch alle hier aus der Heimat und das sind auch die Kunden, die hier vorbeikommen, die auch viel Heimatgefühl haben und hier sein wollen. Hast du irgendein Vorbild? Heimatvorbild. Also muss kein Heimatvorbild sein, aber ein Vorbild. Also für Heimat wäre das mein Mann. Der lebt Heimat, der ist hier im Haus geboren. Der lebt Heimat durch und durch. ist also der Richtung, wäre er für mich ein Vorbild. Dritter Begriff. Was bedeutet für dich Glück? Glück ist, wenn ich morgens, wenn ich aufwache, ich dankbar sein kann für das, ich so erleben darf, für die Menschen, mit denen ich mich umgeben darf und wenn ich dazu beitragen kann, dass es den anderen Menschen auch gut geht. ist für mich auch Glück. Und macht dich auch selbstglücklich. Ja, genau das. Letzter Begriff, letzte Frage. Hast du irgendein Motto?

Max Herrmannsdörfer: Ja, jeden Tag voller Leidenschaft aufstehen und voller Leidenschaft in den Tag reingehen und immer sagen, was kann ich denn dazu beitragen, dass es den anderen Menschen und mir gut geht? Das ist so mein Lebensmotto. Sehr schön. mit diesem Lebensmotto schließen wir diese heutige Podcast Folge. Alice, ich danke dir ganz richtig herzlich, dass du zu Gast warst bei uns bei Handwerk erleben. Und ja, ich würde sagen, jeder, der jetzt noch die Videos sehen möchte. von den ganzen Awards, die ihr gewonnen habt. waren einige. Einmal reinschauen auf brammerz-schreinerei.de und dort lernt man auch euren Betrieb noch mal bisschen besser kennen, euer Team. Ja, lohnt sich ein Blick drauf. Alice, ich danke dir ganz recht herzlich. Alles Gute und schöne Grüße nach Aachen. Ja, ich dir auch. Ich danke dir auch recht herzlich und schöne Grüße ins Allgäu. Danke Alice. Bis bald. Tschüss. Bis dann, tschüss! Das war's mit Handwerk erleben. Dir hat diese Folge gefallen? Dann abonniere diesen Podcast, keine Folge mehr zu verpassen. Wir freuen uns auch über eine 5-Sterne-Bewertung bei deiner Podcast-Plattform. Dieser Podcast ist eine Produktion der Handwerker Radio GmbH. Weitere Informationen findest du unter www.handwerker-radio.de

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