#162 Mattis Harpering, wie kann Inklusion im Handwerk gelingen?

Shownotes

Mut zur Inklusion – was bedeutet das konkret im Handwerk? In dieser Folge von Handwerk erleben spricht Moderator Max Herrmannsdörfer mit Bäckermeister Mattis Harpering, Gründer der Berliner Bio-Bäckerei „Backpfeife“, über seine Erfahrungen aus dem Betriebsalltag.

Mattis hat einen gehörlosen Auszubildenden eingestellt – ohne genau zu wissen, was auf ihn zukommt. Heute ist Wael ein fester Teil des Teams und übernimmt Verantwortung in der Backstube.

Im Gespräch geht es darum, wie Zusammenarbeit auch ohne gemeinsame Lautsprache funktionieren kann, welche Herausforderungen in Ausbildung und Berufsschule entstehen und welche Unterstützung Betriebe erhalten können. Dabei wird deutlich, dass es Offenheit, Geduld und Engagement braucht – und dass sich dieser Einsatz für Betriebe und Teams auszahlt.

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Transkript anzeigen

00:00:01: Handwerk erleben.

00:00:03: Der

00:00:04: Podcast

00:00:04: mit den spannendsten Geschichten aus dem Handwerk

00:00:07: und darüber hinaus.

00:00:09: Regional fair und inklusiv, unter anderem nach diesen Werten führt mein heutiger Gesprächsgast seinen Handwerksbetrieb.

00:00:17: Und damit herzlich willkommen bei Handwerk Erleben!

00:00:19: Ich bin Max Hermannstörfer und mein Gast ist heute Bäckermeister und Gründer der Backpfeife in Berlin Mattis Harperring.

00:00:27: Hallo Mattis!

00:00:30: Schöne zu sein.

00:00:31: Danke, dass du dir die Zeit nimmst, Mattis!

00:00:34: Regional fair und inklusiv.

00:00:36: So bin ich jetzt hier eingestiegen.

00:00:38: Passt das zu deinem Betrieb?

00:00:40: Sind das so die Schlagworte wo du dich wieder findest?

00:00:44: oder würdest du gern was ergänzen, was hinzufügen... Was verändern?

00:00:48: Also regional finde ich manchmal ein bisschen schwierig weil regional ist so'n unglaublich weiter Begriff.

00:00:54: also man kann es immer schwer so eingrenzen.

00:00:57: ist jetzt regional vor der haustür?

00:00:59: ist regional jetzt im brandenburg?

00:01:01: ist regional bis leipzig oder doch bis münchen oder doch italien.

00:01:05: okay

00:01:07: schwierig.

00:01:08: deswegen würde ich mich nicht wirklich regional nennen weil mein begriff für regionalität ist schon wo ich auch fast noch hin laufen kann oder mit dem fahrrad fahren kann.

00:01:19: das finde ich schon schön.

00:01:22: Deswegen würde ich sagen, wir versuchen so regional zu sein wie möglich.

00:01:26: Aber es ist doch nicht einfach und deswegen würde ich eher Bio sagen.

00:01:31: fair auf jeden Fall und inklusiv denke ich stimmt auch.

00:01:35: Wir werden über diese drei Bereiche auch vielleicht über Regionalität wo Zutaten herkommen, was so dein Ideal auch wäre.

00:01:44: Werbt mal im Laufe des Podcasts jetzt sprechen!

00:01:47: Wir starten aber mal einen Schritt früher damit unsere Zuhörerinnen und Zuhöre auch wissen mit wem spreche ich hier überhaupt gerade?

00:01:55: Mattis sagt doch gerne mal ein paar Worte zu dir – Was müssen unsere Leute über dich

00:02:00: wissen?!

00:02:01: Ja gut… Ich weiß nicht genau, was sie wissen müssen... Aber ich bin Bäcker wie du schon gesagt hast in der Anmoderation Bäckermeister.

00:02:06: Ich habe bei meinen Eltern in Göttingen gelernt.

00:02:09: Ich bin in den letzten Jahren nach Berlin gekommen und wollte dann mein Bäcker Techniker machen, weil ich irgendwie gemerkt habe, dass alle studieren.

00:02:18: Ich muss unbedingt auch studieren!

00:02:20: Das hat aber nicht geklappt, denn ich bin einfach kein Studiermensch und bin wieder im Handwerk gelandet.

00:02:27: Meine Eltern haben auch eine Biobäckerei.

00:02:29: Ich bin quasi in Bio geboren worden und da war keine große andere Frage.

00:02:35: Gab sehr viele alte Biobetriebe, meine Eltern kennen auch viele und deswegen bin ich sehr viel in Berlin rumgekommen.

00:02:40: In der Bio-Szene... Und ja, hab dann viel gearbeitet und im Jahr zwei Tausend siebzehn.

00:02:46: nach einem Auslandsjahr und viel rumprobieren und gucken was geht habe ich dann die Backpfeife eröffnet.

00:02:55: Ist Berlin so für die Bio-Becca Szene bekannt?

00:03:00: Ist es tatsächlich so oder...?

00:03:01: Ich weiß nicht, ob jetzt Berlin direkt bekannt ist für eine Biobäcker-Sin.

00:03:05: Aber in Berlin ist glaube ich ein Meilenstein gelegt worden mit der Scharlottenburger Brotbäckerei und es gibt schon sehr viele.

00:03:14: so in den sechziger Jahren waren viele in Berlin weil da natürlich auch die Wehrpflicht nicht war.

00:03:18: also meine Eltern sind auch dahin und haben auch ne Biobägerei mit dem ganzen Hippis zusammengegründet.

00:03:23: das war damals noch einfacher alles gegen Industrie das war schon schön glaubt die Zeit Und ich glaube schon, dass Berlin schon auch ein Stück Geschichte in der Bio-Bekker-Szene hat.

00:03:34: Denke ich auf jeden Fall!

00:03:35: Okay und du trägst diesen Spirit jetzt aber auch weiter in die Backpfeife?

00:03:41: In deinem eigenen Betrieb?

00:03:43: Ja, so weit wie es geht.

00:03:46: Ich beziehe alles im Bio und der besten Qualität, die ich finden kann oder bzw.

00:03:54: dich bezahlen kann.

00:03:57: Ja, ich trage es auf jeden Fall weiter.

00:03:59: Das ist schon wichtig für mich auch!

00:04:01: Ich finde ja allein der Name Bugpfeife bleibt irgendwie im Kopf.

00:04:05: Also finde ich gut gewordet für eine Bäckerei und ein Handwerksbetrieb.

00:04:11: Was ist denn das Besondere an der BugpFEife?

00:04:14: Wie hast du diese BugpFeife... Aufgebaut.

00:04:18: Es gab ja auch ein bisschen Prozess in den letzten Jahren, habe ich gelesen?

00:04:21: Ja es gab auf jeden Fall Prozesse.

00:04:23: also der Name ist erst mal überhaupt eine alkoholischen Runde entstanden mit Freunden.

00:04:29: Ich glaube so einfach kommt man auf einen Namen nicht und dann muss man sich auch ein bißchen trauen den durchzuziehen.

00:04:33: weil wir hatten den lange im Kopf und ich dachte immer so ja kommt er gut an.

00:04:39: Ist doch witzig oder ist er nicht witzige?

00:04:41: ich wollte natürlich nicht.

00:04:42: sowas wie Harry Cutter oder diese Friseursalons wollte ich natürlich nicht in diese Schiene gestalten, gepackt werden.

00:04:49: Weil das ist auch sehr gefährlich mit Wortwitzen.

00:04:52: Aber da es ja wirklich ein echtes Wort ist, war ich relativ confident dass das eigentlich ganz lustig ist und meine Eltern waren absolut dagegen.

00:04:59: die fanden es furchtbar.

00:05:00: Hätten die gerne hier einen traditionelleren Namen oder was?

00:05:02: Was hätten die gerne gehabt?

00:05:04: Keine Ahnung!

00:05:05: Dann hätten sie Buckingham Palace gehabt.

00:05:07: also hatten wir auch noch auf dem Pette.

00:05:12: Ja, was auch immer.

00:05:13: Backstreet Boys oder?

00:05:15: Gibt ja tausend absurde Namen.

00:05:17: Sehr kreative.

00:05:19: Was man machen kann.

00:05:21: Die mussten einnehmen.

00:05:23: Aber es ist die Backpfeife geworden!

00:05:24: Es ist die backpfeifel geworden und ich glaube alle sind ganz happy damit Und ich meine mein Prozess ist schon... Ich bin einfach durch alle Phasen gegangen.

00:05:36: Ich bin aus der Ausbildung gekommen Ja, noch gar nicht so sicher im Handwerk.

00:05:42: Das ist immer nach der Ausbildung, da kannst du ja auch noch gar nichts wirklich.

00:05:47: Dann habe ich überall ein bisschen gearbeitet und gelernt.

00:05:50: Und als ich mich selbstständig gemacht hab, musste ich erst mal überlegen.

00:05:53: Oha!

00:05:54: Ich muss ja auch viel üben und das ganze Buch heiterische und wirtschaftliche kommt alles dann auf einen zugeprasselt.

00:06:02: Es war schon auch viel... Und ich habe ja meine Meisterprüfung in der, wie alle Handwerker oft, die meister Prüfung der vierte Teil.

00:06:11: Die Buchholzführung ist immer eine schwierige Sache.

00:06:15: Bin auch mit A-IV ganz knapp durchgekommen und dann hatte ich noch ein Betriebslehrer – das war ganz witzig bei Sofa Tutor gefunden – mein Freund Berndt.

00:06:26: Den hab' ich dann geschrieben als ich die Bäckerei öffnen wollte und so «Hey Bernd!

00:06:30: Ich mache mich selbstständig, kannst du mir paar Tipps geben?

00:06:33: Also mach nichts!».

00:06:34: Ich komm vorbei und den habe ich als allererstes eingestellt, als Mini-Jobber.

00:06:38: Sehr cool!

00:06:39: Und der ist seit, seit Anbeginn mit dabei und hilft mir bedroht und tat es sehr, sehr cool.

00:06:44: Dann war's natürlich ganz klein erstmal alleine angefangen und mein Papa hat noch ein bisschen am Anfang mitgemacht aber das ist dann natürlich auch schnell wieder weg weil er in Göttingen war ja und dann kam irgendwann nach einem halben Jahr die erste Mitarbeiter im Verkauf auch relativ schnell meine erste Auszubildende, weil ich dann irgendwie die Fliegen mir so zu und ich hatte immer Lust auch auszubilden.

00:07:06: Das war immer schon ein Herzenswunsch von mir.

00:07:09: Es fand ich immer schön.

00:07:11: Dann ist es halt so ganz langsam gewachsen mit vielen Phänomen, mit viel ausprobieren.

00:07:15: Ja

00:07:16: genau!

00:07:17: Ich habe gelesen du hast das als Schaubäckerei damals aufgebaut?

00:07:21: Ist das also richtig was ich sage und was bedeutet das?

00:07:26: Also ich hatte irgendwann mal, es gibt ja in der Bio-Szene oder gab es früher, dass die einen AGB treffen.

00:07:34: Das ist allgemein gutes Brot!

00:07:36: Das haben meine Eltern noch ins Leben gerufen und da haben sich alle Biobäckerinnen aus Deutschland dann immer zweimal im Jahr getroffen.

00:07:41: Da war ich als kleiner Bubel ein bisschen damit dabei.

00:07:44: Und da war ich einmal bei Matthias Wolter in Rosenheim und das war relativ spät.

00:07:50: dann kam es halt rein und du hast halt sofort die Bäcker gesehen.

00:07:54: Es konnte gar nicht sehen, war das Verkaufsraum?

00:07:56: War das Backstube?

00:07:58: Und ich war ganz... Ich war total begeistert!

00:08:00: Ich fand es richtig, richtig cool, das Konzept.

00:08:02: Der hatte dann dazu Schaubäckerei gesagt oder was auch immer das war.

00:08:06: Offene

00:08:07: Backstuber oder irgendwas in der Hand?

00:08:08: Offene

00:08:08: backstube wie auch immer man das nennt.

00:08:10: und ich fands immer schon blöd irgendwo ins Industriegebiet zu radeln und da so versteckt zu backen.

00:08:17: Und die Leute im Verkauf haben keine Ahnung von den Bäckern, die Bäcker haben keine ahnung von dem Verkäufern... ...und ich finde es so schön wenn der Kunde reinkommt und fragt und man kann jetzt Bäcker nochmal sagen so Aja aber das ist so und so und Man kann sich noch mal austauschen.

00:08:30: ja die Kunden sind auch mega happy Wenn sie mit einem Bäcker wirklich in Gespräch sind und ich finde du kommst rein du riechst den Geruch einfach Ja.

00:08:38: Ich fand es toll, einfach die Kunden auch.

00:08:40: ich mochte auch schon immer den menschlichen Kontakt.

00:08:43: deswegen wollte ich eigentlich immer auch ein bisschen backen und verkaufen mischen.

00:08:47: Das heißt du machst auch beides tatsächlich?

00:08:49: Du bist gerne in der Backstube aber auch gern dann in der Kundenberatung im Verkauf tatsächlich?

00:08:54: Also ja ich labe auf jeden Fall gerne mit den Kunden Die sind ja genau neben mir Aber ich bin jetzt hauptsächlich in der Backstube und im Büro leider.

00:09:03: Das ist ja immer das...

00:09:04: Bleibt nicht aus als

00:09:06: harte Maß, es ist nervig aber da kann man nichts machen gegen.

00:09:11: Ja okay ihr seid dann aber einmal umgezogen?

00:09:14: Ist das richtig vom Standort?

00:09:15: Wir sind einmal

00:09:16: um gezogen genau vor zwei Jahren.

00:09:20: Wir haben angefangen in so einer ganz süßen Holzhütte die der Holzmarkt aus Polen abgebaut, dahin gepfaschhaft hat und da aufgebaut hat.

00:09:29: Und da sind wir reingegangen.

00:09:30: Es war eigentlich sehr urig, sehr schön!

00:09:33: Aber es waren natürlich auch sehr viel Problematik.

00:09:35: die Fenster haben nicht geschlossen.

00:09:36: das war hygienisch auch nicht perfekt ne?

00:09:40: Die Hygiene will ja immer gerne Neubau also ist alles immer nicht so einfach.

00:09:46: aber es hatte natürlich sehr viel Scham weil wir hatten noch ein bisschen Sitzplätze man konnte sie sitzen und sowas war schon echt sehr süß.

00:09:52: Wir hatten schöne Zeiten da.

00:09:55: Wir hatten dann mit dem Holzmarkt auch im Gespräch gemerkt, dass es schon geil ist wenn die Bäckerei an den Eingang kommt.

00:10:01: Eigentlich alle für uns für den Holzmarkt.

00:10:06: Das ist einfach so eine offene Tür.

00:10:08: Man riecht was man sieht was.

00:10:09: das ist ein Einladung Akku da geht man rein hat schon ne Schnecke in der Hand und genießt das Wasser genau.

00:10:17: Und dann haben wir irgendwann entschieden in dieses Neubauken Beute am Eingang zu kommen.

00:10:22: So ein Holzhaus, ist eigentlich ganz schön so ein rotes Haus.

00:10:25: Jetzt darfst du mir als Allgäuer der ab und zu, der bisher nur zweimal in Berlin war?

00:10:33: Und auch allen anderen die vielleicht nicht aus Berlin kommen oder mit Berlin nicht so viel am Hut haben mal erklären was ist das Setting bei euch da vor Ort?

00:10:41: Was ist der Holzmarkt und was ist da das Besondere?

00:10:44: wo seid ihr da in Berlin?

00:10:46: Also wir sind auf einem ganz besonderen Ort, würde ich jetzt schon mal sagen.

00:10:50: Das ist ein Kreativdorf wie Holzmann sich selber nennt mitten in einem urbanen Gebiet.

00:10:58: also Wir sind umzingelt von ganz vielen Hotels und auch der Amazon Tower ist nicht weit weg.

00:11:06: Also sehr viel Kapitalismus dreht sich um uns rum.

00:11:10: wir sind auch nicht gefeiert davon Aber es ist trotzdem ein schöner Ort, weil er aus der Club-Szene entstanden damals.

00:11:18: Ich schaffe mich so sechs glaube ich.

00:11:21: Die sind auch mittlerweile zweimal umgezogen auf dem Originalstandort und jetzt wieder mit der Bar, da war zwar die Bar, jetzt ist der Holzmarkt, wie gesagt wir haben mit Club Elektromusik angefangen, sind schnell gewachsen, haben dann immer bisschen Essen dazu geholt.

00:11:39: Irgendwann haben sie halt mal gesagt, wir wollen das mal ein bisschen professioneller aufbauen und haben dann die Stiftung Abendbrot aus der Schweiz mit reingeholt.

00:11:48: Und haben dann mit denen zusammen diesen Platz am Spree zwischen Ostbahnhof und Janowitzbrücke gekauft.

00:11:57: Das war eine total spannende Szenerie, weil wie das geklappt hat mit der Politik Ich glaube, es war Brachland von der BSR und dann hatte die Stadt gesagt ja wir wissen auch nicht was wir damit machen sollen.

00:12:14: Wir haben's mal ausgeschrieben und Holzmark hatte sich darauf beworben aber natürlich auch ganz viele Investoren, die natürlich riesige Hochholzer da drauf bauen wollen Und die haben das dann in so einem richtig Filmreifenverfahren und irgendwie noch die letzten Minuten noch eine Million draufgesetzt und haben es für twenty-fünf Millionen gepachtet für neunneinzig Jahre.

00:12:34: Wow!

00:12:34: Das ist schon sehr besonders.

00:12:37: Es gab es, glaube ich auch in der Garnien in England wo du das mal bittitelt.

00:12:41: Weil das sehr selten passiert so ein Filetstück dass alternative Leute einfach so kriegen

00:12:47: und eben nicht die Gelderziehung da zum Opferfeld sag' ich mal?

00:12:49: Ja ja genau ist was schon besonderes und ich finde es ist schön dass sie sich da auch platzieren und auch visuell platziert und einfach etwas Schönes auch kreieren.

00:13:01: also es ist Bund Schon was Schönes.

00:13:05: Und es ist tatsächlich ja sehr zentral in Berlin?

00:13:08: Es ist extrem zentrall, es ist mitten in Mitte.

00:13:10: Ja also am Rand das ist noch Friedrichshain-Kreuzberg aber es ist eigentlich fast am Alex.

00:13:17: Also nächstes Mal wenn ich in Berlin bin dann komme ich den auf den Holzmarkt in dieses Gebiet.

00:13:23: Auf

00:13:24: dem Holzmarkt

00:13:26: und alle Zuhörerinnen, die ist nächste Mal in Berlin Trip planen.

00:13:31: Mal werdet ihr dann vorbeischauen?

00:13:32: In der Backpfeife!

00:13:33: Ihr seid direkt am Eingang vom Holzmarkt.

00:13:35: Genau,

00:13:35: die Goldene Brezel verrät uns.

00:13:38: Sehr gut also goldene Brezeln als Signal einmal abspeichern und dann leckere Backwaren kaufen.

00:13:46: Und da sind wir dann schon jetzt beim Punkt was gibt es bei euch bei der Backpfiefe?

00:13:50: Habt ihr ein klassisches Vollsortiment oder habt ihr euch auf irgendwas spezialisiert?

00:13:55: Nein, wir haben kein Klassisches.

00:13:56: Also was heißt Vollsorte mit?

00:13:58: Ich glaube mittlerweile jede neu gegründete Bäckerei hat ihr Sortiment glaube ich mindestens um die Hälfte gekürzt wie andere Normalbäckereien weil du brauchst einfach nicht das Kirmeskernbrot und die Kirmenskern brötchen im Dreieck und im Vierreck rund und länglich und so.

00:14:15: dass ist alles.

00:14:16: Das ist alles mal entstanden durch Kundenwünsche oder durch Ideen und dann wurde aber kein altes Produkt wieder rausgenommen, sondern es war alles drinnen.

00:14:24: Und irgendwann verhasst du dich mit Millionen Produkten!

00:14:28: Deswegen haben wir drei- vier feste Brote sorgten haben wir ein Weizenhellisbrot das unser Hausbrot, einen Roggenvollkorn, einen Dinkelvollkohren Ein Kartoffel Dinkel, dass ist aus dem Monatsbrot drin geblieben.

00:14:41: Dann konnten wir uns nicht gegen wehren.

00:14:43: Es ist anscheinend beliebt gewesen Ja, und dann haben wir ein Monatsbrot.

00:14:46: Das darf ich nicht mehr sagen weil wir das nicht schaffen.

00:14:53: Dann haben wir Brötchen ganz normal.

00:14:55: Ein paar Spritzellen-Laugenbrötchen für die Touristen, die lieben das... Wir haben ja auch eine Kita auf dem Platz, die Lieben das auch.

00:15:03: Wir haben so Zimtabwischnecken.

00:15:06: Mein Papa hat mir gesagt, ich muss sie unbedingt machen!

00:15:09: Jetzt habe ich glaube schon über eine Million davon gerollt.

00:15:12: Ja, das sind ganz lecker habe ich gehört.

00:15:16: Macht dir Spaß die zu rollen?

00:15:19: Also es kommt drauf an.

00:15:21: also wenn man zu viele macht irgendwann nervts aber es macht eigentlich immer noch Spaß.

00:15:25: Das ist ja das Absurde.

00:15:26: also Teig anfassen ist einfaches wird nicht alt Es macht immer noch spaß es ist immer noch geil.

00:15:32: Ich verbringe wirklich auch viel Zeit in den Knie da zu gucken und mit dem teig anzugucken.

00:15:37: Das is schon immer eine faszinierende Geschichte.

00:15:41: Ja, das ist so.

00:15:42: Und dann haben wir doch so gegrillte Sandwiches die wir mit unserem Hausbrot machen.

00:15:46: Die sind sehr beliebt.

00:15:47: Okay,

00:15:47: als Mittagssnack oder so zum Beispiel?

00:15:49: Genau!

00:15:50: Als Snacks ist es sehr beliebbar.

00:15:52: Hast du ein Lieblingsprodukt?

00:15:56: Es schwankt doch immer sehr.

00:15:57: Ich glaube momentan ist unser Monatsbrot so ein Haselnuss-Brot.

00:16:01: Das ist sehr lecker.

00:16:03: Kann ich mir gut vorstellen.

00:16:05: Kann man machen.

00:16:06: Cool,

00:16:07: werde ich auschecken nächstes Mal.

00:16:11: Manche sitzen den ganzen Tag in Meetings, andere bauen die Welt.

00:16:16: Bosch Professional hat Werkzeuge für echte Profis – für die, die früh anfangen, schnell startklar sind und einfach anpacken!

00:16:25: Vom Achtzehn-Wollsystem für volle Power ohne Kabel bis zu Zubehör- und Messgeräten, die Zeitsparen und Risiken minimieren.

00:16:35: Werkzeuge, die selbst härteste Bedingungen und ein ganzes Berufsleben voller Action überstehen.

00:16:42: Weniger Stillstand, mehr Einsatz!

00:16:44: Weniger Reden, mehr machen!

00:16:53: What is?

00:16:53: Wir haben ja den Grund warum wir miteinander jetzt hier auch podcasten.

00:16:59: eigentlich lohnt sich es immer über dieses Thema zu sprechen.

00:17:02: Wir haben uns als Thema Inklusion heute ein bisschen mit auf den Zettel geschrieben.

00:17:07: Aus dem Grund, ihr seid vor ein paar Wochen bei der Zukunft Handwerk in Berlin mit dem Inklusionspreis ausgezeichnet worden von der IKKA-Klassik.

00:17:16: die Handwerksunion und die Unternehmerfrauen im Handwerk sind da auch noch mit dabei und du wurdest im Jahr zwei Tausend

00:17:28: Fünfundzwanzig schon mit

00:17:29: dem Ja, also zu einer Auszeichnung gratuliert man.

00:17:32: Ich sage auch herzlichen Glückwunsch dazu.

00:17:34: Vielen Dank!

00:17:35: Das nutzen wir jetzt als Aufhänger um über dieses Thema zu sprechen.

00:17:39: Du hast einen Kollegen... Jetzt muss ich es richtig aussprechen?

00:17:43: Wael bei dir?

00:17:45: Äh

00:17:45: ja, ja.

00:17:46: Ja korrigier

00:17:47: mich gerne.

00:17:47: Würden wir sagen.. Ich hatte das mal nachgefragt weil er ist ja wie du sagst gehörlos und wir wissen ja nicht wie man seinen Namen ausspricht weil er hat uns ja noch nie gesagt

00:17:59: Da sind wir jetzt schon genau im Thema drin.

00:18:01: Es ist

00:18:02: total spannend und er kommt ja aus Tunesien ursprünglich, und wir haben auch einen Mitarbeiter vom Holzmarkt der auch aus Tuneasen kam und ich hatte ihn mal gefragt Malik wie heißt nicht spricht man den Name eigentlich aus?

00:18:13: Und wir haben alle Wael gesagt und ich glaube es wird Wael gesagt.

00:18:16: Okay also Wael is gehörlos du hast sie schon erwähnt und er hat finde ich besonders schön bei dir die Ausbildung gemacht Und auch dann die Gesellenprüfung bestanden, ist YL immer noch bei dir im Team?

00:18:32: Es ist immer noch im Team.

00:18:33: Wir haben heute zusammen gearbeitet!

00:18:35: Sehr cool!

00:18:36: Wie kam es dazu, dass YL bei dir in der Backpfeife seine Ausbildung gestartet hat?

00:18:42: Ja, spannende Sache.

00:18:44: also das hat ganz gut geklappt weil wir hatten gerade unseren einen auszubildenden Ausgelernt.

00:18:49: Der wollte dann wo auch immer hin Tim.

00:18:54: Und auf dem Holzmarkt gab's damals, ich glaub' es jetzt vier Jahre her oder fünf.

00:18:58: Lass mich lügen, zwanzig-einzwanzig war das.

00:19:03: Gabs noch die Firma UMA Geben BH.

00:19:07: Das war eine Inklusionsfirma, die Menschen mit Beeinträchtigung und Behinderungen eingestellt hatten und die haben da sauber gemacht und den Tatz aufgeräumt und was auch immer.

00:19:19: Und die waren ziemlich cool, mit denen haben wir viel gequatscht immer.

00:19:22: Mit dem Inhaber Olli und sie kamen mal irgendwann auf mich zu und haben gesagt so hier einer meiner Mitarbeiter der hat früher auch immer gerne was mit Teig gemacht er würde gerne mal eine Ausbildung machen aber der ist gehörlos.

00:19:39: und da habe ich ein bisschen darüber nachgedacht und dachte ja es bestimmt auch anstrengend Aber ich war mir da ein bisschen unsicher, ich kannte ihn auch nicht und so.

00:19:50: Und dann haben wir uns kennengelernt... ...und dann war für mich klar der ist einfach nett!

00:19:54: Der ist immer nett, der ist super sympathisch und... Dann habe ich das eigentlich relativ schnell entschieden obwohl ich jetzt gar nichts so krass über diese Hürden nachgedacht hatte jetzt.

00:20:03: Ich habe gedacht er hat wird schon irgendwie.

00:20:06: Ja.

00:20:06: Okay.

00:20:07: Und ja, haben wir angefangen.

00:20:09: Konntest du schon Gebärdensprache sprechen?

00:20:15: Wusstest du, wie das funktioniert?

00:20:16: Nee.

00:20:16: Oder hast du das dann erst gelernt?

00:20:19: Ich hatte gar keine Ahnung.

00:20:20: Also zero!

00:20:22: Okay, dann frage ich mich... Das ist jetzt vielleicht eine ganz plumpe Frage aber laufst mir Wie lernst Du oder wie hast Du Wael einen gehörlosen Kennen gelernt?

00:20:35: Ja, wie habt ihr euch verständigt am Anfang?

00:20:38: Du musst verstehen, weil es ein sehr offener Mensch Und ich glaube auf dem Platz haben wenige gemerkt, dass er überhaupt gehörlos ist.

00:20:47: Also wenn man ihn jetzt gesehen hat wie er da gearbeitet hat man so hallo und dann hat er es gesehen und hat auch gewunken und so Daumen hoch und so.

00:20:54: Er hat gar nicht so richtig gemerkt.

00:20:56: Der hat mich gar nicht gehört aber der hat ein bisschen aus der Geste einfach versteht einfach sehr gut Körpersprache.

00:21:04: das erfasst das sehr gut auf.

00:21:06: natürlich ist irgendwo eine Grenze erreicht und wir haben natürlich Eigentlich, wir haben ins Meer geschrieben.

00:21:14: Wir haben Pantomime gemacht und er hat mir einfach Stück für Stück... Ja das ist einfach gezeigt.

00:21:21: Er hat einfach gesagt so ja dass es Wasser, dass es Mehl, ne?

00:21:25: Das ist kalt, das is Kühlehaus.

00:21:29: Das haben wir halt alles so.

00:21:29: Schritt für Schritt haben wir diese Wörter gelernt.

00:21:32: dann hast du halt so eine Babysprache entwickelt

00:21:35: Ich-Kühlhaushäfe

00:21:36: hoch Teig jetzt schnell fertig.

00:21:41: Das ist ein bisschen, reden wir immer noch so.

00:21:44: Es ist natürlich jetzt besser geworden und flüssiger aber am Anfang haben wir uns einfach mit signal also mit prägnanten Wörtern verständigt.

00:21:56: das haben wir glaube ich fast zwei Monate gemacht oder drei bis ich endlich es geschafft habe irgend einen Dolmetscher zu organisieren oder eine Förderung zu organisiert.

00:22:04: Wir hatten zum Glück eine Einzelfallhelferin, die ihn begleitet hat.

00:22:10: Das war die Katharina Schnee und sie hat sehr viel geholfen.

00:22:14: Die war dann am Anfang auch mit dabei.

00:22:16: Sie hat uns geholft, diesen ganzen Vertrag zu machen.

00:22:20: Und die Anträge bei der Handwerkskammer haben wir uns auch sehr viel geholt.

00:22:25: Inklusions der Arbeitgeber-Service von der Arbeitsagentur Frau Kirschbaum, die hat uns auch viel gehofft.

00:22:32: Also wir haben sehr viele Hilfe gehabt!

00:22:34: Das war auch sehr wichtig, weil du schaffst es in der... Du arbeitest ja.

00:22:37: Du hast da gar keine Zeit für diese ganze Scheiße nebenher!

00:22:40: Ja also ich finde das schon ne... Also eine sehr große Leistung.

00:22:46: dann als kleiner Betrieb mit begrenzten Kapazitäten sag' ich mal Dann die Herausforderungen noch zu bewältigen und diese Hürden dann zu nehmen.

00:22:59: Und er hat bei dir das Bäckerhandwerk gelernt.

00:23:04: Wie hat das funktioniert in der Ausbildung, auch mit der Schule?

00:23:07: Auch das stelle ich mir herausfordernd vor.

00:23:10: Die Schule war ... Habt ihr da

00:23:11: auch mit Dolmetschern arbeiten können?

00:23:13: ging es?

00:23:13: Ja!

00:23:14: Das ist ja das Gute dass du kriegst.

00:23:17: also der Arbeits... Ich glaube so auch das Arbeitsamt die stellen dir einen Dolmatcher zur Verfügung.

00:23:24: Das geht über andere Vereine, ich weiß jetzt nicht genau und die gehen mit ihm zusammen dann in die Schule.

00:23:33: Also die machen quasi mit ihm die Ausbildung.

00:23:35: das total spannend.

00:23:37: Und wir haben uns dann einmal in der Woche immer getroffen, also wir hatten immer einmal in einer Woche ein Däumetscher bei uns und mit Weyl und dann haben wir immer bisschen über die Schule gesprochen, haben wir überlegt so okay hast du es verstanden?

00:23:52: Nein du hast gar nichts verstanden.

00:23:53: ah ok ich muss jetzt noch mal erklären weil er kriegt natürlich Zettel vorgelegt Die müssen den erst mal übersetzen, da ist aber der Lehrer schon ein bisschen weiter.

00:24:04: Ich verstehe das manchmal auch.

00:24:05: Inklusion ist leicht gesagt es ist sehr schwer umgesetzt in der Schule.

00:24:09: die Lehrer haben dann natürlich auch die anderen Schüler, die müssen

00:24:13: andere Sachen erfüllen klar!

00:24:14: Die haben ja auch andere Arbeit, die haben natürlich auch keinen Bock da jetzt auf dem zu warten oder da und deswegen isst's sehr viel fein.

00:24:22: Ja, ist auch schwierig.

00:24:25: Deswegen ist sehr viel Feingefühl auch von der Dolmetscherin, oder beziehungsweise er war es gar keine Dolmitscherin.

00:24:30: Es war eine Lehrerin die Gebärdensprache beherrscht hat und das war sehr gut.

00:24:36: Wir hatten am Anfang eine, die war ein bisschen zu alt für Waell.

00:24:39: Die haben sich nicht so gut verstanden und er war sehr unglücklich weil sie hatte ... sagen wir mal ein bisschen sehr alte Sprache.

00:24:47: Sie war sehr langsam Und das war, da war es auch noch Corona.

00:24:52: Es war wirklich nicht so einfach.

00:24:54: Ja dann mussten die eine Maske tragen und aber sie haben halt gesagt wir müssen das Mundbild sehen weil sonst verstehe ich die nicht.

00:25:02: Weil du kannst Zucker und Salz ist halt die gleiche.

00:25:05: Genau

00:25:07: das Gleiche.

00:25:08: ja wie willst du's sehen wenn du ne Maska

00:25:11: hast?

00:25:13: Also es macht es halt nicht einfacher.

00:25:15: und dann hatten wir den Nora Und die war wirklich klasse.

00:25:19: Die hat uns wirklich mit da durchgezogen, sie hat mit den Lehrern gekämpft.

00:25:25: Das hat mir sehr viel von der Formalz gehalten.

00:25:28: Also, die hat sehr viel was so schulisch... Die haben sich Sonntags immer noch mal hingesetzt und Mathe gebuffelt!

00:25:36: Also wir haben, ich glaube es war wirklich eine Team Effort.

00:25:40: Ja und dann auch die Teamleistung, den Gesellenbrief dann.

00:25:44: Wir waren alle sehr froh und alle Deumitschern.

00:25:47: Wir sind dann essen gegangen, das war total... Es war sehr erleichternd.

00:25:52: Glaub' ich.

00:25:53: Aber sehr cool!

00:25:55: Was war denn so die größte Höride?

00:25:58: oder was würdest du dir wünschen?

00:26:00: Wo?

00:26:01: gibt's Verbesserungspotenzial.

00:26:04: Wir werden über das Potenzial von Inklusion im Handwerk, da sprechen wir gleich drüber aber bei dir persönlich was hättest du dir gewünscht?

00:26:12: Was hätte die Beste sein können?

00:26:14: Ja ich glaube also ich bin... Ich will jetzt gar nicht so krass halten oder so.

00:26:21: Nee, gar nicht!

00:26:22: Ich

00:26:23: bin schon relativ froh dass wir so viele Hilfen hatten.

00:26:28: Ausbildungslohn wurde übernommen und wir haben halt viele Hilfen bekommen, er hat ja auch eine Begleitung in der Schule.

00:26:34: Natürlich ist es was Inklusion natürlich auch schwierig macht sind die ganzen Gewerke untereinander.

00:26:40: Die Innung muss gebrieft werden, die Prüfung muss irgendwie auch darauf passend gemacht werden Es muss ein Ausgleichsnachteil gewährt werden Und da muss man immer viel erzählen und viel wieder aufklären.

00:26:57: Und ich glaube, das was wir jetzt machen dieser Aufklärung dieses so Bewusstsein zu entwickeln dass es Menschen gibt die wirklich ein Problem haben und die einfach diese Prüfungen nicht so einfach schaffen würden oder die Ausbildung ohne Unterstützung.

00:27:13: Das ist glaube ich einfach wichtig, dass da noch mehr aufgeklärt wird in Schulen und dass es einfach da ein offeneres Ohr dafür ist und nicht so aha.

00:27:23: ja jetzt müsste ich mich darum noch kümmern genau

00:27:27: Also es gibt keine standardisierten Prozesse für gehörlose Azubis.

00:27:32: Ich glaube, das ist natürlich am Ende alles nicht so einfach.

00:27:35: Vielleicht kann man noch sagen, dass man eine gehörlohse Schule entwickelt oder was auch immer... Aber es gibt sogar eine Ausbildungsschule in Essen und da hatten wir auch überlegt, schicken wir ihn dahin!

00:27:48: Da hat er gesagt, ich will dich dafür zu viel gelästert!

00:27:54: Ja, was willst du machen?

00:27:55: Du hast ja auch immer noch einen Menschen da der auch noch Entscheidungen hat.

00:27:59: Selbstverständlich!

00:28:00: Es ist so viel, das ist mal schwierig.

00:28:02: Okay, aber Weil war dann in Berlin und konnte da die Schule besuchen,

00:28:09: die Ausbildung

00:28:09: machen... Wie groß ist dein Team denn mittlerweile in der Backpfeife?

00:28:15: Wir haben sechs Teilzeitmitbearbeiter im Verkauf.

00:28:21: Im Sommer wird es mehr, im Winter ein bisschen weniger.

00:28:24: Es schwankt ein bisschen.

00:28:26: Wir sind zu dritt in der Backstube.

00:28:28: Wir haben Pascal aus dem Verkaufe in die Backstubbe gezogen und er macht jetzt die Ausbildung gerade.

00:28:35: Er lernt sehr viel von Welle.

00:28:36: Das ist sehr süß.

00:28:37: Welle macht die Back-Stuben-Leitung.

00:28:39: Und ich bin als Chef, mal mal punktuell komme ich rein und schrei rum!

00:28:45: Ist ja auch geil da.

00:28:48: Das ist ja auch cool.

00:28:49: Dann übernimmt OAL jetzt tatsächlich so ein bisschen die Ausbilderrolle, also klar du bist immer noch Head-of klar aber OAL gibt dann seinen Wissen aktiv weiter an die jetzigen Azubis.

00:29:02: Ja und er kann das sehr gut!

00:29:03: Er ist sehr geduldiger Mensch.

00:29:06: man muss das immer loben dass es erstaunlich auch wie geduldig er mit uns war mit der Gebärdensprache.

00:29:12: Nächsten habe ich's wieder vergessen.

00:29:13: da war ich im Urlaub hab alles wieder vergessen.

00:29:14: wir fangen wieder von vorne an.

00:29:16: Er muss ja bei jedem Mitarbeiter immer wieder neu alles immer erzählen und euch auch beibringen.

00:29:24: Es ist schon erstaunlich, aber er kann das und er ist sehr geduldig macht es gerne.

00:29:28: Das

00:29:28: heißt aber auch jeder aus deinem Team kann in gewisser Art und Weise Gebärdensprache.

00:29:33: Genau, in gewisse Art und Weiße.

00:29:34: Ich finde

00:29:34: uns mittlerweile zu Recht.

00:29:36: Also ich glaube die Kommunikation funktioniert ganz gut.

00:29:38: manche können's mehr, manche könnts weniger.

00:29:41: Ja, also manche haben auch weniger Berührungspunkte.

00:29:44: Manche machen halt nur die Spätschicht und weil es nur in der Frühschicht ja da passiert halt leider dann auch nicht so viel Austausch klar.

00:29:51: Dann werden wir irgendwie ein Team-Event haben, dann lernt man wieder ein paar Wörter aber wenn du nicht das jeden Tag benutzt ist sehr schnell auch wieder weg.

00:30:02: Gibt's denn tatsächlich so backer spezifische Gebärdensprache?

00:30:07: oder speziellen Worte, die ihr lernen musst.

00:30:12: Habt ihr irgendwas ausgedacht?

00:30:13: Wir haben uns was aus.

00:30:14: Wir haben schon eine eigene Sprache entwickelt auf jeden Fall.

00:30:17: Weil ich meine wir haben ja zum Beispiel Gluten wussten sie auch nicht richtig und dann machen die halt Nudeln also die Gebärde weil jetzt auch so strenge sind.

00:30:26: Ja es ist manchmal ein bisschen schwierig, weil ich habe mal gehört... Ich weiß nicht genau ob das stimmt aber die Gebärtensprache wurde einfach für das einfache Volk entwickelt und die haben nie wirklich, die wurde nie wirklich weiterentwickelt.

00:30:40: Also es ist ganz... Es kommt jetzt erst fangen wir an Fachwörter zu machen und so.

00:30:46: Das kommt alles jetzt dazu aber das gab's halt damals nicht.

00:30:49: deswegen sind halt ganz schnell so chemische Begriffe ganz schwierig Und dann muss man sich darauf was einigen.

00:30:56: also für uns im unserem Team ist das völlig okay Aber es versteht natürlich jetzt kein

00:31:02: anderer.

00:31:02: Vielleicht könnt ihr da aber ja wie so ein Duden oder so einen Übersetzungs-Württemberg mal erfinden.

00:31:07: Und könnt da mal eure Begriffe für Sauerteig, für Brezel und soweit einfach verdeutlichen.

00:31:14: Ja irgendwo muss man anfangen.

00:31:15: Wo müssen wir anfangen?

00:31:16: Da hast du recht!

00:31:19: Also da wirklich eine super schöne Geschichte, ne beispielhafte Geschichte die Inklusion dann tatsächlich auch funktionieren kann und das ist ja das was von solchen Preisen von solchen Auszeichnungen immer ausgeht.

00:31:33: Ja, also an sich ist dieses Thema Inklusion im Handwerk ein Thema über das wir sprechen müssen weil da liegt so viel Potenzial drin.

00:31:43: ich habe da mit der Katja Lilo Melde die du ja auch kennst auch schon länger mal drüber gesprochen.

00:31:49: sie hat glaube ich auch einen oder zwei Gehörlose in ihrem Team und Wir hatten es damals auch schon wie viele Möglichkeiten eigentlich liegen gelassen werden.

00:32:00: Wir sprechen ganz viel über den Bedarf an Fachkräften, an neuen Auszubildenden und Nachwuchskräften fürs Handwerk.

00:32:07: Was meinst denn du aus deiner praktischen Sicht raus?

00:32:11: Wie viel Potenzial liegt da aktuell noch ungenutzt?

00:32:17: Werden möglich im Handwerk?

00:32:18: Ja ich glaube sehr viel weil wir haben jetzt ein gutes Beispiel.

00:32:22: Wir haben letztens eine gehörlose Praktikantin gehabt Und ich hatte das gleiche Gefühl, die haben eine wahnsinnig gute Auffassungsgabe.

00:32:36: Wenn du ihnen was zeigst... Ein-zwei Mal haben sie das verstanden!

00:32:43: Die nehmen diese Info einfach, weil sie müssen es ja über die visuelle Form aufnehmen und die verstehen das viel mehr.

00:32:52: Wenn man sich jemandem anderen zeigt, dann wird erst mal so, ich habe ein bisschen zugehört aber eigentlich nicht wirklich hingeguckt Das dauert einfach, also die haben wirklich eine wirklich schnelle Auffassungsgabe und du hast... Also wenn in der Bäckerei brauchst du ja nicht wahnsinnig viel Kommunikation.

00:33:09: Viel ist ja.

00:33:11: wie fühlt sich der Teig an?

00:33:14: Wie viel Wasser braucht

00:33:18: er?

00:33:19: Es ist super haptisch!

00:33:21: Und ich glaube das ist der ideale Beruf Ganz easy und da liegt glaube ich sehr viel.

00:33:28: Ich glaub, dass sie nicht sehr viel Angst in der Luft das hatte weil mir auch mal erzählt Dass viele sich auch nicht trauen auf so hörende Betriebe zuzugehen und zu sagen hey hier ich bin.

00:33:40: Deswegen ist es ja ich hatte auch noch nie eine Berührung als kam jetzt er auch noch keiner zu mir gesagt so ey Bildest du aus oder nicht?

00:33:47: Ja

00:33:48: deswegen muss man natürlich auch das ist ja auch das Schöne Man zeigt das man man zeigt wie's geht und so.

00:33:53: Es ist machbar wenn beide da Bock drauf haben.

00:33:59: Hast du irgendwelche Tipps für Unternehmen, die vielleicht auch erst mal mit Vorurteilen oder mit der Sorge vielleicht am Anfang konfrontiert sind und sich denken ist zu viel Arbeit?

00:34:16: Die Hürden sind zu groß für mich... Du hast einfach gesagt, du machst es jetzt!

00:34:23: Dann erst im Prozess gemerkt, was bedeutet das jetzt alles?

00:34:27: Ich weiß nicht wie schaffen wir es im Handwerk dass dieses Thema Inklusion.

00:34:32: Mehr auf die Liste kommt ein bisschen höher gerankt wird?

00:34:35: ja

00:34:36: ich glaube ist es ja auch schon.

00:34:37: durch die Preise ist es schon auch sehr im Fokus.

00:34:40: auch etwas voll schönes dass jetzt der inklusionspreis in wirklichem Handwerk auch existiert ist auch fast total mega geiles.

00:34:48: Das gibt ja noch mal so eine, das muss einfach...

00:34:51: Man braucht Beispiele.

00:34:52: Ja, man braucht Bespiele.

00:34:54: Man

00:34:54: muss zeigen es funktioniert.

00:34:55: Genau!

00:34:55: Das ist glaube ich total wichtig.

00:34:59: Aber irgendwas Konkretes so schwierig aufzuschwierig jetzt rauszuhauen?

00:35:05: Aber

00:35:05: du meinst jetzt was sich anderen Betrieben empfehlen würde?

00:35:08: Ja,

00:35:09: die gleich

00:35:10: diesen Thema offen gegenüberstehen aber noch keine Ansatzpunkte haben.

00:35:15: Ja, ich glaube keine Angst ist auf jeden Fall das Wichtigste.

00:35:17: Also wenn Leute auf einen zukommen mit offenen Herzen erstmal sie annehmen und auf jeden fallen Praktikum zu geben also erst mal überhaupt reinholen gucken hey funktioniert das überhaupt?

00:35:29: Das machst du ja sowieso.

00:35:30: Funktioniert die Chemie zwischen uns.

00:35:32: Ich meine Du kannst ja auch ein Gehörlosen haben oder jemand der Beeinträchtigung hat oder bei noch Da Stückt die Chemien nicht dann würde ich den auch nicht ausbilden weil dass da Quetzel dich ja man quetschen ja beides.

00:35:43: Und genau.

00:35:46: und ich glaube in diesem Trial, also in dieser Ausprobierzeit kann man es einfach ganz einfach merken.

00:35:54: Wir können wunderbar miteinander arbeiten alles andere schaffen wir schon irgendwie.

00:36:00: Ich glaube ohne Angst ranzugehen ist das wichtigste.

00:36:04: Das war für mich natürlich auch der springende Punkt.

00:36:06: ich hatte keine Ahnung komm ran let's do it.

00:36:09: ah Scheiße wird doch anstrengend gewesen

00:36:15: Aber es lohnt sich ja dann.

00:36:16: Es ist

00:36:16: wie gesagt, es lohnet sich.

00:36:17: Du hast einen sehr royalen Menschen an deiner Seite.

00:36:22: Und das Beispiel mit der Praktikantin, dass du gerade noch erzählt hast?

00:36:26: Das ist mehr oder weniger kein Selbstläufer.

00:36:31: aber es fehlt einem natürlich deutlich einfacher weitere Personen mit der Behinderung einzustellen oder zumindest ins Team aufzunehmen, wenn es schon jemanden gibt, der eine körperliche Einschreckung hat.

00:36:43: Genau und vor allem auch der Verein Unheurte ist ja auf uns zugekommen und hat gesagt, hey habt ihr Lust einen Praktikanten zu nehmen?

00:36:50: Weil die genau wussten, bei euch ist ein einfacher Einstieg...

00:36:54: Ja voll!

00:36:55: Die

00:36:55: Person hat ja auch Angst und sie weiß so ich kann mich da ein bisschen verständigen.

00:37:01: Das ist schon, ich glaube das ist auf beider Seite noch ein bisschen Unsicherheit.

00:37:08: Wir versuchen diese Unsicherkeit ein bisschen abzubauen und das ist ja auch das, was wir jetzt mit unserem Podcast auch wollen da deine Geschichte zu erzählen und die Geschichte von YL zu erzähln wie es in der Praxis laufen kann.

00:37:23: Mattis, wir gehen auf die Zielgerade!

00:37:26: Wir haben in unserem Podcast immer noch so ein paar Abschlussfragen, die wir allen unseren Gästen stellen, die ich dir gerne auch stellen werde... Die erste Frage Mit wem würdest du gerne mal tauschen, wenn du mal die Möglichkeit hast für den Tag in ein anderes Leben reinzuschauen?

00:37:44: In einem anderen Beruf.

00:37:45: In eine andere Welt sag ich mal!

00:37:49: Mit wemen würdest Du gerne mal

00:37:50: Tauschen?

00:37:50: Tolle Frage, tolle Frage habe ich mir schon ganz oft geträumt dass man das machen kann.

00:37:57: Instrumentenbau mega geil.

00:37:59: Ich hätte tausend Sachen, keine Ahnung.

00:38:02: Es geht somit mal sehr schönes Handwerk ja?

00:38:04: Ultra

00:38:05: geil!

00:38:05: Ich liebe ja Holz weil das ist genau das Gegenteil von mir.

00:38:09: Weil du kannst das Holz einfach bearbeiten lässt es liegen gehst nach Hause und morgen ist immer noch da.

00:38:16: Der Teig

00:38:17: läuft weg.

00:38:19: Das ist so nervig manchmal Und das ist schon was Schönes.

00:38:23: Das war Schöne schönes.

00:38:25: ich würde gerne ja keine Musiker fände Ich auch total toll.

00:38:30: Ja IT, keine Ahnung.

00:38:32: es gibt viele.

00:38:33: ich bin sehr facettenreich.

00:38:35: Was was so Interessen betrifft

00:38:37: okay cool vielleicht kannst Du ja mal das eine oder andere Praktika irgendwo machen.

00:38:41: auf jeden Fall das mache ich immer gerne.

00:38:44: Mates nächste frage was bedeutet für dich Handwerk?

00:38:50: Handwerk bedeutet für mich, glaube ich, Gefühle.

00:38:53: Gefühlen, sehen, schmecken, tasten Sachen mit den Handmachen etwas schaffen, etwas zu sehen was man geschafft hat ist was tolles ja

00:39:05: sehr schön.

00:39:06: dritte Frage wenn du eine Sache im handwerk sofort ändern könntest was wäre es?

00:39:14: Ich glaube ich würde gerne die wirtschaft rausnehmen.

00:39:19: Ich hasse Wirtschaft, ich hasse es mich mit Geld zu befassen.

00:39:23: Über Preise nachdenken zu müssen und viel Geld nehmen zu müssen für Sachen die jeden glücklich machen müssten.

00:39:31: Ich

00:39:31: würde es lieben

00:39:32: ins Tauschgeschäft zu gehen.

00:39:34: Das wäre schon was Schönes aber nicht nur im Handwerk.

00:39:40: Also ein bisschen back to the roots.

00:39:44: Ich fände es toll, weil ich weiß nicht was sich sonst am Handwerk ändern würde.

00:39:48: Ich glaube mir Herz braucht man nicht.

00:39:50: Es kommt auf die Menschen drauf an.

00:39:54: Mathe, ich habe zum Abschluss noch vier kurze Begriffe mit der Bitte auch kurz und knapp darauf zu antworten.

00:40:00: Erste Begriff?

00:40:01: Was ist für dich Heimat?

00:40:05: Scheiße!

00:40:06: Gutes Gefühl.

00:40:09: Hast du irgendein Vorbild?

00:40:14: Mein Papa.

00:40:16: Was ist für dich Glück?

00:40:17: Ähm, Glück... Was für mich Glück?

00:40:27: Scheiße!

00:40:28: Du kannst ja auch kurz nachdenken, das ist kein Problem.

00:40:31: Also Glück ist für mich was zu tun haben und Erfüllung darin zu finden.

00:40:40: Sehr schön.

00:40:41: Letzte Begriff Hast du irgendeinen Motto?

00:40:45: Motto ist glaube ich Herzlichkeit.

00:40:49: Sehr schön.

00:40:50: Mattis in diesem Sinne, ich wünsche dir ganz viel Herzlichkeit weiterhin für die Backpfeife!

00:40:56: Ich schreib's mir auf meine Liste wenn ich nächstes Mal in Berlin bin.

00:41:00: Dann komm' ich vorbei und halt ihr Ausschau nach der Goldenen Brezel Auf dem Holzmarkt in Berlin.

00:41:10: Mattes, ganz herzlichen Dank dir und alles Gute weiterhin für dich und dein Team in Berlin.

00:41:17: Vielen Dank

00:41:18: Mach's gut.

00:41:19: Ciao, ciao!

00:41:21: Das

00:41:21: war es mit Handwerk

00:41:44: Erleben.

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