#181 Michael Schmidt, warum sind runde Bauteile für Spengler eine echte Herausforderung? (Wdh.)
Shownotes
Info: Diese Folge wurde erstmalig im September 2025 ausgestrahlt.
Ausgezeichnetes Handwerk made in Landsberg am Lech!
In dieser Folge besucht Max Herrmannsdörfer die Firma Krehle, die mit ihren runden Blechprofilen deutschlandweit Maßstäbe setzt. Krehle ist nicht nur ein Spezialbetrieb für Spengler und Dachdecker, sondern wurde auch als erstes Handwerksunternehmen überhaupt mit dem Preis „ZIM-Handwerksprojekt des Jahres“ ausgezeichnet.
Zu Gast ist Michael Schmidt, Spenglermeister und verantwortlich für die Technische Beratung und den Einkauf bei Krehle. Im Gespräch erzählt er, wie aus einer klassischen Spenglerei ein hochspezialisierter Betrieb wurde, der Tradition und Innovation verbindet – und warum runde Bauteile in der Praxis oftmals echte Kopfschmerzen bereiten. Gleichzeitig wird klar, wie viel Know-how, Leidenschaft und Forschergeist im Handwerk steckt.
Von runden Fensterblechen bis hin zu komplexen Fassadenelementen für internationale Bauprojekte: Krehle zeigt, dass Handwerk und Hightech perfekt zusammenpassen – und dass Innovationen im Handwerk weit mehr sind als Schlagworte.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo!
00:00:00: Wir sind gerade in einer kurzen Sommerpause, damit ihr aber nicht auf unseren Podcast verzichten müsst.
00:00:05: Habe ich für euch eine Folge aus September twenty-fünfundzwanzig rausgesucht?
00:00:10: Ich war damals bei der Firma Grele in Landsberg am Lech ein extrem spannender Handwerksbetrieb, das sich auf runde Bauteile spezialisiert hat.
00:00:19: Was Grele sonst noch alles fertigt, hört ihr jetzt von Handwerk erleben.
00:00:25: Ich wünsche euch viel Spaß!
00:00:30: der Podcast mit den spannendsten Geschichten aus dem Handwerk und darüber hinaus.
00:01:00: Hallo und herzlich willkommen, Michael.
00:01:02: Hallo Max!
00:01:03: Michael, magst du einmal kurz erklären wo genau sind wir hier?
00:01:07: Wo befinden wir uns gerade?
00:01:09: Genau also im Moment sind wir in unserem kleinen Besprechungsraum.
00:01:12: Hier finden wir Kundengespräche Beratungen und ja...
00:01:16: Das heißt hier wo wir beide sitzen werden normalerweise Zeichnungen besprochen Planungen gemacht etc.. Genau,
00:01:23: Ausführungen besprochen Details skizziert.
00:01:25: hier entstehen oft aus der Ideen raus.
00:01:27: Erste Lösungsansätze die dann später halt ausgeführt werden.
00:01:31: Wir zoomen mal ein bisschen raus.
00:01:32: wenn wir mal vor die Tür schauen dann steht groß und breit Kräle an der Tür und an der Wand.
00:01:39: was macht Kräli genau?
00:01:40: Krälie ist im Prinzip eine Spänglerei die sich darauf spezialisiert hat runde Blechprofile herzustellen.
00:01:46: Spengler klassisch als gerades Bauteil herstellt, haben wir uns spezialisiert diese Bauteile in runder Ausführungen zu produzieren.
00:01:54: Okay also das ist wirklich die Besonderheit.
00:01:55: ihr macht Rundebauteile?
00:01:57: Genau!
00:01:57: Wir gehen da gleich näher drauf ein und schauen was ist so besonders daran?
00:02:01: und was macht dann dieses Spengeler Handwerk bei euch auch so besonders davor?
00:02:06: damit ich dich besser kennenlernen, damit dich unsere Zuhörerinnen besser kennen lernen?
00:02:10: sagt doch gerne mal ein paar Worte zu dir.
00:02:12: Okay, also.
00:02:14: Auf die schwierigste Frage?
00:02:15: Ja
00:02:16: auf jeden Fall!
00:02:17: Ich bin seit achtundneunzig im Handwerk habe die Ausbildung gemacht und war am ersten Lehrjahr Gaswasser Installateur.
00:02:24: hab dann während der Lehre gewechselt zum Spenglerberuf.
00:02:27: so konnte ich das erste Lehrjahren nutzen.
00:02:29: weil das Metallgrund ja gleich ist musste quasi die Lehre nicht abbrechen und neu anfangen sondern konnte die Ausbildungszeit einfach in den dreieinhalb Jahren so durchführen.
00:02:39: Als geselletätig habe dann mein Meister gemacht, war nach der Baustellenzeit bei einem mittelständischen Industrieunternehmen in der Anwendungstechnik und Produktentwicklung.
00:02:49: Und hab dann, bevor ich zu Kräle gekommen bin noch meinen Betriebswirt gemacht und bin jetzt seit gutem fünf Jahren bei Krälen.
00:02:55: Okay was sind deine Aufgaben?
00:02:57: Hier genau.
00:02:58: Bei Kräle ist es eigentlich sehr vielseitig und abwechslungsreich von der Kundenberatung über Angebote schreiben, kalkulieren, Projekte betreuen begleiten.
00:03:06: Eigentlich so die Schnittstelle zwischen Kunde unserer Produktion ich mache den Einkaufen noch mit und alles was halt sonst so zwischendurch hier anfällt.
00:03:13: Du hast vorher gesagt wenn man spontan LKW gebraucht wird auch dann organisierst du das?
00:03:18: Ja also wenn sich jetzt irgendwie aus der Situation raus ergibt.
00:03:20: wir müssen halt irgendwie schnell die Ware von A nach B bekommen Und die Kollegin, die den Versand macht ist irgendwie gerade nicht da.
00:03:26: Oder ich bin auch freitags im Homeoffice und dann wird halt die Spedition organisiert, die halt selber und klärt es mit dem Kunden schnell
00:03:33: ab.".
00:03:34: Okay!
00:03:34: Du hast gesagt du bist seit mehr als fünfundzwanzig Jahren, seit achtundneunzig, im Handwerk tätig?
00:03:40: War das für dich schon immer klar, dass es das Handwerk werden soll?
00:03:43: Ja auf jeden Fall.
00:03:44: Also von der Hauptschule schon weg weil ich halt mit den Händen arbeiten wollte pragmatisch so klassische Bildungsweg früher noch Hauptschulle und dann technisch zeichnen Werken Und da war für mich immer klar dass ich ins Handwerk gehe.
00:03:57: Was hat das Handwerk für Dich damals schon ausgemacht?
00:04:00: Einfach an der frischen Luft draußen sein Das mit den händen Arbeiten was erstellen was erzeugen das war ich so das...
00:04:07: Und welches Gewerktes dann werden soll.
00:04:09: War das damals noch offen?
00:04:11: oder hattest du auch da die klare Vorstellung, gut zuerst Gaswasserinstallateur hast du gesagt?
00:04:16: Dann der Wechsel zur Spenglerei.
00:04:18: Wie war es gewergetechnisch für dich?
00:04:20: Also ich wollte im Prinzip... Es war ja so meiner Zeit wo ich mich noch beworben habe.
00:04:24: Ich musste noch vierzig Bewerbungen schreiben und hab neununddreißig Absagen bekommen.
00:04:28: Ist das heute unvorstellbar?
00:04:30: Ja absolut!
00:04:31: Und meine Berufswünsche waren Elektroinstallateur oder Gas-Wasser-Installator und ich hatte schon eine Lehrstelle als Elektriker.
00:04:39: Aber dann kurz vorher noch, also bevor die Ausbildung losgingen konnte ich in den Betrieb wechseln der Gas-wasser Installation macht weil dem sein Lehrling abgesprungen ist.
00:04:48: Dann bin ich da quasi nachgerückt und war eigentlich im Wunschberuf zu dem Spengler.
00:04:54: Das war ein Mischbetrieb.
00:04:54: Die haben auch Spenglereime gemacht Berufswunsch, sag ich mal oder eigentlich mehr so reingerutscht in den Spengler-Beruf.
00:05:04: Okay vielleicht bleiben wir gleich an dem Punkt einmal weil ich glaube das ist auch sehr Regionen spezifisch was der Spenglera überhaupt macht.
00:05:11: Der Spengla heißt ja hier in Süddeutschland Spenglar woanders ist Klempner und woanders Gibt's glaub ich diesen Beruf gar nicht wirklich, oder?
00:05:20: Wie ist es?
00:05:20: Es ist echt Deutschland weit quer betverteilt.
00:05:23: Spengler, Blechner, Klempner macht letztendlich überall das Gleiche.
00:05:26: Es gibt Regionen da gibts den Beruf an solches schon aber dann machen sie einfach die Dachdecker zum Beispiel mit und viele kennen einfach dem beruf grundsätzlich nicht egal ob jetzt Klempnerspengler-Blechnerflaschener heißt.
00:05:38: und der Klempener versteht jeder sinngemäß aufgrund der Medien überall die Gaswasserinstallateur oder Anlagen Mechaniker hat jeder den Klebner quasi im Kopf.
00:05:47: Eigentlich falsche Verknüpfung, ja?
00:05:49: Genau!
00:05:50: Völlig falsch.
00:05:50: und aus der Historie raus war eigentlich so der Spengler der erste Beruf, der da war von dieser ganzen Gruppe und der dann irgendwann mal angefangen Wasserleitungen mit zu verlegen.
00:05:58: Ah
00:05:58: ok, kommt das dann daraus irgendwie dass gleich das Thema Sanitärensituationen beim Klebnen verknüpft wird weil da schon mal irgendwo Wasserleitung
00:06:07: möglich.
00:06:08: Okay, ja gut dann räumen wir jetzt auch offiziell hier bei Handwerk erleben mit diesem Ölglaube auf sage ich mal.
00:06:14: Der Klempner hat nichts mit dem Sanitär oder dem Anlagen Mechaniker zu tun.
00:06:19: Das sind zwei unterschiedliche Berufe
00:06:21: völlig getrennt.
00:06:22: okay du hast gesagt Du warst einige Jahre selbst als Spengler tätig und hast deinen Spenglermeister gemacht.
00:06:30: Jetzt bist Du aber nicht mehr ganz aktiv im Handwerk tätig.
00:06:34: Genau, also ich bin jetzt halt in der Stelle die ich jetzt ausüb.
00:06:37: Ich bin jetzt im Büro könnte aber nicht machen ohne den Spenglerberufe lernt zu haben.
00:06:42: Also mein ganzes Wissen und die Erfahrung die ich gesammelt habe spiele ich halt jetzt aus quasi um Kunden zu beraten und um die Bleche so zu berechnen oder zu kalkulieren und unseren Technikern so aufzubereiten dass das was der Kunde möchte dass wir das umsetzen können.
00:06:57: okay und es wäre ohne Handwerks Ausbildung nicht möglich.
00:07:01: Also mit dem Wissen, dass du in deiner Ausbildung und in deinem Arbeiten als Spengler-Meister dann gesammelt hast.
00:07:06: Kannst Du hier die Kollegen in der Werkstatt bestmöglich unterstützen?
00:07:11: Und breathing und vorplanen quasi?
00:07:13: Genau also in erster Linie unsere Techniker im Büro, die die Arbeitsvorbereitung machen aber zwangsläufig dann auch wenn wir machen dann eigentlich immer das in der Teambesprechung, dass dann sowohl die Techniker dann ich wo beim Projekt dabei bin und auch den Auftrag abarbeiten, dass man sich da einfach kurz brieft Und dass jeder das gleiche Verständnis für den Auftrag hat.
00:07:31: Jetzt sind wir schon eigentlich sehr, sehr speziell bei Kräle selbst und wie hier die Arbeitsabläufe sind.
00:07:37: Vielleicht kannst du es mal an einem Beispiel oder so erklären – Für wen arbeitet ihr?
00:07:43: Was macht ihr hier?
00:07:44: Runde Blechprofile ja!
00:07:45: Aber kannst du's noch ein bisschen konkreter fassen, wie es bei euch abläuft?
00:07:49: Einfaches Beispiel, der Spengler wird es draußen von seinem privaten Bauherrn gerufen.
00:07:53: Er hat ein neues Fenster eingebaut bekommen, ein kreisrundes Fenster und der Fensterbauer kann ihm das runde Fensterblech nicht liefern.
00:08:00: So jetzt kann der Spängler das entweder mühsam selber machen oder er meldet sich bei uns.
00:08:05: Wir haben Aufmaßblätter.
00:08:06: da kann er dann die Maße die wir brauchen ums zu kalkulieren beziehungsweise um's herzustellen.
00:08:11: Das ist relativ leicht ausfüllen auf der Baustelle und messen schickt uns das rein sagen, okay hier wäre vielleicht besser wenn wir die Schenkelhöhe etwas erhöhen oder verringern und dann kriegt er Angebot.
00:08:21: Wenn der dann bestellt, fertig wird, Maß geschneidet für ihn das Fensterblech so dass es halt individuell genau zu diesem Fenster passt.
00:08:28: Okay ihr produziert aber nur in Anführungszeichen.
00:08:32: Ihr seid Produzent, ihr montiert aber nicht mehr selbst?
00:08:34: Genau richtig.
00:08:35: also wir haben früher viel Ornament-Spenglerei gemacht Da ist ja alles mehr oder weniger rund und bei diesen runden Bauteilen ist so diese Erfahrung gewachsen, dann war in den... Siegerjahren, glaube ich wurden viel zu rund gauken gebaut.
00:08:48: Und da hat man damals halt schon geschaut wie könnte man das vereinfachen?
00:08:51: Weil ein runder Anschluss in einem Steildach ist immer ziemlich kompliziert.
00:08:54: und wie könnte Man das vereinfachen?
00:08:56: und so ist es gewachsen und entstanden dass man irgendwann gesagt hat okay wir könnten ja nicht nur für uns machen für unsere Baustellen sondern Wir könnten die auch anderen Spengeln verkaufen weil die stehen ja vor den gleichen Problemen wie wir.
00:09:06: und So ist es nach und nach entstanden.
00:09:08: Dass man eigentlich irgendwann gesagt Hat ok wir produzieren ist nur noch Ja und fahren nicht mehr auf die Baustelle.
00:09:14: Okay, aber das ist schon eine Besonderheit die ihr hier macht mit der runden Formung von Blechen.
00:09:19: Das ist normal nicht alltäglich für den Spengler?
00:09:21: Nein also für den normalen Spenglern kommt es natürlich ein bisschen auf die Region an.
00:09:26: in manche Regionen wird etwas mehr rund gebaut in anderen weniger Aber die meisten Bauteile von Spenglers sind eigentlich gerade
00:09:32: okay.
00:09:33: Was ist denn die Herausforderung, wenn man mit runden Bauteilen arbeitet oder wenn man runde Bauteile fertigt?
00:09:38: Das ist extrem ein anderes Denken.
00:09:40: Also der Ansatz ist ganz anders weil was ihn gerade funktioniert ist in rund nicht so einfach machbar.
00:09:46: also ein Beispiel ich habe es eine Mauerabdeckung.
00:09:49: Die Mauer soll quasi mit Blech abgedeckt werden dass er geschützt ist vom Wetter Und da werden dann Halter montiert und in diesen Halter kann man das Blech einhängen und so rüber klappen.
00:09:58: Das funktioniert zum Beispiel beim Runden gar nicht, weil ein rundes Blech wenn ich hochklappe ist quasi die Bernahne nach oben.
00:10:03: So und ich kann es nicht mehr einhängigen.
00:10:05: Das heißt ich muss von der Montage ganz anders denken wie ich das dann montiere?
00:10:09: Okay aber ihr habt da Möglichkeiten entwickelt wie man solche Bläche Fertigen kann, wie man die formen kann.
00:10:16: Genau
00:10:16: also wir fertigen machen dann auch die Montagehilfen dazu dass es sich dann der Handwerker draußen beim montieren auch für ihn erleichtern ist und Die herstellung selber ist natürlich mit nichts zu vergleichen was einen Spengler im geraden macht.
00:10:28: Also kanntprofil wird letztendlich zugeschnitten aus dem glatten blech wird noch ausgeklingt zeitlich Dann wirds gebogen Und dann ist eigentlich schon fertig.
00:10:36: und das runde Blech muss erst mal abgewickelt werden dass ich quasi den zuschnitt bekomme die platine.
00:10:42: Und dann muss ich anfangen mit komplexen Prozessen aus Strecken und Stauchen, dass sich aus diesem glatten Blech ein Profil bekommen.
00:10:49: Da gibt es halt verschiedene Techniken und da haben wir uns sehr viel Know-how erarbeitet, viel geschwitzt bis zu dem Stand sind wo man heute fertigen kann.
00:11:01: draußen auf der Baustelle ist eigentlich so, wenn die Kunden sagen oder auch die Architekten irgendwie geht nicht.
00:11:06: Oder kann man so nicht machen?
00:11:08: Dann fängt es bei uns erst an spannend zu werden.
00:11:10: also so die Grenzen des Machbahnen werden eigentlich immer wieder aufs Neue verschoben.
00:11:13: okay wir waren ja vorher kurz unten in der Werkstatt war euch und du hast gesagt grad bei dem Strecken und Stauchen.
00:11:19: Da gilt es zu probieren und zu versuchen, wie man die Bleche dann bearbeiten muss.
00:11:23: Ist das so leihenhaft richtig formuliert von mir?
00:11:26: Ne
00:11:26: ja, das passt genau!
00:11:27: Also im Prinzip... Man muss ein Gefühl fürs Blech kriegen also einen Spengler wenn auf der Baustelle war mit Erfahrung, die er hat.
00:11:33: Die braucht er bei uns als Grundausbildung damit einfach weiß wie verhält sich das Blech beim Bearbeiten Und die weiteren Schritte, die wir ihm dann beibringen können.
00:11:42: Also man kann ihm zeigen wie's geht.
00:11:43: aber dieses Lernen, die Erfahrungen, das geht nur durchs Machen Einfach ein Gefühl bekommen, wie reagiert das Blech beim Strecken?
00:11:50: Wie reagiert es beim Stauchen?
00:11:51: Wenn ich an einer Stelle zu lang stauche, dann kriege ich einen Knick oder ... Es ist überstreckt.
00:11:57: Das Material wird immer dünner durchstrecken und kann auch mal reißen.
00:12:01: Und das ist sehr zeitintensiv und kostet Nerven- und Durchhaltevormögen, sich dahinzuarbeiten.
00:12:07: Aber es lohnt sich!
00:12:09: Also wenn man so in der Ausbildung ... Früher hieß es ja Lehrjahre sind keine Herrenjahrel.
00:12:13: Am Anfang ist alles erst mal schwer bevor's einfach wird Und so ist es halt bei uns auch.
00:12:18: Also, es geht viel wirklich.
00:12:20: Learning by doing try and arrow und schauen wie funktioniert.
00:12:24: das was ich letztendlich erreichen möchte ja aber wie du sagst der Weg ist halt manchmal hart.
00:12:29: Aber wenn man dann mal an dem Stand ist dass man sich als Experte jetzt in diesem Bereich zum Beispiel positionieren kann Dann hat es ja einen riesen Wert für euch als Firma.
00:12:38: Du hast mir vorher gesagt Wenn viele nicht mehr weiter wissen dann wird's für euch erst spannend
00:12:43: Richtig genau.
00:12:44: Also, wir haben oft mal der Architekt hat die Idee in Runderausführung.
00:12:48: So und je nachdem wen er jetzt als ersten Ansprechpartner hat dann kommt halt oft einmal die Aussage ja das geht nicht Dann wird es auch oftmals in kurzen Gradenstücken gemacht also eine polygonale Ausführung.
00:12:58: Das funktioniert ist aber optisch.
00:13:01: ich habe da ne runde Wand.
00:13:02: Die wurde meine wegen gemauert oder rund betoniert Und dann ist oben ein eckiges Blech drauf und rein optisch schaut natürliches Rundeblech wesentlich anspruchsvoll.
00:13:10: Das Rundeblech läuft parallel zur runden Wand und dadurch fällt es eigentlich relativ wenig auf, weil ich habe... Genau.
00:13:17: Ich hab parallele Abstände zueinander.
00:13:19: wenn ich jetzt eine runde Wand habe und eckige Bleche obendrauf dann habe ich schon wie so ein Widerspruch und dazu kommt noch ein rundes Blech lässt sich in relativ langer Bauteilänge herstellen.
00:13:31: Wenn ich kurze Bleche machen muss, habe ich viel mehr Stöße.
00:13:33: Das heißt, ich bin von der Montage viel länger dabei um diese ganzen Stöse zu machen und es ist auch wenn ich ein langes Bauteil hab.
00:13:40: im Vergleich zu sechs oder acht oder zehn kurzen Blechen ist natürlich jeder stoß irgendwo wieder auf einem Punkt der mal irgendwas Wasser rein kann also anfälliger gegen Eindringen von Wasser wo dann letztendlich wenn man das nicht bemerkt hat auch irgendwann wieder Bauschäden nach sich zieht.
00:13:55: Okay die Formung von Rundenbauteilen ist ja dann auch tatsächlich ein sehr ästhetisches Thema.
00:14:01: Also gerade bei neuen Bauwerken, egal auf das große Bürogebäude ob es Flughäfen oder irgendwas sind sieht man ganz oft irgendwie eine geschwungene Fassade und das sind dann auch Teile wo ihr zum Einsatz kommt.
00:14:14: Genau auf jeden Fall also letztendlich ob es ein großes Gebäude ist mit vielen runden Bauteilen oder auch nur ein, ich sag mal, ein rechteckiges Gebäude wo die Ecken abgerundet sind.
00:14:24: So der Eyecatcher am Gebäud ist eigentlich immer das runde Bauteil und ich habe jetzt einen... Klassisches Einfamilienhaus und da ist oben im Giebel oben ein rundes Fenster drin, so einen Bullaugenfenster.
00:14:33: Das ist immer der Eyecatcher!
00:14:34: Und da platzieren wir letztendlich unsere Bleche.
00:14:37: Ihr habt da keine Größe wo ihr sagt wir machen nur Aufträge für große Kunden sondern ihr macht tatsächlich auch wenn ein Planer kommt und sagt ich habe hier einen Bullaugenfenster bitte macht mir den Rahmen oder das Blech dazu.
00:14:51: Auch das fertigt ihr.
00:14:53: Sag zu keinem Auftrag nein!
00:14:54: Genau richtig, also ob der jetzt ein Stück rundes Fensterbelicht braucht oder dass es einen Großauftrag ist mit fünfzig runden Fenstern bedienen wir beide.
00:15:02: Kannst du beispielhaft mal von ein paar Projekten erzählen, die ihr umgesetzt habt?
00:15:06: Irgendwas was besonders spannend.
00:15:07: Was herausfordernd war
00:15:08: also jetzt das letzte Projekt wo wir mit unserer Innovationen Wo wir auch mit dem Simprojekt ausgezeichnet wurden Das war schon sehr fordernt ist ein Objekt in der Schweiz und da ist diese neue Technik gleich zum Einsatz gekommen Und da wurden Abkantungen realisiert Die früher nicht herstellbar waren Also nicht direkt ans Blech angeformt sondern früher musste man halt im prinzip drei bleche nehmen die zusammenspeisen und wir können Aufgrund der neuen Technik, diese Bleche umformen in runder Ausführung.
00:15:35: Ich glaube da gehen wir jetzt gleich ein bisschen genauer drauf ein weil das ist tatsächlich ein sehr spannendes Thema.
00:15:40: ich muss mich da selbst ein bisschen reinlesen und vielleicht als kleine Anekdote so kam ja unser Kontakt auch zustande.
00:15:45: du hast uns damals geschrieben hey wir sind hier ausgezeichnet worden.
00:15:48: vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie dachte mir erstmal hört sich cool an.
00:15:54: einen Handwerksbetrieb hier aus der Region aus der Nähe von Wat Wörershofen wurde ausgezeichnet, fand ich spannend.
00:16:00: Ihr seid mit dem ZIM-Handwerksprojekt ausgezeichnet worden.
00:16:05: da erstmal kurze Begriffserklärung.
00:16:06: ZIM steht für Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand.
00:16:11: Jetzt hast du schon gesagt okay ihr habt ein neues Verfahren entwickelt um Bauteile Formen zu können größere Bauteilen als bisher möglich.
00:16:20: Kannst Du es nochmal genauer erklären?
00:16:22: Genau also wir haben zusammen mit der Uni in Aachen dieses Navamé-Projekt verwirklicht und da ging es letztendlich darum, die Innovationen oder diese Produktentwicklung, die wir machen wollten waren Blechprofile in dickeren Materialien direkt anzuformen.
00:16:37: In runder Ausführung.
00:16:39: Also es gibt im Prinzip wenn man jetzt ein Blechprofil kannte, gibt's immer Schenkelmaße und in der runden Ausführungen ist das nicht ganz so einfach wie beim Graden sondern das ist mal etwas eingeschränkt.
00:16:49: Wo liegt da so der Standard?
00:16:51: Also
00:16:51: wenn ich jetzt einen Blech direkt anform Da geht bis, war bis jetzt üblich so bei uns vierzig Millimeter.
00:16:57: Und wenn wir über vierzig Millimeter ausführen mussten aufgrund den Bauvorschriften oder des Kundenwunsches, konnten wir mit unserem Krälesystemfalls höhere Abkantungshöhen realisieren.
00:17:08: War aber dann nur in der Materialdecke, in Aluminium zum Beispiel, das ist eins Komma fünf Millimeter möglich und mit dem Zimprojekt können wir jetzt bis drei Millimeter direkt anformen und Abkandungen bis achtzig Millimetern
00:17:19: also das Doppelte
00:17:20: Genau, das Doppelte wie vorher und auch von der Materialdicke doppelt also von eins fünf auf drei.
00:17:25: Welchen Vorteil hat es jetzt konkret in der Praxis?
00:17:27: Stabilere Ausführung und eine wirtschaftlichere Fertigung im Vergleich zu dem Vorfeld, wenn man schweißen musste.
00:17:33: Okay!
00:17:34: Also im Vorfeld musstest du sonst die Teile zusammenschweißend kleineren...
00:17:37: Richtig!
00:17:38: ...und jetzt haste Einbauteil.
00:17:40: Das Profil war vorher aus drei Teilen zusammengesetzt und geschweißt und wir können sie jetzt aus einem Stück Blech herstellen Okay.
00:17:47: Und das habt ihr konkret angewendet bei einem Bauprojekt in der Schweiz?
00:17:51: Genau!
00:17:51: Was war das genau?
00:17:52: nochmal?
00:17:53: Aha, das ist ein großes Geschäftsgebäude und also im Prinzip des Gebäudes nur rund die komplette Geometrie.
00:17:58: Spannend.
00:17:59: Es
00:17:59: ist nur rund in jeder Etage eine andere Rundung und ich weiß es die genauen Eckdaten nicht auswendig aber es war kein Blech wo's irgendwo zweimal gab.
00:18:07: Ach krass!
00:18:07: Also wirklich alles Eigenanfertigung.
00:18:09: Es wurde nichts...
00:18:11: ...piert irgendwo.
00:18:11: Nein, es gab keine Serie.
00:18:12: Also jede losgröße Stück eins
00:18:15: Kann ich mir nur so vorstellen, da ist irgendwo eine andere Rundung, eine andere Gradzahl die ihr braucht?
00:18:21: Genau richtig.
00:18:22: Also das waren ständige Radienwechseln oder Profilwechsel und dann halt natürlich immer mit Einteilung dass die Stöße der Bleche wieder ins Fassadenbild passen und da hat man zusammenhalten mit dem Verleger ein Konzept erarbeitet von der Ausführung und die Bleche wurden dann alle so umgesetzt und toi toi toi.
00:18:40: wir mussten kein Blech zweimal machen.
00:18:42: Also sowohl die Planung und die Arbeitsvorbereitung hat perfekt funktioniert als wie dann auch in der Ausführung, in der Fertigung.
00:18:50: Die Bleche herstellen ist ja das eine aber dann auch die Bleche so zu konfektionieren dass die in der richtigen Kiste sind, dass es im Baustellenmanagement nicht groß irgendwie erst mal ausgepackt werden muss und sortiert sondern... dass letztendlich der hat die Kiste, er weiß genau über Packlisten was drin ist und er nimmt das Bauteil gemäß Verlegeplan raus und kann es montieren anfangen.
00:19:09: Und so das ist auch unsere Stärke weil wir die Erfahrung haben zum einen von den Projekten und von den runden Bauteilen, dass wir einfach unseren Kunden den Verlegern ein bisschen mit an die Hand gehen können und ihn da unterstützen, dass er auch das bestmöglich durchführen kann.
00:19:23: Okay also ihr wart dann nicht bei der Montage beteiligt sondern ihr habt geliefert aber die Montage lief völlig glatt aufgrund eurer Vorbereitungen.
00:19:32: Genau
00:19:32: richtig, also wir versuchen den Vorfertigungsgrad so hoch wie möglich zu machen damit es auf der Baustelle einfach schneller und einfacher geht.
00:19:41: Und das bei lauter Einzelanfertigungen Wahnsinn!
00:19:45: Also eigentlich wenn man sich's vorstellt wirklich ein richtig tolles Projekt doch oder?
00:19:50: Definitiv Wenn man jetzt mal im anderen Gewerk geht, da gibt es zum Beispiel Formteile und die sind halt Lagerware.
00:19:56: Und der braucht das keine Ahnung, er fährt auf die Baustelle in den Palten eine Kiste mit, da ist ein hundert Stück drin und die verbaut hat sich
00:20:01: raus.
00:20:01: Genau!
00:20:02: So und bei dem Bauteilen, die wir herstellen funktioniert es nicht weil wir produzieren nichts auf Lager.
00:20:08: also alles was bei uns produziert wird ist immer auftragsbezogen nach Kundenwünsche.
00:20:12: Wie lief das jetzt genau mit diesem Zimmprojekt?
00:20:15: Also was hat das euch jetzt gebracht?
00:20:17: Hat das das überhaupt erst ermöglicht dass ihr dieses Verfahren Testen konnte.
00:20:22: Was steckt jetzt genau dahinter?
00:20:23: Was ist das innovative an diesem Programm?
00:20:26: oder warum war dieses Programm damit beteiligt?
00:20:27: Also,
00:20:28: das Programm hat sich durch ein Netzwerk in Kontakt gekommen, dass wir da bei diesem Navame-Projekt mitmachen konnten.
00:20:35: und es ist im Prinzip eine Entwicklung zusammen mit der Uni wo man eben Maßnahmen entwickelt um eben diese Idee die man hat voranzubringen.
00:20:43: Und wir hatten zum einen das Glück, dass es recht schnell erfolgreich war.
00:20:47: Also dass das so wie wir uns gedacht haben funktioniert hat.
00:20:50: Man hat dann extra Werkzeuge bauen lassen, das ausprobiert und man hat es mit der Uni mit Messprotokollen quasi geschaut was passiert denn im Material?
00:20:59: damit dann auch diese Umformung sagt, okay das ist schadensfrei.
00:21:01: Dass im Material nicht irgendwelche Spannungen sind oder dass Metallgefüge reist und da war halt die Uni als Partner – das hätten wir so sonst nie machen können mit den Mitteln, die sie haben.
00:21:10: also das wurde dann mit aufwendigen Messverfahren.
00:21:12: Da wurden so Gitternetze auf die Bleche gebracht, die wurden dann per Scan vermessen und so konnte jeder Arbeitsschritt quasi dokumentiert und simuliert werden und geprüft.
00:21:21: diese Zusammenarbeit, die hätten wir ja ohne dieses Projekt so nie machen können.
00:21:25: Und wo wir jetzt auch sehr stolz darauf sind eben das dann aufgrund dieses Auftrags.
00:21:29: der ist dann.
00:21:30: nach diesem Entwicklungsstadium ist gleich der Auftrag gekommen.
00:21:33: es hat gepasst dass die Anforderungen vom Gebäude zu unserer Entwicklung, dass sich das vom zeitlichen so gut getimet hat.
00:21:40: Das
00:21:40: hinkt aber nicht direkt zusammen?
00:21:41: Nein!
00:21:41: Achso Wir konnten aus dieser Entwicklung eigentlich gleich danach einen Auftrag generieren und es ist höchst selten bei diesen Zymprojekte auf den Markt kommt und dann auch gleich ein Projekt in diesem Umfang und mit diesen Dimensionen realisiert wird.
00:21:58: Und wir waren jetzt der erste Handwerksbetrieb, der diese Auszeitung erhalten hat.
00:22:03: Wow!
00:22:03: Also das ist natürlich wirklich ein Musterbeispiel für Innovationskraft die dann auch im Handwerk steckt, die in Kräle dann letztendlich steckt.
00:22:12: Also ihr hattet die Idee, hey wär doch cool wenn wir diese Blechprofile auch in Größe anfertigen könnten.
00:22:18: Genau also in höheren Materialdicken und in diesen Abkantungsmaßen dass sie quasi etwas erhöht werden können das man es aus einem Stück Blech herstellen kann.
00:22:25: Das war die Grundidee und mit der Idee seid ihr zu diesem Projekt gekommen habt mit der RWTH Aachen zusammen gearbeitet.
00:22:33: Die haben das wissenschaftlich untersucht.
00:22:35: was passiert beim Umformen von Blechprofil?
00:22:39: Und so seid ihr dann zu dem Verfahren gekommen, wo ihr jetzt eben seid.
00:22:43: Wo ihr sagt ja wir schaffen das jetzt diese Blechprofile nach euren Wünschen anzufertigen?
00:22:49: Ja genau!
00:22:50: Das gab es davor so nicht.
00:22:51: Es ist ein neues Verfahren.
00:22:52: Genau also das gibt's so nicht dass man in runder Ausführung so dicke Bleche aus einem Stück Blech herstellen kann.
00:22:59: Sind da jetzt schon mehr Aufträge rausgesprungen?
00:23:01: Ja jetzt nicht in den Umfang wie des Projekts für Schweiz aber wir haben schon mehrere Aufträge gemacht Wir haben auch schon Bemusterungen gemacht.
00:23:07: Also das nennt sich dann Mockup Und das werden quasi eins zu eins Modelle gebaut, wie später auf der Baustelle ist und die werden dann halt auch so eingedeckt.
00:23:15: Dass man halt Bauern architekten, dass sie halt am Eins-zu-Eins-Objekt sich das anschauen können.
00:23:20: Da haben wir auch schon Bleche geliefert mit diesem Fertigungsverfahren.
00:23:23: Cool!
00:23:24: Wo wir hoffen, dass es jetzt natürlich zum Aufsag wird.
00:23:28: Ja,
00:23:28: d.h.,
00:23:29: dieses Projekt bringt euch im besten Fall mehr Aufträge noch andere Aufträge vielleicht?
00:23:35: Genau, also wir können im Prinzip durch dieses Fertigungsverfahren halt jetzt noch andere Kunden mitbedienen.
00:23:40: Also ganz stark im Fassadenbau wo einfach ich sage mal der normale Spengler ist es so ein Dünnblechbereich, vielleicht so bis Millimeter, vielleicht maximal eins fünf und danach ist dann eigentlich schon eher der Metallbauer einen Fassatenbauer wo dann höhere Materialdicken gefordert sind und da kann man den höheren Markt jetzt mit abdecken und unseren Kundenkreis erweitern.
00:23:59: Also die Kunden sind, sag ich mal schon, die gleichen.
00:24:01: Aber wir können jetzt quasi den Kunden besser beraten bedienen weil die Anforderungen, wo er bei den Baustellen hat, wir durch diese Fertigungstechnik realisieren können.
00:24:12: Und die Vorteile dann für eure Kunden also für die Handwerksbetriebe, die dann eure Profile verbauen?
00:24:18: Zeitersparnis ist das ein Thema, weil sie nicht die einzelnen Profile zusammen schweißen müssen zum Beispiel.
00:24:24: Richtig!
00:24:25: Ist nicht jeder Spengler so einkriegt oder dass er die Teile auch, selbst wenn der Schweißen würde alles so schweißen kann.
00:24:30: Es ist günstiger wirtschaftlicher die Teilen in so umzuformeln als alles zu schweissen.
00:24:35: Die Montage ist einfacher und er hat quasi Planbarkeit.
00:24:39: also wenn so Projekte stattfinden die werden ich sagen mal die haben auch einen eine lange Laufzeit und das wird komplett durchgeplant.
00:24:47: Und er weiß genau, okay in KW sowieso ist der Bau vorschritt hier und da.
00:24:51: ich brauche dann da die Bleche und wenn man es rechtzeitig einsteuert Dann werden genau an der Woche wo es braucht auch die bleche geliefert.
00:24:58: Okay also eigentlich nur Vorteil durch dieses projekt und alle profitieren
00:25:03: auf jeden fall.
00:25:04: Das ist doch cool wenn wir so was umsetzen kann und wenn das auch gewürdigt wird.
00:25:09: Ich weiß nicht, was das für euch als Mitarbeiter in diesem Unternehmen dann bedeutet.
00:25:13: Wenn ihr vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie auf offizielle Bühne und Ebene in Berlin ausgezeichnet werdet?
00:25:22: Ja, was hat es mit dir gemacht?
00:25:23: Wie war das in eurem Team?
00:25:25: Also mich hat es extrem stolz gemacht weil einfach dass eine Wertschätzung fürs Handwerk ist Und man halt auch das Handwerk in einem Bereich präsentieren konnte wo's bis jetzt noch gar nicht irgendwo aufgetaucht ist Und das sieht man auch wieder, wie viel Know-how im Handwerk steckt.
00:25:39: Das ist eigentlich jetzt schon die perfekte Überleitung zu meinem nächsten kurzen und fast letzten Themenblock – wie das Handwerk generell wahrgenommen wird und vielleicht auch das Spenglerhandwerk an sich!
00:25:51: Ich weiß nicht ob du Einblicke hast, wie die Ausbildungszahlen gerade sind in diesem Handwerk?
00:25:55: Wie schwer ist es auszubildende?
00:25:58: zu gewinnen für das Handwerk, für den Spenglerhandwerk.
00:26:00: Weißt du da was?
00:26:01: Also
00:26:01: aktuelle Zahlen weiß ich nicht aber ich weiß aus der Erfahrung raus dass Spenglern also wenn Fachkräfte mal ohne Frage der betrifft uns auch selber.
00:26:08: also wir tun uns auch extrem schwer Personal zu finden.
00:26:12: und zurück zum Kommen auf die Ausbildungszahlen.
00:26:14: Der Spengel war schon immer ein Beruf der sehr viel Probleme hatte Azubis zum bekommen.
00:26:19: Das liegt zum einen mit Sicherheit daran weil viele eben nicht wissen was der Spengeler macht Und Da Hatte der Spängler Schon Immer Probleme Nachwuchs Zu Bekommen.
00:26:28: Grundsätzlich ist er jetzt überall.
00:26:29: das Problem im Handwerk, egal wo, dass der Nachwuchs fehlt.
00:26:32: Von dem her war es beim Spengler schon immer präsent und bekannt.
00:26:35: Und ich denke mit die größte Herausforderung, die wir derzeit im Handwerken haben, einfach das Wissen, das da ist irgendwie weitergeben zu können.
00:26:45: Wenn du sagst ihr selbst seid auch nicht vorgeschützt?
00:26:48: Vor Fachkräftemangel bildet ihr selbst aus bei euch?
00:26:51: Wir bilden nicht aus!
00:26:52: Wir haben die Problematik, dass den Spenglern eigentlich ein Baustellenberuf ist Und wir als Werkstatt-Spengler und das Herstellen der runden Profile, viele Ausbildungsinhalte so nicht weiter vermitteln können.
00:27:05: Also ihr seid da zu speziell quasi um
00:27:07: eine
00:27:08: komplette Spenglerausbildung mal abzubilden?
00:27:10: Genau richtig!
00:27:11: Die ganzen Tätigkeiten die auf der Baustelle erlernen muss haben wir ja bei uns nicht.
00:27:16: Das macht es für uns schwierig einen Spengler auszubildenden.
00:27:19: Trotzdem ein ausgeleerter Spenglar, der sagt ich möchte mal was anderes sehen als Baustellen.
00:27:24: Ich möchte mich vielleicht spezialisieren auf zum Beispiel Formung von Rundenbauteilen.
00:27:28: Der wäre da bei euch wiederum genau richtig gesetzt?
00:27:30: Genau, der wär genau richtig weil er bringt das eine Haufe an der Baustelle mit.
00:27:33: Er muss auch das Wissen haben, zum einen eben wie ich es vorhin schon mal erklärt habe wie das Blech reagiert oder wie das Metall reagiert und er muss auch wissen wie die Bauteile verbaut werden von der Erfahrung her damit er dann auch herstellen kann und einfach auch weiß was wenn er ist da was produziert für was es ist und die Anforderungen einfach kennt von einer Baustell.
00:27:51: Also der kann dann auch wieder Einfluss drauf nehmen, wenn er sagt okay hey, wenn wir das so und so machen funktioniert es nicht.
00:27:55: Wir müssen jetzt an dieser Stelle die Kante anders machen und dieses Know-how brauchen unsere Jungs in der Fertigung genauso.
00:28:01: Ja also Praxis wissen wie es dann letztendlich in eine Montage ablaufen soll
00:28:05: um diese
00:28:05: Teile einfach richtig zu fertigen?
00:28:07: Genau oder wenn wir es an die Teile verpacken werden die soweit alle fertig gebaut sind und sie müssen in die Versandkiste.
00:28:12: dann jeder der auf der Baustelle schon mal war der weiß ok wenn ich die jetzt irgendwie rein legt der Reihenfolge nach Dann wird es schwierig und wenn ich die mir schon Gedanken mache beim Reinlegen, dann tut der sich auf der Baustelle später leichter.
00:28:24: Ist gut!
00:28:24: Also immer im Hinterkopf haben wie erhält der Handwerker oder die Handwerkerin unsere Teile?
00:28:30: Genau
00:28:31: Wie soll der am besten und am schnellsten damit arbeiten?
00:28:34: Richtig
00:28:34: dass einfach unsere Kunden einen Mehrwert dadurch haben Und um ihm das Leben so einfach wie möglich zu machen.
00:28:41: Ich war jetzt noch nicht in so vielen Spenglereien.
00:28:44: Ich selbst.
00:28:45: Ich habe aber gesehen bei euch unten in der Werkstatt da stehen paar große Maschinen.
00:28:49: Wie viel Handwerk steckt im Spenglerhandwerk jetzt, speziell bei euch zum Beispiel noch?
00:28:53: Und wieviel ist maschinell gefertigt?
00:28:56: Also sowohl im Spänglerhandwerker auf der Baustelle als auch bei uns würde ich sagen hundert Prozent Handarbeit weil die Maschine die da sind unterstützen.
00:29:03: nur also die machen einem das Leben leichter.
00:29:05: aber am Ende des Tages ist es... Die Bleche werden verfallst miteinander.
00:29:08: man muss sich das ausdenken und man muss quasi immer aus dem Zwei D das Blech ist immer flach muss quasi das drei D-Profil im Kopf haben, wie später ausschaut.
00:29:17: Dann muss man es zur Papier bringen die Maße von der Baustelle entweder zu unschicken oder halt selber binden sie in die Werkstatt bringen und dann aus einem glatten Blechtes bauen und das nimmt keine Maschine ab Und auch die Bäche dann zu verbinden usw.
00:29:29: Diese ganzen Sonderlösungen.
00:29:31: also der Spengler macht ja immer ich sage mal im Prinzip des Dachs dann letztendlich dicht.
00:29:35: Also wenn ihr ein Ziegeldach habt und die ganzen Anschlussbläche und Regenrinne und Verwarrung kommen wir immer vom Spenglar Wenn die nicht da sind, läuft zwangsläufig das Wasser rein.
00:29:44: Man muss im Prinzip immer in Flussrichtung des Wassers denken um die Bleche so zu verbauen dass das Wasser eben halt nicht eindringen kann.
00:29:52: Das ist nur durch Handwerksarbeit herzustellen.
00:29:56: Aber ich glaube trotzdem, dass sich das Handwerk auch stark technologisiert hat.
00:30:00: oder gerade durch drei D-Planungen zum Beispiel wird überhaupt noch irgendwas gezeichnet?
00:30:05: Oder läuft alles jetzt wirklich nur noch über ein PC über drei D?
00:30:09: So wie es jetzt in der Werkstelle ist, mit den Maschinen die Hilfsmittel sind, Werkzeuge.
00:30:14: So ist das auch bei uns im Büro.
00:30:16: Also wir müssen ja immer die Blechteile, die dann später als Profil ausgeliefert werden erstmal zurückbringen, dass man sie ausschneiden können.
00:30:22: also das nennt man die Abwicklung erstellen und da nutzen wir natürlich das CRD-Programm.
00:30:28: Das wurde früher alles noch am Reisbrett gemacht.
00:30:31: Jetzt durch unsere moderne Maschinen, die wir haben wird es am CAD gezeichnet.
00:30:35: Dann kommt das in den Nesting Software.
00:30:37: Die Nesting-Software nimmt quasi dann Verschnitt optimiert, legt es an die runden Bauteile in die Blechtafel und wird dann auf dem Laser
00:30:43: ausgeschnitten.".
00:30:44: Also schon immer noch Handwerk aber mit maschineller Unterstützung einfach?
00:30:48: Also Arbeitsschritte, die man früher bei Hand gemacht hat, die werden jetzt durch die Maschine besser gemacht, schneller
00:30:54: gemacht?".
00:30:56: Also
00:30:56: teilweise zumindest.
00:30:57: Genau,
00:30:57: also die Maschine schneidet natürlich schneller aus wie wenn man jetzt von Hand schneiden würde und natürlich deutlich präziser.
00:31:03: Die Maßhaltigkeit, die Genauigkeit ist und letztendlich die Produkt, die Qualität vom Produkt ist wesentlich besser dadurch.
00:31:12: Aber trotzdem ohne handwerklichen Background keine Chance eigentlich?
00:31:16: Was meinst du?
00:31:17: was kann das Spengler-Handwerk tun um mehr in die Präsenz zu kommen auch Gesellschaft, um vielleicht auch attraktiver zu sein für junge Menschen.
00:31:26: Also letztendlich stolz auf seinen Berufssein das nach Außentragen versuchen andere zu begeistern mit anzustecken und einfach egal in welchem Handwerksberuf Stolz sein auf das was man macht Und versucht eben Leute mitzureißen.
00:31:41: Ja wir kommen zu unserem letzten Blog.
00:31:43: Wir haben bei uns im Podcast immer so ein paar Fragen.
00:31:44: die stellen wir allen unseren Gästen.
00:31:47: Das hat manchmal gar nicht zwingend mit dem Handwerk zu tun.
00:31:51: ich stelle die erste Frage Wenn du die Chance hättest, mal mit jemandem zu tauschen.
00:31:57: Mal einen Tag eine Woche das zu erleben was jemand anderes erlebt.
00:32:01: Mit wem würdest du gerne mal tausche?
00:32:05: Spätige Frage!
00:32:07: Ich glaube, ich würde mit anderen Gewerken mal tauschen wollen um einfach die Blickwinkel auf der anderen Seite besser verstehen zu können.
00:32:13: Und das würde mir auch von den anderen Gewerkern mal wünschen dass auf der Baustelle einfach besser zusammen also dass man aufeinander mehr schaut und dass man halt versucht nicht gegeneinander zum arbeiten sondern mehr miteinander so dass das Verständnis für jedes Gewerk irgendwo da ist.
00:32:25: jetzt gibt es das klassische ja macht dann das nächste Gewerk weiter und so
00:32:30: Das macht er Mahler?
00:32:31: Ja
00:32:31: genau richtig und dass da einfach vielleicht etwas mehr bewusst sein ist für den besseren Ablauf.
00:32:36: Okay, hast du da selbst denn in deiner Zeit auf der Baustelle Situation erlebt wo du dir das gewünscht hättest?
00:32:43: Dass da mehr aufeinander geachtet wird?
00:32:46: Durchaus!
00:32:47: Also ich sag mal am Dachgewerk ist er letztendlich der Zimmerer, der Dachdecker und der Spengler Und das Zimmer fängt an.
00:32:55: Klar, da muss sein Dachstuhl aufbauen und der Spengler ist oftmals halt so... Der muss immer zwischendurch sich wurscheln, dass er noch seine Bleche montieren kann.
00:33:05: Wir hatten auch Betriebe, da hat's super geklappt.
00:33:06: aber dass man da einfach Rücksicht aufeinander nimmt und einfach jedem die Zeit gibt vom Bauablauf, dass erst ein Gewerk vernünftig verbauen kann.
00:33:15: Okay ja ich glaube es können viele Handwerker, die uns jetzt zuhören nachvollziehen, dass es oft mit anderen Gewerken nicht ganz einfach ist.
00:33:22: Aber was ist der Schlüssel zum Erfolg, damit es klappt?
00:33:25: Miteinander sprechen koordinieren die Abläufe abstimmen und eben die Sichtweise des anderen versuchen verstehen zu wollen.
00:33:32: Okay also gute Antwort mal in den Blick in andere Gewerke reinzubekommen.
00:33:36: sprichst du dann jetzt oder denkst du da jetzt konkret an die anderen Dachgewerke?
00:33:41: würde ich noch irgendwas anderes interessieren?
00:33:43: nicht unbedingt das als Spengel ist mehr nicht nur am dach unterwegs sondern auch in der fassade und dass geht eigentlich.
00:33:48: ich sage mal quer weg überm bauch.
00:33:49: okay ok ja nehmen wir mal so mit.
00:33:51: Na vielleicht springt ja irgendwann mal noch ein Praktikum raus.
00:33:54: Schauen wir mal!
00:33:56: Nächste Frage, Michael?
00:33:57: Was bedeutet für dich Handwerk?
00:33:59: Handwerk... Leidenschaft und Herzblut Also mit vollem Engagement irgendwo sich in die Aufgabe rein schmeißen und was Gutes daraus zu machen.
00:34:09: Ich habe jetzt zum Abschluss noch vier Begriffe Mit der Bitte ganz kurz und knapp auf diese Begriff zu antworten.
00:34:17: Heimat ist da wo meine Familie und Freunde sind.
00:34:20: Hast du irgendein Vorbild?
00:34:22: Nein, weil ich will in keine Fußstapfen irgendwo treten oder so.
00:34:25: Sondern ich will meinen eigenen Fußabdruck hinterlassen.
00:34:28: Möchtest du gerne selbst Vorbild sein für andere?
00:34:32: Ja.
00:34:33: Kann man schon so... Also eigene Fussstapfe hinterlassen.
00:34:35: klar ist was eigenes schaffen?
00:34:36: Nein also das war auch... Ich hatte in wo ich noch auf der Baustelle war relativ oft eigentlich immer Lehrlinge mit dabei und es war schon schön wenn die Lehrlingee halt so das was man ein bisschen vermittelt hat angenommen wurde man sich mit den jungen Leuten gut verstanden hat und die inspirieren konnte, mitnehmen und letztendlich auch in so einer Art Vorbildfunktion war.
00:34:58: Aber das trifft es ja eigentlich genau.
00:35:00: Gerade wenn man mit jungen Leute zu tun hat, die das Handwerk lernen, was sie wissen wollen – ich glaube da sind dann Menschen zu denen man doch irgendwo aufschauen kann oder wo man etwas lernen kann wichtig und nötig damit das Wissen weitergegeben wird wie man es vorher gesagt habe.
00:35:13: Auf jeden
00:35:13: Fall!
00:35:15: Ich hab noch zwei Begriffe auf dem Zettel.
00:35:16: Dritte Frage, dritter Begriff.
00:35:18: Was ist für dich Glück?
00:35:20: Puh!
00:35:20: Glück.
00:35:22: Da gibt es ein schönes Zitat.
00:35:23: Glücklich sein bedeutet nicht alles zu haben sondern mit dem zufrieden sein was man besitzt und einfach ist so diese Zufriedenheit.
00:35:31: Das ist schön.
00:35:32: Schönes Zitate.
00:35:33: Mal schauen was du dann zum letzten Begriff sagst.
00:35:36: Hast du irgendeinen Motto?
00:35:37: Prrm-Motto.
00:35:38: So spontan würde ich sagen Scheiße nix, dann fahrt er nix.
00:35:42: Das ist jetzt wieder schön aus dem Dialekt raus.
00:35:47: Kannst du es mal übersetzen für alle Norddeutschen, die uns jetzt hier hören?
00:35:50: Ja also im Prinzip nicht so viel drüber nachdenken und nicht so viele Sorgen machen sondern einfach sich ins Abenteuer stürzen und loslegen.
00:35:58: Und dann wird's schon!
00:35:59: Genau!
00:36:00: Michael das hat mich wahnsinnig gefreut dass wir heute hier miteinander sprechen konnten, dass Du mir Eure Werkstatt gezeigt hast und ja mir erklärt hast was macht Kräle genau hier in Landsberg am Lech.
00:36:11: Vielen herzlichen Dank, dass du zu Gast warst bei uns bei Handwerk Erleben Und ich glaube, wir werden uns öfter mal sehen bei irgendwelchen Messen.
00:36:18: Ihr sitzt ja hier ums Eck quasi von unserem Studio.
00:36:21: Von daher ganz herzlichen Dank und dir alles Gute!
00:36:25: Ja vielen dank dass sich heute mitmachen durfte und ich denke auch das wir uns noch öfter über den Weg laufen.
00:36:30: Michael ich wünsche dir alles gute tschüss!
00:36:31: Danke dir Max.
00:36:32: auch ciao
00:36:37: Wir freuen uns auch über eine fünf-Sterne Bewertung bei deiner Podcastplattform.
00:36:47: Dieser Podcast ist eine Produktion der Handwerker Radio GmbH.
00:36:52: Weitere Informationen findest du unter handwerker-radio.de.
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