#182 Johannes Hirth, wie bringen die Wildbakers Menschen wieder näher an das Bäckerhandwerk?

Shownotes

Wie gelingt es, ein traditionsreiches Handwerk neu zu erzählen und Menschen dafür zu begeistern? Bäckermeister Johannes Hirth zeigt gemeinsam mit seinem Wildbakers-Partner Jörg Schmid seit vielen Jahren, wie aus Leidenschaft für Brot sichtbare, erlebbare Formate entstehen können: mit Backshows, Kursen, Büchern, TV-Auftritten und einem eigenen Store in Stuttgart. Im Gespräch mit Max Herrmannsdörfer wird deutlich, wie Betriebe ihre eigene Geschichte, ihr Können und ihre Produkte selbstbewusst nach außen tragen können – ohne ihre handwerklichen Wurzeln zu verlieren.

Johannes Hirth spricht über die Bedeutung von Zeit, hochwertigen Rohstoffen und echter Handarbeit in der Backstube. Es geht um Sauerteig, neue Ideen im Sortiment, die Bindung zur Kundschaft und die Herausforderung, Qualität auch verständlich zu vermitteln.

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Max Herrmannsdörfer: Handwerk erleben. Podcast mit den spannendsten Geschichten aus dem Handwerk und darüber hinaus. Live-Events, Backkurse und fast 120 Jahre Familientradition. Mein heutiger Gast zeigt, was alles im Bäckerhandwerk möglich ist. Und damit ganz herzlich willkommen bei Handwerk erleben. Ich bin Max Hermannsdörfer und mein Gast ist heute Johannes Hirt. Er ist Bäckermeister, Geschäftsführer der Bäckerei Hirt in Bad Friedrichshall in Baden-Württemberg. Und er ist Teil der Wildbakers. Hallo, Johannes. Hi, grüß dich. Schön, dass du heute mit bei uns im Podcast zu Gast bist. Wir bleiben mal bei den Wildbakers. Ich kann mir vorstellen, dass viele aus der Bäckerszene die Wildbakers kennen. Für alle, mit den Wildbakers und der Bäckerszene wenig zu tun haben, was sind die Wildbakers? Ja gut, ist so eine Frage, haben wir jetzt die letzten 15, 20 Jahre, wo wir das jetzt schon machen, immer sehr häufig gestellt bekommen. Kann ich mir vorstellen. Tatsächlich ist es so, dass die Wildbakers zwei gute Freunde sind, die sehr viel Freude am Handwerk haben, am Beruf des Bäckers haben und 2009 sozusagen begonnen haben, als Event-Bug-Team Deutschland einfach ein bisschen aufzumischen, diesen schönen Beruf des Bäckers in der Medienlandschaft präsentiert werden zu lassen durch kreative Ansätze, einfach modernes Denken und Im Prinzip haben wir eigentlich die letzten Jahre alles rund ums Bäckerhandwerk getan. Ob es ein Buch geschrieben ist, ob wir eine Fernsehsendung gedreht haben, ob wir Präsentationen, Vorträge gemacht haben. die Besonderheit war eigentlich immer bis, sage ich mal Anfang 2025, dass die Wildbakers alles gemacht haben, außer eine eigene Bäckerei zu führen. Und das ist jetzt seit 2025 im Januar. auch anders, denn jetzt gibt es auch noch einen Wildbaker Store und zwar im Stuttgarter Süden in der Tübinger Straße. Krass. Also schon einiges erlebt über die letzten Jahre, zumindest ein Jahrzehnt hat sie schon voll. Zu den Wildbakers siehst du und dein Freund, der Jörg. Genau. Und er ist genauso Bäckermeister, hat eine eigene Bäckerei. Es ist tatsächlich so, dass der Jörg und ich haben uns auf der Meisterschule kennengelernt. Wir saßen nebeneinander.

Max Herrmannsdörfer: Und ich sage mal, unsere Bekanntschaft war von Anfang an irgendwie geprägt von Parallelen. Denn tatsächlich war es so, der Mittagspause hat er mit seiner Mutter telefoniert am ersten Schultag. Wir beide saßen nebeneinander. Mittagspause, telefoniert mit seiner Mutter, die zur gleichen Zeit, während wir den ersten Schultag der Meisterschule hatten, sie in Stuttgart war, in der Bäckerfachschule, auf einem Seminar. So, dreimal darfst raten, wer neben mir saß. meine Mutter. Ja, und so hat sich das, mal, seit unserer Bekanntschaft durch und durch gezogen. Wir haben die gleiche Unternehmensgeschichte. Wir sind in der gleichen, sei ich mal, Generation. Inzwischen ist es so, dass unsere beiden Frauen, die wir haben, das Gleiche beruflich gelernt haben. Und so ist das irgendwie ein Miteinander durchs Leben gehen. Ihr wart füreinander bestimmt, würde ich fast sagen. Ja, Jörg sagt immer, es war Pech. Pech aus dem in den letzten Jahren aber dann doch einiges entstanden ist, wenn man so hört. Ja, das stimmt. Das stimmt. Ich glaube, wenn wir da zurückblicken, können wir schon stolz sein auf das, was wir geleistet haben und sind auch ein Stück weit stolz darauf, was wir alles erleben durften mit dem schönen Bäckerhandwerk. Was war denn so in den letzten Jahren? Was waren denn die Highlights? Kannst es überhaupt zusammenfassen? Was habt ihr mit den Wildbakers so gemacht, wo du sagst, Krass, mega geil, dass wir das erleben durften, dass wir das gemacht haben. Ja gut, ich denke der Beginn war ja, wir mal, ein sehr schwieriger, da wir in einem Handwerk, das damals doch noch sehr traditionsbewusst, auch mit einer gewissen Altersstruktur Stück weit sehr verstaubt gedacht hat, war das sehr schwierig, weil wir ja so die jungen Wilden waren, die nur Blödsinn im Kopf haben. Das war 2009, hast du gesagt. Genau, war, also wir haben 2008 zusammen den Meister gemacht. 2009 war die erste deutsche Meisterschaft der Bäckermeister und dort haben wir teilgenommen als zweier Team, also so eine Art Back-Olympiade. Und da haben wir dann eben gesagt, wir können nicht als normale Bäcker dort auftreten, wenn wir auf der Messe im Finale backen, sondern wir lassen uns einen guten Auftritt einfallen. Und da sind wir halt dann gekommen mit

Max Herrmannsdörfer: schwarzen Jacken, rote Kopftücher und haben Musik in der Backstube laufen lassen, haben Energydrinks getrunken. Also einfach so ein bisschen ein rockiger, peppiger Auftritt. Damals sind wir halt Viertel geworden und war aber trotzdem so gut die Resonanz, dass wir einfach gesagt haben, wir wollen mit dem ganzen Thema weitermachen. Und erste Highlight, das sicherlich auch vieles in der Wahrnehmung verändert hat, war dann eben drei Jahre später. weil alle drei Jahre die Deutsche Meisterschaft der Bäckermeister ist und wir dann noch mal teilgenommen haben und 2012 dann gewinnen konnten. Team tatsächlich. Genau, als Team. Und das war nicht nur, sei mal, sehr emotional für uns beide, weil natürlich, sei mal, vier Generationen Bäckerfamilie da im Hintergrund die nächste Generation mehr oder weniger ist dann von heute auf morgen der beste Bäcker in Deutschland. Mitglied in der Bäcker-Nationalmannschaft. Also das war nicht nur emotional eins der größten Highlights, sondern auch hat das tatsächlich sehr viel verändert, weil du dann auch nicht nur von heute auf morgen Deutscher Meister warst, sondern du warst halt auch nicht mehr der junge Bäcker, der nur Blödsinn im Kopf hat, sondern du warst immerhin der beste Bäcker in Deutschland. Und das hat natürlich eine ganz andere Gewichtung gehabt. Und das war natürlich auch ein Auslöser für vieles, das dann auch kam. Und ich denke, die Wirklichen Highlights waren das Buch, das wir geschrieben haben, dass wir da inzwischen in der 15. und 16. Auflage sind. haben durch das Buch eine eigene Fernsehsendung im SWR erhalten, die wir eine mehrteilige Eigenproduktion hatten mit 40 Minuten Sendezeit, was, glaube ich, einmalig ist im Bäckerhandwerk, dass das für zwei Personen produziert wurde und natürlich, sage ich mal, auch die Reisen, die wir da hatten. Speziell auch ins Ausland. waren in den USA, wir waren in Kanada, wir waren in Taiwan zum Backe. Also vieles, vieles erlebt. Und ich glaube, was aber so in den letzten Jahren das war, was für uns so, sag ich mal, das Besondere war, was wir sich früher nie hätte erträumen lassen, ist so dieses Thema Backe-Shows. Dann haben wir ja Live Backe-Shows, die wir da, sag ich mal, etabliert haben.

Max Herrmannsdörfer: Das ist schon natürlich eine krasse Nummer, dass du wie ein Art Stand-up-Comedian oder wie so ein Promi-Koch auf der Bühne stehst, da entsprechend zwei Stunden Unterhaltungsprogramm, zweieinhalb Stunden Unterhaltungsprogramm, frei gestaltest, mit Inhalten füllst, auf der Bühne bäckst und dabei auch noch die Leute unterhältst. Das ist halt etwas, wo du sagst, das hätte man sich so vor 15, 20 Jahren nicht erträumen lassen. Ich glaube, da auch noch mal zu erwähnen ist, dann wirklich auch noch mal so dieser Punkt war, wo es einfach noch mal so im Kopf bähmig gemacht hat, war, als du halt die ersten Veranstaltungen hattest, wo die Leute einfach Eintritt bezahlt haben. die größte Veranstaltung war in Eppingen bei der Landesgartenschau. Das war, ich, 2019. Da hatten wir 650 Zuschauer. Geil. Da war es natürlich, die haben jetzt den Eintritt für die Gartenschau bezahlt. Aber wir hatten jetzt inzwischen jetzt auch dieses Jahr schon in in Reutlingen im Prinzip einen Auftritt bei der Kreisparkasse, wo die 400 Leute da waren, wo Eintritt bezahlt wurde. Also das ist schon so eine verrückte Sache, wo du sagst, hey, das ist schon crazy, dass auch sei mal die Wahrnehmung des Berufes sich in der Öffentlichkeit so gewandelt hat, dass die Leute sagen, das ist so spannend für mich und interessant. Ich will wissen, was die da machen. ist es aber genau die Frage, wer kommt denn zu diesen Events? Sind es dann Leute, die einfach am Backen interessiert sind? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auch schließlich Bäcker sind, die da kommen. Nee, nee, nee, nee. Also es ist natürlich durch das, dass wir auch sehr viele Backkurse für Endverbraucher geben, haben wir, sagen mal, auch außerhalb dieser Bäckerbubble eine hohe Wahrnehmung. Also es sind schon viele, die im Hobbybackbereich unterwegs sind, aber Durch das, wir jetzt auch immer diese Shows irgendwo ein Stück weit in unserem Einzugsgebiet hatten, wo wir persönlich bekannt auch waren, waren es natürlich auch, es mal, Freunde, Bekannte. Es waren einfach Menschen, die uns nur vielleicht aus der Zeitung gekannt haben, weil sie es in der Regionalzeitung gelesen haben, die jetzt gar nicht im ersten Moment ihren eigenen Sauerteig zu Hause haben, die aber einfach eine gewisse Affinität haben für bewusste Ernährung oder für regionales oder ein regionales Denken haben.

Max Herrmannsdörfer: Das ist schon immer spannend zu sehen. klar, durch das Thema Social Media hast du natürlich noch mal andere Einzugsgebiete. Und dann kommen schon auch mal die Leute noch von Weiters weg her gefahren, zu sagen, die will ich mal live erleben. Das ist ja richtig. Also es ist schon geil, sich so was aufzubauen und dann auch so eine Community aufzubauen, die dann auch Kilometer auf sich nehmen, so was mal live zu erleben. Absolut. Was passiert dann da live, wenn ihr da zwei Stunden Programm habt? Ich habe so ein paar Ausschnitte bei Social Media gesehen. Da habt ihr ein bisschen was geteilt. Aber ich kann es mir noch nicht komplett vorstellen. Wie sieht so eine Live-Session mit den Wildbakers aus? Tja, muss man vorbeikommen. Du hast die Möglichkeit, mich hier anzuteasen. Wir versuchen eigentlich auch immer unser Bühnenprogramm natürlich ein Stück weit an irgendwelche Ereignisse, Anlässe, Jahreszeiten anzupassen, dass man einfach so bisschen einen thematischen Rahmen hat. Wir waren jetzt zum Beispiel dieses Jahr in der Nähe von Ravensburg am Bodensee, in einem Hoftheater. Das war relativ nahe in Ostern. Also war das so eine Osterbackshow ein bisschen. haben dann auch schon Backen ist sexy war so dieser Kickoff. Dann war total verbrezelt. Da ging es dann die Laugenbrezel. Und am Ende vom Tag ist die Struktur immer relativ ähnlich. Wir haben backende Elemente. haben aber auch informative Elemente, wo wir einfach am Ende vom Tag den Zuschauern Benefits mitgeben, tieferes Fachwissen, bis dahingehend, dass wir natürlich auch Werte vermitteln wollen. Es geht auch den Qualitätsgedanken. Was ist ein gutes Brot wert? Was macht Geschmack beim Brot aus? Und das Ganze versuchen wir natürlich, durch das wir auch zu zweit auf der Bühne sind, einfach die Bälle dazu zu spielen. Und klar, ist dann schon auch für die Leute amüsant, wenn man da Freiwillige aus dem Publikum nehmen, die in ihrem Leben noch nie eine Pretzel gemacht haben und die dann gegeneinander die Wette Pretzel machen müssen und solche Sachen. Also es ist tatsächlich eine Kombination aus Show, aus Infotainment, aus Entertainment. Gebacken wird auch nebenzu. Wir haben eigentlich immer Backöfen auf der Bühne stehen. Ja, schön. Natürlich ist es so, wir brauchen da jetzt uns nichts vormachen. Da redest du jetzt nicht über ein langzeitgeführtes Sauerteigbrot ohne Backhefe, sondern da müssen wir schon gucken, dass wir

Max Herrmannsdörfer: sei es mal Gebäcke herstellen, die einfach dann auf der Bühne auch irgendwie umgesetzt werden können. Aber das funktioniert in Summe ganz gut. Was wünschen sich denn die Leute, die zu euch kommen? Warum finden sie das Thema Backen, das Thema Brot und alles, was mit zusammenhängt, so spannend? Glaubst du, dass da mittlerweile ein stärkeres Bewusstsein wieder da ist für handwerklich hergestellte Backwaren? Oder ist es eine ausgewählte Gruppe, da bei euch ist? Was meinst du? Ich glaube, durch diese ganze deutlich größere Wahrnehmbarkeit von dieser Hobbybäckerszene, der Backbranche an sich in der Öffentlichkeit, dass da halt eine gewisse Affinität dafür entstanden ist und das Interesse daran, das zu verstehen, wie man dann ein eigenes Brot zum Beispiel auch so hinbekommt, wie das jetzt Brot ist, das man bei seinem Lieblingsbäcker kauft. Das sehen viele Hobbybäcker als Herausforderung, sich auf dieses Level hoch zu hieven. Das ist schon so etwas, wo man sagen muss, dass die Leute kommen, dieses Wissen einzusammeln. Da ist die BacShow nicht die beste Plattform, da wäre der BacKurs die bessere. Aber das ist schon eine Sache, wo ich sage, je nach Veranstaltung, je nach Event hast du unterschiedliche Zielgründe. Weil du die Kurse ansprichst, auch das bietet ihr ja an. Auch in diesem Jahr. Ich habe auf der Website mal reingeguckt. Ich weiß gar nicht, wie viele Kurse noch in diesem Jahr. Schon ordentlich, was ihr da so anbietet. Ja gut, sage mal, das ist deutlich weniger, wie es schon war, weil wir einfach der Nachfrage nicht gerecht werden konnten. Man musste das einfach immer ein bisschen auch zentralisieren. Die Verantwortung steigt im Unternehmen. Es gibt auch noch Privatleben. Und deswegen haben wir das einfach ein bisschen limitiert. Aber nichtsdestotrotz würde ich schon sagen, es... Also die Backkurse sind ja beim Jörg in der Backstube oder bei mir. Das sind ja zwei Standorte, wo die Backkurse gemacht werden. Die Inhalte sind sehr ähnlich. Manche Kurse sind deckungsgleich. Manche sind einfach ein bisschen auf die Gegebenheiten in der Backstube auch angepasst. Aber es ist natürlich schon so, dass du da sagen musst, in Summe sind es wahrscheinlich in jeder Backstube 50 Kurse im Jahr.

Max Herrmannsdörfer: Das wäre ja dann durchschnittlich immerhin ein Kurs pro Woche. Und das ist schon ein Pensum, wo du sagen musst, das ist dann aber auch so das Limit, das ist trotzdem auch Vorbereitungszeit und alles kostet. Und die Kurse, sind aber dann auch in der Regel gebucht. Also da kommen die Leute. Genau. Über welche Größen sprechen wir da so? Gut, ich sag mal, ich bekomme bei mir in der Backstube so 15, 16 Leute pro Kurs rein. Ich sage mal, wenn es geschlossene Gruppen sind, ich auch mal 20. Beim Jörg ist die Backstube größer. Der kriegt so 20, 25 ohne Probleme rein. Es ist dann aber auch immer so ein Thema. Wir wollen ja jetzt auch nicht das Gefühl vermitteln, dass wir die Leute da durchpferchen, sondern es soll ja schon auch das Niveau halten, was wir uns selber wünschen. Natürlich werde ich es nie schaffen bei 15 Leute. persönliche Betreuung für jeden Backkursteilnehmer abzubilden, dass ich sage, ich zeige dir jetzt jedem Einzelnen, wie er das Brot macht und ich gehe ihm zur Hand und so weiter. Das schaffe ich nicht. Aber bei 15 Stück ist es so, dass jeder genug Platz für sich hat. Das ist auch der große Unterschied von einem Backkurs in einer Backstube zu einem Backkurs in einer Volkshochschule oder einem Küchenstudio. Wir haben durch die großen Maschinen, durch die großen Öfen. einfach die Möglichkeit, auch viel Teig zu machen. Das bedeutet, im Kurs formt seine eigenen Brote. Und das ist, glaube ich, auch so dieser Game-Changer, weswegen das so gut funktioniert, weil die Leute, sage ich mal, ganz nah am Produkt sind. Die stecken die Finger in den Teig, die formen ihr eigenes Gebäck und dürfen dann natürlich dann auch reichlich Backware mit nach Hause nehmen. Und es ist wirklich so, dass wir die Kurse eigentlich sehr dezent bewerben. Wir haben ein Newsletter. für unsere treuen Fans, wo das dann rausgeht. Wir machen ein bisschen was über die Theke. Aber so dass wir jetzt wirklich sagen, wir plakatieren da die Plattformen mit Werbung, so ist es lange nicht mehr, weil wir wie gesagt die Kurse auch so voll bekommen. Ja, aber ich finde das Pensum von 50 Kursen im Jahr, finde ich schon ordentlich. Vor allem da ist dann immer jemand von euch auch vor Ort, wenn das bei dir ist oder bei Jörg jeweils.

Max Herrmannsdörfer: Also das ist ist das ist das ein bisschen der Nachteil an den Kursen, dass das Ganze natürlich schon personenbezogen ist. Also da kommen auch viele Hobbybäcker, weil die uns sehen wollen. Also wenn ich jetzt einen Backkurs habe, der ausgebucht ist und in irgendeinen Termin reinkommt oder irgendwas Privates ist, wo ich einfach sage, ich muss den Kurs leider Gottes absagen. Hast du schon die Möglichkeit? Also bei mir und beim Jörg, der hat auch wir haben beide Personen, die uns ersetzen können. Aber wenn du die Ersatzperson schickst, hast du schon in der Regel auch immer wieder Kursteilnehmer, die dann sagen, ja dann kommen sie nicht. ja gut. Ich ihr habt die Marke dann jetzt seit 15, 16, 17 Jahren aufgebaut. Ja, also ich halte einfach dieses Los, das man da damit gezogen hat, aber deshalb auch der Grund, weswegen wir die Anzahl der Kurse einfach ein bisschen reduziert haben. Ja, ja gut. Aber ich meine, ihr würdet das ja nicht machen, wenn es nicht euch auch irgendwas geben würde, wenn es euch nicht auch Spaß machen würde. Ich glaube schon auch, klar, ist vermutlich ein kleiner finanzieller Nebenverdienst, den ihr euch damit aufgebaut habt, diese Kurse. Das ja logisch. Das Ganze läuft dann neben dem Alltagsgeschäft oder wie? Wie stelle ich es mir vor, wenn bei euch in der Backstube mal nichts los ist, dann finden diese Kurse statt? Gut, im Prinzip setzen wir die Termine und das ist unter der Woche immer abends. Dann haben wir Wochenendtermine, die sind dann halt Samstagnachmittag. Da wo die Backstube an sich leer ist. die Backstube leer ist. Und wenn dann da Kuss ist, ist im Idealfall so, dass du nachts nicht noch auch am nächsten Tag oder am Kustag selber in der Backstube stehen musstest. Und dann sei mal jeder, der sich bisschen mit Brot backen auskennt, weiß dann müssen halt am Vortag, müssen Vorteige, Sauerteige gerichtet werden. Wir gucken natürlich schon, dass wir auch entsprechend vorbereitet sind, wenn die Kursteilnehmer kommen. Das heißt also... Du musst alles vorwiegen. hast die ganzen Bleche, Gärkörbchen und so weiter alles gerichtet. natürlich dann, wenn die Kursteilnehmer in der Backstube sind, dass dann auch die Performance stimmt. Okay. Backkurse, also ein Bestandteil der Wildbakers neben den Live-Events. Ihr macht noch viel mehr. Wir werden gar nicht über alle, alle Details sprechen können, aber über eure Podcast haben wir ganz am Anfang auch off-record schon einmal kurz.

Max Herrmannsdörfer: gesprochen, den ihr bei den Wildbackers habt, die Fernsehsendungen, man findet das auch alles online bei euch auf der Website oder auch über Social Media. Da kommt man auch auf alle Medienformate, wo ihr jemals zu Gast wart und lohnt sich da auf jeden Fall mal durchzuklicken. Du hast euren Store erwähnt, den ihr seit letztem Jahr in Stuttgart betreibt. Ist das dann eine eigenständige Bäckerei oder habt ihr damit auch operativ irgendwas zu tun? Also es ist im Prinzip eine eigene Firma, die wir noch unter der Marke gegründet haben. Und es ist auch ein Store, ein Ladenkonzept, das eigenständig für sich steht. Also wir haben dort einen eigenen, separate Mitarbeiter, die mit den Stammbäckereien nichts zu tun haben. Dort fort ist eine Backstube. die ist wie eine kleine Bäckerei sozusagen, eben nur mit einem Ladengeschäft. Jörg und ich schauen in der Regel, dass wir einmal in der Woche auch vor Ort sind. Stuttgart ist im Prinzip der Grund, weswegen in Stuttgart hat, einfach der Hintergrund, dass es geografisch ein Stück weit die Mitte ist zwischen uns beiden. Du bist eher nördlich von Stuttgart und Jörg eher südlich. Genau. Und deswegen, wie gesagt, haben wir mit der Idee müssen wir in die Großstadt. Was macht da Sinn, damit man wirklich auch sagen kann, man kann die Präsenz und die Aufgaben auch fair aufteilen. Und dann war das halt eben naheliegend, dass es in Stuttgart sein soll. die Großstadt, Menschen anders als die Kleinstadt und dörflichen Menschen? Gibt es bei dem Wildbaker Store andere Produkte als bei euch? Also es gibt teilweise andere Produkte, es gibt aber auch Produkte, die bei uns in den Bäckereien zu den Topsellern gehören und es ist wirklich so, dass es ein anderes Klielentee ist. Es ist ein anderes Kaufverhalten. Kannst es mich erklären, was genau ist anders? Also da waren einfach ein paar Artikel dabei, wie so ein Pfefferbaguette oder sowas, oder auch diese abgefahrenen Brotsorten, dass du ein schwarzes Baguette hast mit getrockneten Tomaten, ein Sepia, Focaccia, ein Maisbaguette. Also einfach diese crazy Geschichten, die im Prinzip bei uns auf dem ländlichen, sag ich mal, immer dann gut funktionieren, wenn irgendein Event ist, verkaufst du auf den Sonntag, Straßen verkauf und so weiter.

Max Herrmannsdörfer: aber die sich im normalen Alltagsgeschäft dann irgendwie in der Theke totlegen. Und da waren wir beide zum Beispiel der felsenfeste Überzeugung, das funktioniert in Stuttgart ohne Probleme. Und jetzt haben wir, aber gut, das ist natürlich vielleicht auch der Lage ein Stück weit geschuldet, Stuttgarter Süden. Jetzt ist das meistverkaufte Brot im Stuttgarter Laden schon Vollkornbrot, ein Emma-Vollkornbrot. Ganz klassisch eigentlich. Ja, das sind es ja immer schon so Dinge, wo wir anders erwartet hätten. Wir bilden, glaube ich, dort vor Ort schon das Sortiment so ab, dass jeder das findet, was er sucht. Das auf einem sehr, sehr hohen Niveau an Backwarenqualität, weil die natürlich durch dieses sehr schmale Sortiment einfach auch viel mehr Zeit haben, die Backwaren auf einem entsprechenden Qualitätslevel herzustellen. Aber es ist trotz allem so, dass wir immer noch auch immer wieder dazulernen und ein Stück weit auch noch in der Findungsphase sind. was jetzt die richtige Sortimentsmischung ist in Stuttgart. Ja, okay, interessant. Wie stark entwickelt sich denn so ein Sortiment im Laufe der Jahre weiter? das, updatet man da regelmäßig oder hat man irgendwann seine Produkte? Gut, denke, am Ende vom Tag ist es immer ein bisschen eine Philosophiefrage, wie man als Bäcker, als Unternehmer mit diesem Thema umgeht. Wenn ich jetzt von meiner Bäckerei spreche, es so, dass wir schon ein gewisses Kernsortiment haben, wo du einfach sagst, die Brote, wird es immer geben müssen. Aber wir versuchen schon auch immer wieder neue Impulse zu setzen, einfach auch mal zu probieren. Häufig zeigt sich, dass dann das Alte Werte meistens mehr gekauft wird und man natürlich dann immer wieder auch zögerlich ist bezüglich Neuerungen. Aber ich bin schon der festen Überzeugung auch, dass es diese Neuerungen und Veränderungen zumindest punktuell braucht, einfach auch das Spektrum für die Nicht-Stammkunden sozusagen so offen zu gestalten, dass du einfach als spannende Bäckerei wahrgenommen wirst. Ja, ich kann mir das gut vorstellen, dass gerade Stammkunden natürlich gerne auch Altbewährtes und Bekanntes kaufen, dass man aber als Bäckerei schon auch Impulse setzen kann und mal mutiger werden kann.

Max Herrmannsdörfer: Und ich höre schon raus, du versuchst sowas bei euch in der Bäckerei. Kannst du da ein Beispiel nennen? Was war so letztes Produkt, wo ihr dran getüffelt habt, wo ihr gedacht habt, jo, lass uns das mal probieren, auch wenn es vielleicht verrückt klingt. Also gut, verrückt, verrückt in dem Sinne, sage ich mal jetzt nicht das Produkt selber. Aber bei mir in der Bäckerei jetzt zum Beispiel war es so, dass wir die letzten 15, 20 Jahre so ein Paketbrötchen gebacken haben, so ein wie ein Elsässer. weiß noch, du das was sagst. Das sind einfach zwei eckige Brötchen, die aneinandergebacken sind. ja. So ein Doppelweg, ein Doppelweg klassisch rund. Aber Elsässer war bei uns halt immer dieses eckige, gepresste Brötchen. So und das hieß bei uns Schweble. Ja. das war halt seit Jahren und Tagen haben wir das irgendwie gemacht und haben das auch mal ein bisschen optimiert, dass es einfach spannender Rezeptur ist. Und das haben wir jetzt Anfang des Jahres hatte ich den Impuls mal gebracht, als ich gesagt habe, lasst uns doch da mal was anderes machen. Ich habe gesagt, was mir in unserem Sortiment immer gefehlt hat, weil das versuche ich schon auch immer so bisschen zu überblicken, dass ich halt sage, ich hätte halt gerne in jeder Produktart auch etwas zum Beispiel aus Dinkel. Wenn du jetzt zu mir zur Bäckerei kommst und sagst, ich hätte gerne ein Dinkelbrötchen, gibt es halt entweder ein Dinkelbrötchen mit fermentierten Dinkelkörner und Sonnenblumenkerne drinne. Oder es gibt ein Dinkelbrötchen mit Leinsat und Bliplablupp drin. Also es gibt nicht dieses helle Brötchen, nur eben aus Dinkelmehl. So, und dann habe gesagt, also was haltet ihr davon, wenn wir jetzt das Schwäble abschaffen und dafür ein ähnliches Rezept machen, eben nur zu 100 % auf Dinkelbasis? Und das fanden im Team auch alle gut. Wir haben dann eben die Form verändert und haben nicht gesagt, wir machen eins zu eins die Form, sondern haben so ein rustikales Baguettebrötchen gemacht. Und das Ganze, das packen wir sogar noch direkt auf der Steinplatte. Also das Produkt ist eigentlich mega geil. Aber da war natürlich der Riesaufschrei. Die wollten ihr Schweble zurück. Die wollten ihr Schweble zurück. Und bis heute noch. Also ich werde von Leuten auf der Straße angesprochen. Jetzt muss man mal erklären, was dich da dazu bewegt hat. Ihr habt es auch nicht wieder zurückgegeben. Also bisher halten wir noch Stand. Es ist auch so, wir haben dann auch zwischenzeitlich echt.

Max Herrmannsdörfer: Verkaufszahlen eingebüßt. Aber inzwischen sind wir schon wieder annähernd auf den Zahlen, wo wir vorher mit dem Schwäbchen waren. ich glaube, bei solchen, man sagt ja immer der menschlichen Gewohnheitstier. Ich glaube, wenn man solche Gewohnheiten verändert, braucht es halt einfach eine gewisse Standhaftigkeit. Und ich sage mal, wäre ich jetzt von diesem neuen Brötchen, dem Dinkelkracher nicht persönlich von der Qualität so überzeugt, Wäre ich wahrscheinlich schon länger gekippt und hätte gesagt, okay, wir machen es wieder anders. Aber wir halten noch durch. Ich finde es aber ganz schön, weil es zeigt ja doch, wie emotional auch eine Bindung zu einem Produkt auf der einen Seite sein kann, aber dann eben auch zu einer Bäckerei. gerade in dem ländlichen Bereich, glaube ich, ist es schon noch stärker. gehen die Leute zu ihrem Bäcker. Also die Verbindung vom Kunde zu euch als Bäcker. Die ist doch eigentlich ganz, also ist doch voll geil, wenn ihr wisst, ihr habt eure Leute, eure Kundschaft, die lieben eure Produkte, die kaufen im besten Fall nur bei euch. Ist doch eigentlich ein ganz schöner, ein schönes Arbeitsfeld, ich mal. Also das hast du schon auch immer wieder, dass du jetzt im Moment grad ist ja auch so diese Festsaison, dass es alle möglichen Waldfeste, Seefeste und so weiter gibt. Ja, und das ist schon auch schön, wenn dann du auf den Festen angesprochen wirst und die Leute sagen, hey, wir kommen von da und da und fahren immer zu euch und kaufen euer Brot, das Beste. Das ist ja schon, sag ich mal, dann auch diese Bestätigung, die du im Alltag eigentlich zu selten erfährst. Ja, und die erfahren wir speziell auch meine Bäcker zum Beispiel ja nur, wenn man irgendwie auch an die Öffentlichkeit geht. Und das war ja mit dem Grund, weswegen wir ja auch in Stuttgart diese offene Backstube haben, dass einfach auch die Bäcker, die Backwaren herstellen, auch die Möglichkeit bekommen, dass wenn die Kunden das Produkt feiern, die Backware feiern, dass sie einfach diese Emotionen und diese Leidenschaft auch mal erfahren können. Weil das kriegen ja sonst nur die Verkäuferinnen zu hören, wenn überhaupt. Ihr seid da in Stuttgart sowieso sehr transparent in dem Store. Gebt ihr auch Rezepte raus? Ich habe das irgendwo gelesen oder gehört, glaube ich.

Max Herrmannsdörfer: Nein, tatsächlich ist es so, Rezepte in dem Sinn geben wir nicht raus, aber eine der Besonderheiten in unserem Ladenkonzept in Stuttgart ist ja der Sauerteigtressort. Also wir sind die und einzige Bäckerei in Deutschland, stand jetzt meines Wissens, die einen Sauerteigtressort besitzen. Und letztendlich ist es so, ich glaube, das wertvollste Gut, was jeder Bäcker besitzt, ist eben die Sauerteigkultur, die im Idealfall über Generationen hinweg sozusagen im Besitz der Bäckerei ist. Und wir haben in Stuttgart eben diese Transparenz jetzt gebildet, dass man fünf Sorten Sauerteig bei uns kaufen kann. Das heißt also, wenn du jetzt mal in Stuttgart bist und sagst, nächste Woche will ich dann Brot backen anfangen, dann musst du dir jetzt nicht deinen eigenen Sauerteig züchten, sondern du kannst nach Stuttgart gehen und sagen, ich möchte einen Emmer-Sauer oder ich will eine Madre und kannst dir da deinen Sauerteig mitnehmen. Und was wird dort eben? sozusagen zur Verfügung stellen, ist die Information, wie du mit dem Sauerteig umzugehen hast. Sehr gut, sehr gut. Was sind denn so die wichtigsten Punkte, wenn jetzt Leute zu Hause am Sauerteig regelmäßig verzweifeln? Was macht einen guten Sauerteig aus? Wie gelingt er? Gut, es sind natürlich mehrere Faktoren. Aber am Ende vom Tag ist es so, man muss halt wissen, der Sauerteig sich irgendwo zwischen Haustiere, Lebewesen und Hausgegenstand sich bewegt. Man muss halt sich ein bisschen drum kümmern. Das ist, mal so, dieses Wichtige. Und ich glaube, es gibt sehr viele Fachlektüren, die das auch sehr detailgetreu erklären. Aber am Ende vom Tag ist es auch das, was ich meine Hobbybäcker immer sage. Wenn du für dich deinen Weg gefunden hast, wie dein Sauerteig am Leben hält, gibt es kein Falsch. Okay. So, wenn du mit deinem Sauerteig super Brote... Baggergebnisse erzielst und es dir alles super schmeckt, dann vergiss die Fachtheorie, sondern behalte das so bei, wie du es dir angeeignet hast. Und beim Sauerteig ist es ja so, ich brauche ja nicht viel, ich brauche ein gutes Mehl, ich brauche Mikroorganismen und ich brauche Wasser. Und wo ich diese Mikroorganismen herhole, da gibt es mehrere Möglichkeiten. Und dann ist es eben einfach nur eine Pflege. Ich muss halt sorgsam mit meinem Sauerteig umgehen.

Max Herrmannsdörfer: Wer sich's einfach machen möchte, der holt sich einen Sauerteig bei euch in Stuttgart ab. So ist es. Wir schauen nochmal zu dir in deine Bäckerei, eure Familienbäckerei. Ihr habt ja mehrere Standorte. Kannst uns da mal einen groben Überblick geben? Wie groß seid ihr? Wie groß ist euer Team? Also die Bäckerei produziert ja sozusagen in Bad Friedrichshall. Bad Friedrichshall hat mehrere Teilorte und die Produktion ist in Jaxtfeld heißt es. Das ist in der Nähe von Neckersulm, Heilbronn, ist da unser Landkreis. Dort haben wir acht Verkaufsstellen mit 110 Mitarbeitern und versuchen nach wie vor die Philosophie zu leben, dass wir handwerklich hochwertige Backwaren herstellen. Was heißt das genau in der Praxis für dich? Handwerklich hochwertige Backwaren herstellen? Wir sind nach wie vor noch in der Produktion so aufgestellt, dass wir jedes Brot und jedes Baguette und jede Pretzel von Hand formen. Und wir eigentlich nur da maschinelle Unterstützung einsetzen, wo es für uns wirklich auch logisch und sinnvoll ist. Also wir portionieren jetzt keine Brötchen und formen die, weil das einfach zu große Mengen sind. Aber bestes Beispiel vielleicht, wir haben einen Brotabwieger, der uns die Broteteige portioniert, aber die Formgebung läuft komplett mit der Hand. Und das ist glaube ich etwas, die dir dann einfach die Möglichkeit auch gibt, diese Kompromisse, die man gehen muss, wenn man zu sehr, sage ich mal, auf maschinelle Unterstützung geht oder dann einfach auch zu groß wird in der Dimension, musst du halt irgendwann anfangen, Kompromisse am Produkt einzugehen. Und da sind wir noch auf einer Ebene, dass wir diese Kompromisse nicht eingehen müssen und wir dadurch einfach speziell, was Brotform angeht, können wir frei walten. Also jedes Brot ist irgendwo individuell. Also wir sagen auch, einer unserer Firmen-Philoso- oder einer unserer Firmen-Leitsätze ist, dass man bei uns Unikate kauft. Tatsächlich, wenn alles durch die Hand geht und mal von jemandem angefasst und gemacht wurde, klar, das wird niemals 100 Prozent gleich aussehen wie das Brot am Vortag. Ich finde, macht das Handwerk und auch das Bäckerhandwerk gerade so schön und auch individuell eben.

Max Herrmannsdörfer: Absolut. Absolut. tatsächlich, das ist ja auch mit einer der Hauptgründe, weswegen so viele Hobbybäcker sozusagen zu den Backkursen kommen oder weswegen so viele auch ihr eigenes Brot backen. sage... handgemacht ist. habe es selbst Zum einen das und es ist halt wirklich so und ich will da wirklich keinem Kollegen zu nahe treten. muss jeder Bäcker für sich selber entscheiden, welchen Weg er einschlägt bei seiner Backwarenphilosophie. Aber ich höre halt doch immer wieder dass die deswegen selber backen, weil sie keine guten Bäcker mehr bei sich haben. ich glaube, was ein großer Unterschied ist von früher zu heute. Früher war das so, dass das Wissen komplett innerhalb der Branche verschlossen war. Wenn ich jetzt als guter Bäcker super Brote gebacken habe, ich habe niemand verraten, wie ich es mache. So mir jemand irgendwas wegnehmen. Genau. Es ist heutzutage so, dass manche Bäcker schon verraten, was sie machen. Aber wo der viel größere Wissensschatz ist und wo wirklich sich die Qualität enorm verbessert hat, sind im Prinzip unsere Fachschulen. Plus auch die ganzen Fachbücher, plus YouTube. wenn ich ein guter Freund von uns ist, Marcel Pah aus der Schweiz, der glaube ich einer der bekanntesten Brot YouTuber in Europa ist. Wenn ich bei dem Rezept sehe, da weiß ich genau, ist von der Qualität so, dass ich es bei mir in der Backstube machen kann. Ja, stark. So und deswegen sage ich und das klingt wahrscheinlich jetzt, es soll gar nicht arrogant sein, aber es soll schon auch, sei es mal, eine gewisse Schärfe mit sich bringen. Ich behaupte einfach mal, dass der Bäcker, heutzutage schlechtes Brot backt, einfach kein gutes Brot backen will. Das würde ich einfach mal so im Raum stehen lassen, weil jeder, der es will, der kann sich das Wissen holen und kann es dann umsetzen. Es entwickelt sich ja auch immer weiter. man bleibt ja nicht stehen. Auch im Bäckerhandwerk nicht. Ich meine, du bist jetzt seit mehr als 20 Jahren in diesem Beruf tätig. Du hast seit mehr als zehn Jahren auch die Geschäftsführung bei euch im Betrieb inne. Seid mit den Wildbakers viel unterwegs. Was meinst du, was ist so der größte Wandel in den letzten zehn Jahren im Bäckerhandwerk? Vielleicht im Bäckerhandwerk selbst, aber auch in der Außenwahrnehmung des Bäckerhandwerks.

Max Herrmannsdörfer: Ja gut, der größte Wandel im Bäckerhandwerk selbst ist glaube ich schon so dieser Rückschritt zur langen Fermentation. Also zu der Zeit, als ich meine Ausbildung gemacht habe und ich habe meine Ausbildung zu Hause bei meinem Vater gemacht, weil er einfach gesagt hat, er weiß gar nicht so richtig, wo er mich hinschicken soll. Also da hat sich einfach das komplett gewandelt, dass du früher hast du entsprechend Hefe im Brot drin gehabt und Gärräume und hast dann alle Brote hergestellt und am selben Tag gebacken. Da hat es, glaube ich, schon einen großen Wandel gegeben. Wenn ich jetzt mal reflektiere, was wir dann 2008 in der Meisterschule gelernt haben und was jetzt heute dort vermittelt wird, ist das auch noch mal ganz anderes Level. Da hast du dann halt gelernt, du ohne Backhelfer mehr oder weniger ein Rezept erstellt und heutzutage backen die Brote ohne Hefe nur über Sauerteig gelockert. Das wird alles gelehrt. ist ja auch der Grund, weswegen die neuen Bäckereien, die nachrücken, einfach qualitativ einen ganz anderen Ansatz haben. Und ich glaube, dass das so mit der größte Wandel ist im Bäckerhandwerk der letzten 10, 15 Jahre. Was für mich spannend zu sehen sein wird, und das werde ich auch noch miterleben müssen, weil ich noch nicht so alt bin, sein, ob sich das Bäckerhandwerk jetzt mal in die Zukunft blickt, in den nächsten 10 bis 15 Jahren, noch mal so neu Erfinden noch mal so stark wandeln kann oder ob wir jetzt halt einfach sage ich mal was die Backwarenphilosophie und die Qualität angeht, dass wir da jetzt halt an dem Level angekommen sind, dass wir sagen weiter geht es nicht. Das ist ein bisschen so meine Vermutung, weil wie gesagt, mir würde jetzt spontan nicht die ultimative Neuerfindung einfallen, wie man jetzt ein Top-Brot noch besser machen kann. Also du kannst dir vorstellen, dass ihr jetzt im Bäckerhandwerk allgemein einen Qualitätsstandard erreicht habt, der hoch ist und der jetzt schwierig wird in den nächsten kommenden Jahren nochmal zu übertreffen. Verstehe ich dich da richtig? Ich glaube, was perspektivisch ein Thema sein wird, wo immer wieder neue Impulse kommen werden, sind einfach Rohstoffe. Als einfach vielleicht mal so ein Paradebeispiel vor, ich würde jetzt mal sagen, sechs, sieben, acht Jahren war der Begriff Urgetreide nicht vorhanden.

Max Herrmannsdörfer: Bäckerhandwerk. Und jetzt auf einmal haben wir überall Urgetreide. Wir backen mit Emmer, Dinkel, Einkommen. Früher gab es nur den Dinkel. Und das sind, ich, so die Dinge, wo uns weiterhin im Bäckerhandwerk beschäftigt werden, dass man einfach mit den Rohstoffen versucht, neue Dinge einzuführen. Aber jetzt rein dieser backtechnologische Schritt von Teigbereitung zum fertigen Produkt. Da sehe ich jetzt nicht nur diese ultimative Innovation, aber ich lasse mich gerne überraschen. Bei Rohstoffen, da muss ich jetzt als komplett Außenstehender dran denken. Also wir haben doch eigentlich alle Rohstoffe schon irgendwo mal irgendwo eingesetzt oder wir kennen doch die meisten Rohstoffe. Ist das in Bäckerhandwerk so, dass man da immer noch mal irgendwas Neues erfinden kann? Also ich glaube, was halt schon ein Thema ist, ist eben unser Hauptrohstoff, das Mehl. dass man da einfach auch das Spektrum deutlich weiter geöffnet hat, wie es noch vor 10, 15 Jahren war. Obwohl Mehl ja wirklich so eine Grundzutat eigentlich ist. Natürlich, Aber dass wir jetzt halt einfach auch mal sagen, du hast zum Beispiel ein Hartweizenmehl, das du nützt, deine mediterranen Brote zu backen. Das war damals undenkbar. Also wenn du da einen Chiabatta gemacht hast, dann hast du halt einen Weizenteig gemacht, hast einen Schluck Olivenöl rein und war das ein Chiabatta. Das Höchste der Gefühle war dann, dass da vielleicht noch ein bisschen Hartweizenkris reinkam. Aber ich glaube, wir dieser Ebene ganz viele Möglichkeiten haben, nochmal Individualität reinzubekommen. Viele Bäcker und wir ja auch, inzwischen ihr eigenes Getreide anbauen. Dann kann ich eben über den Landwirt definieren und bestimmen, welche Weizenart möchte ich jetzt, dass du die für mich anbaust. Und da gibt es natürlich etliche Diversitäten. Plus dass natürlich die Schnelllebigkeit, die wir heute haben, natürlich Informationen zuspielt aus allen Ländern dieser Welt, wo wir vielleicht sagen, das ist jetzt die Zutat, die wir jetzt im Bäckerhandwerk testen müssen und die schmeiße ich in ein Brot rein. Ich bin gespannt, was da noch so kommen wird in den nächsten Jahren. Ob da wirklich irgendwann mal die krasse Innovation noch mit dabei ist. Wenn wir auf dich und deine Aufgabe gucken,

Max Herrmannsdörfer: Ich weiß nicht, wie oft bist du selbst noch in der Backstube tätig? Also bei mir ist es so, dass ich natürlich in der Betriebsgröße, wo wir inzwischen sind, ich jetzt nicht zwingend forciere, Nacht für Nacht in der Backstube zu stehen, weil ich einfach andere Aufgaben habe. mein Arbeitstag sich halt dann in der Regel einfach auch zeitlich in eine andere Richtung entwickelt, sprich während dem Mittag und auch in den Abend rein. Aber Ende vom Tag ist es so, dass wir im Moment gerade an so einer Größe sind, wo ich sage, Je nachdem, wer in der Backstube da ist, dann Urlaubsituation plus Krankensituation ist, dass ich dann schon auch in der Backstube sein muss. Also speziell diese Woche war es jetzt so, dass ich jetzt heute morgen 2 Uhr in der Backstube war. Krass. Heute morgen 2 Uhr in der Backstube, jetzt 2 Uhr hier bei mir im Podcast. hoffe, dass du nicht siehst. Nein, aber das ist, glaube ich, etwas, was ich persönlich mir immer beibehalten will und auch treu bleiben will. Ich möchte nah an dem Thema dran sein. Ich möchte nicht, dass meine Bäcker mir irgendwas erzählen und ich es nicht mehr nachvollziehen kann zum Thema Brot oder Brötchen. Hinzu kommt, dass es mir einfach Spaß macht. Ich bin gern Bäcker. Plus, dass ich einfach auch meinem Team signalisieren möchte, dass sie einfach wissen, hey, Wenn der weiß, jetzt, sei mal, die Bude brennt, liegt er nicht im Bett und pennt bis sechs oder acht und kommt dann irgendwann ins Büro und trinkt erst mal einen ruhen Kaffee, sondern wenn es brennt, dann ist er da. das versuche ich halt. Ich sehe mich nach wie vor einfach als Teil des Teams. Ja, ist doch schön. Und ich bin zwar nicht der Erste, der gerufen wird, wenn jetzt jemand fehlt, aber bin derjenige, der dann da ist, wenn es keine Optionen mehr gibt. Und es ist ja nicht so, als hättest du in dieser Betriebsgröße keine anderen Aufgaben zu lösen und keine anderen Themen auf dem Tisch. im Bäckerhandwerk. Es ist nicht so ganz einfach, auch aus politischer Sicht. Egal, ob es jetzt Rohstoffpreise sind, es Strompreise sind, die natürlich bei euch in der Größe ordentlich reinschlagen. Ganz aktuell, also zur Transparenz. Wir nehmen auf am 23. Juli. Ich habe vor unserem Interview, habe ich

Max Herrmannsdörfer: habe ich einen Post gelesen vom Zentralverband des Deutschen Handwerks. Es geht das Sonntagsbackverbot. Auch für euch vielleicht ein Thema, das darfst mir gleich sagen. Aktuell ist es ja so, am Sonntag dürfen Backshops, Tankstellen etc., die dürfen eigentlich rund die Uhr Backware aufbacken. Die Handwerksbäcker dürfen drei Stunden lang tatsächlich backen. Im Koalitionsvertrag steht drin, das Sonntagsbackverbot soll aufgehoben werden. Jetzt steht im Entwurf wiederum, diese Produktionszeit soll auf fünf Stunden verlängert werden, von drei auf fünf. Da fragt sich der ZDH, Jörg Dittrich als Präsident und wahrscheinlich auch viele andere, warum zur Hölle gibt es jetzt eine weitere Begrenzung? Wie siehst oder soll es eine weitere Begrenzung geben? Ob das jetzt so durchkommt? Mal gucken, ist wie gesagt der Referentenentwurf. Johannes, wie stehst du dazu? Also ich persönlich denke schon länger darüber nach, ob wir sogar sonntags schließen. Ich dass es da einfach unterschiedliche Ausrichtungen gibt, wie man darüber denkt. Und das hat sicherlich einfach mit Betriebsstrukturen zu tun. Also zur Erklärung, die Ansicht habe ich vielleicht deswegen, weil wir sonntags nur drei Filialen der acht geöffnet haben. also, das, wir sonntags aktuell Dienst leisten, ist etwas, wo ich gar nicht flächendeckend auf mein Filialenetz ausübe, weil Ich zum Beispiel auch in Vorkassenzonen drin bin und wir da halt einfach nicht öffnen können. Weswegen bei uns der Sonntag jetzt nicht dieser enorm große Umsatzfaktor ist, der vielleicht das bei anderen Bäckern ist, die zehn Cafés haben. Aber ich denke einfach, jetzt sind wir in einer Gesellschaft, wo es sowieso immer schwieriger wird, Menschen zu finden, die verlässlich für einen arbeiten und arbeiten wollen. Und jetzt geht es darum, Sonntagsarbeit zu verlängern. Da weiß ich nicht, ob man da vielleicht nicht sicher auf andere Probleme mehr konzentrieren sollen, wie jetzt da nochmal eine Veränderung vorzunehmen, weil ich glaube, dass die Bäcker, die sonntags offen haben, ihren Weg gefunden haben, so zu produzieren, dass es passt. Jetzt mal unabhängig davon, ob es drei, fünf, sechs oder 18 Stunden, wo man da was machen darf. Bei mir ist tatsächlich so, was mich, und da würde ich jetzt einfach mal, würde mich mal deine Meinung interessieren, als komplett Außenstehender.

Max Herrmannsdörfer: Durch das Schwäbische, was wir haben, sind solche Entscheidungen immer ein bisschen... Ich denke da immer bisschen drüber nach, was könnte die Auswirkung sein. Wenn ich jetzt als Bäckerei Hirt sonntags nicht mehr öffne, würde ich natürlich als Mensch, der in der Kommunikation versucht, die Dinge immer gedanklich nach außen zu tragen, würde ich natürlich sagen, okay, wir wollen unseren Mitarbeitern eben diesen Sonntag als freien Tag gönnen. Wir gestehen den unseren Mitarbeitern zu, weil sie in die rechtlichen sechs Tage der Woche voll dann zur Verfügung stehen. Ich habe halt nur immer ein bisschen die Sorge, dass man das gerne dann auch so argumentiert. Der hat es nimmer nötig. So, und das ist so für mich dieser schmale Grad, wo ich nicht weiß, wie es bei uns in der Öffentlichkeit dann bei mir in der Region wahrgenommen wird. Ganz grundsätzlich gesehen produzieren wir auch sonntags, weil wir eben, sag ich mal, diese Art der Produktion der Philosophie haben, die wir fahren. ich muss halt sonntags Brot aufarbeiten, dass ich es montags backen will. Da wird es sicherlich auch technische Möglichkeiten geben, dass wir das anders gesteuert bekommen. Aber wäre sicherlich mit den Voraussetzungen, die wir räumlich haben, eine große Herausforderung. Deswegen steht für mich der Sonntag aktuell nicht zur Diskussion, weil ich sage, wir haben so viel in der Backstube drum herum zu tun. Da packen wir das, was wir für die Läden brauchen, das packen wir so nebenher. Ja, okay. Also ich glaube auch, es kommt, wie du sagst, stark auf die Betriebsstruktur drauf an. Was ist der Sonntag für einen selbst, für einen Tag? Nehme ich das als ganz normalen Arbeitstag auch für mein Team oder Argument tippe ich ebenso wie du und sagst, der Sonntag gehört auch meinen Mitarbeitern, ist ein freier Tag. Also es kommt wahrscheinlich auf die Struktur drauf an. So wie ich es verstanden habe, geht es ja da eher die Gleichstellung, dass es Bäckereien zumindest erlaubt ist, den ganzen Tag auch produzieren zu können und dass eben dann nicht Backshops, die nur Aufbackware haben, bevorzugt werden. Die Gleichberechtigung ist ja sicherlich richtig. Nur wie gesagt, ich hatte jetzt bisher nicht den Eindruck, dass die Bäcker die Sonntagsbackwaren anbieten wollen, dass die jetzt zwingend zwei Stunden länger öffnen müssen, damit sie happy sind.

Max Herrmannsdörfer: Ich denke, am Ende vom Tag ist es so, das tut auch manchmal ganz gut, wieder ein bisschen in die alten Zeiten zurückzugehen, wo man einfach ganz klar gesagt hat, solange haben wir offen, entweder seid ihr da oder nicht. Für mich ist da zum Beispiel nach wie vor so ein Paradebeispiel der Samstag. Ich kann mich erinnern, meine Eltern, da war samstags bis 12, 12.30 Uhr die Filiale offen, zu. Das kenne ich auch noch bei mir aus dem Dorf. jetzt hast du natürlich, je nachdem, du, wenn du jetzt hier in der Vorkassenzone bist von einem Lebensmitteleinzelhandel, bist du ruckzuck bei 19, 20 Uhr, wo du öffnen musst. Wo ich mir aber dann auch denke, muss das sein? Und tatsächlich ist es dann auch so, es ist heutzutage nichts ungewöhnliches mehr, dass manche Menschen samstags vielleicht erst 13, 14 Uhr aufstehen. Wenn die dann in den Schlussphase, ich gehe jetzt zum Bäcker, dann bin ich quasi schon raus. Es ist ganz spannend, diese Diskussion der dauerhaften Verfügbarkeit, gerade in Zeiten von, ich kann mir entweder am gleichen Tag noch irgendwas im Internet bestellen und krieg's auch noch oder per Overnight oder so. Ich finde den Ansatz ja ganz spannend, wieder ein bisschen zurückzugehen und tatsächlich, die handwerkliche Leistung oder egal, es jetzt Handwerk ist oder ob es spezielle Produkte sind, die einfach zeitlich ein bisschen begrenzen, dass man dafür auch ein Bewusstsein schaffen kann. Hier hinter diesen Produkten, da stecken einfach Menschen, die dieses Produkt herstellen, die arbeiten. Es ist keine Maschine, die hier 24-7 läuft. Also ich finde den Ansatz, den du da gerade gesagt hast, den finde ich ganz interessant. Da wieder ein bisschen zurückgehen, ein bisschen Bewusstsein vielleicht konsumieren. Also ich glaube auch, sei mal vielleicht auch, was das Verhalten in der Gesellschaft, sage ich mal, Stück weit aktuell, was einfach wiedergespiegelt wird, dass man das vielleicht dadurch auch noch mal bisschen irgendwie verändern kann. Weil irgendwie, du einen heiligen Abend 19 Uhr auf einem Parkplatz bei einer großen Lebensmittel-Einzelhandelskette gefüllt noch Mord und Totschlag hast, weiß ich nicht, ob das, sage ich mal, im Sinne des Erfinders ist, dass man irgendwo dann auch mal sagt, okay, jetzt ist halt einfach auch mal gut. Johannes, vielen Dank auf jeden Fall für die Einblicke jetzt aus eurem Backalltag und

Max Herrmannsdörfer: wie sich das Ganze weiterentwickeln wird. bin da sehr gespannt, auch wie es politisch weitergeht. Da ist gerade einiges im Fluss, was auch euch Bäckereien betreffen wird. ich bin mir sicher, wir werden da weitere Updates zu geben können. Und wenn es da was Neues zu berichten gibt, ich klingle wieder bei dir durch, Johannes. Kannst du gerne machen. Die Zeit ist verflogen. von dem her gesehen können wir da gerne. Absolut. Also ich glaube, es gäbe noch genügend Themen, die wir noch anschließen könnten. Ich würde mit dir aber trotzdem gerne noch in eine kleine Schlussrunde bei uns in den Podcast gehen. Mit ein paar Fragen, die wir allen unseren Gästen stellen. Die erste Frage. Wenn du mal die Möglichkeit hättest, jemandem zu tauschen, einen Tag, eine Woche in einen anderen Beruf, in ein anderes Leben reinzugucken, mit wem würdest du gerne mal tauschen? Ich glaube, ich würde wirklich gerne mal Bundeskanzler sein. da gefühlt kriegst du nur Haule. Aber mich würde es wirklich mal interessieren, was kann man da wirklich bewegen. Das siehst du wahrscheinlich in einem Tag nicht, aber das würde mich mal interessieren. einfach auch bisschen zu verstehen, woher kommen Entscheidungen, wie entsteht irgendwas. Okay, ganz spannend. Wir versuchen manchmal, Sachen möglich zu machen. Ob wir dich mal zum Bundeskanzler schicken können, kann ich nicht versprechen. Aber wir zappen mal unsere Kontakte an. Zweite Frage, Johannes. Was bedeutet für dich Handwerk? Handwerk bedeutet für mich ganz viel Emotion, Leidenschaft und Überzeugung. Sehr schön. Wenn du eine Sache im Handwerk sofort ändern könntest, was wäre es? Speziell in meinem Handwerk würde ich ändern wollen, dass die Affinität für einen Preis eines hochwertigen Produktes in Deutschland ein anderer wäre. Das heißt? Also dass man einfach, sei mal, höheren Preis respektiert, dass man einfach sagt, das Bewusstsein der Menschen ist so geprägt, dass sie einfach wissen, ein gutes Brot hat seinen hohen Preis. Das würde ich gern nennen. Ich wünsche es euch und ich wünsche da mehr Preis-Sensibilität für eure Produkte. Ich habe noch vier Begriffe mit der Bitte kurz und knapp auf diese Begriffe zu antworten. Was bedeutet für dich Heimat? Heimat bedeutet für mich zu Hause sein. Hast du irgendein Vorbild? Vorbild habe ich tatsächlich keins. Habe ich jetzt nicht. Also so spontan nicht. Macht nichts. Dritter Begriff. Was bedeutet für dich Glück?

Max Herrmannsdörfer: Glück bedeutet für mich, zusammen sein mit den Menschen, die wir ganz viel bedeuten. Ob das jetzt Familie, Freunde sind oder auch Mitarbeiter. Einfach, ich glaube, das größte Glück kann man erzielen, wenn man Menschen sich hat. Letzte Frage. Hast du irgendein Motto? Das Leben ist zu kurz für schlechtes Brot. Das ist sehr schön. Dann wünsche ich dir nur gutes Brot in deinem Leben, Johannes. Alles klar. Und ich danke dir ganz herzlich, dass du hier zu Gast warst bei Handwerker Leben. Und wie gesagt, Ich bin mir sicher, wir hören uns mal in einer weiteren Folge hier im Podcast oder mal live irgendwo. Danke, Johannes, und weiterhin schönen Tag. Alles klar. Das wünsche ich dir auch und vielen Dank nochmal für die Einladung. Hat sehr viel Spaß gemacht. Danke dir. Gerne. Bis bald. Ciao. Das wars mit Handwerk erleben. Dir hat diese Folge gefallen? Dann abonniere diesen Podcast, keine Folge mehr zu verpassen. Wir freuen uns auch über eine 5-Sterne-Bewertung bei deiner Podcast-Plattform. Dieser Podcast ist eine Produktion der Handwerker Radio GmbH. Weitere Informationen findest du unter Handwerker-Radio.de

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