#185 Maximilian Buerger, mit welchen Erwartungen fliegst du zu den WorldSkills nach Shanghai?
Shownotes
Mit gerade einmal 22 Jahren Stuckateurmeister, seit über einem Jahr selbstständig – und plötzlich auf dem Weg zu den WorldSkills nach Shanghai: Maximilian Buerger erlebt gerade Wochen, die es in sich haben. Kurzfristig springt er für das deutsche Stuckateur-Nationalteam ein und stellt sich bei der Weltmeisterschaft der Berufe einer außergewöhnlichen Herausforderung. Viel Vorbereitungszeit bleibt nicht, dafür bringt er Erfahrung aus Wettbewerben, jede Menge Ehrgeiz und die Haltung mit, die ihn auch im Arbeitsalltag antreibt: einfach machen.
Neben der Teilnahme an den WorldSkills spricht Maximilian mit Moderator Max über seinen Weg ins Stuckateurhandwerk, den frühen Meistertitel und die Selbstständigkeit mit dem eigenen Betrieb. Warum ein gutes Netzwerk gerade am Anfang Gold wert ist, weshalb Stuckateure weit mehr können als viele denken und wie aus einem Praktikum ein klarer beruflicher Plan werden kann – darum geht es in dieser Folge von „Handwerk erleben“.
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Transkript anzeigen
Max Herrmannsdörfer: Handwerk erleben. Der Podcast mit den spannendsten Geschichten aus dem Handwerk und darüber hinaus. Mit nur 22 Jahren ist mein heutiger Gast bereits Meister in seinem Gewerk und seit mehr als einem Jahr selbstständig. Wie er das geschafft hat, darüber sprechen wir gleich und damit herzlich willkommen bei Handwerk erleben. Ich bin Max Hermannsdörfer und ich spreche heute mit Maximilian Bürger. Er ist Stukateurmeister mit einem eigenen Betrieb in Wetter in NRW. Und er ist außerdem MrHandwerk2026. Hallo Max, grüß dich. Ja, hi. Max, zurück. Ich habe schon öfter gesagt, immer wenn ich meinen Namensvetter im Podcast habe, dann werden das die besten folgen. Von daher, ich freue mich heute auf ein schönes Gespräch. Max, mal ganz kurz zur Einordnung. Damit auch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer wissen, was gerade so los ist und wie unsere Aufnahmesituation gerade ist. Wir nehmen auf Montag, 7. September kurz nach eins ist und du hast mir vor der Aufzeichnung eine halbe Stunde davor eine Sprachnachricht geschickt, ja, du musst noch schnell zum Bürgeramt, du musst deinen Reisepass holen. Du hast nämlich Neuigkeiten und die Neuigkeiten darfst jetzt einmal kurz hier bei uns im Podcast auch droppen. wofür der Reisepass? Reisepass wollte ich erst mal nicht gehabt haben und ich bin offiziell Teilnehmer der WorldSkills in Schahei. Ich darf als Vertretung teilnehmen, da die Gesetze Anapetra leider krankheitsbedingt ausfällt und der Sponsor mich dann gefragt hatte, also Knauf vom Nationalteam der Spokateure, mich gefragt hat, ob ich nicht Lust hätte einzuspringen und dann hat man intern ja alles abgeregelt bzw. geregelt und dass ich auch wirtschaftlich abgedeckt bin etc. Ich bin sehr dankbar, dass ich der Kandidat sein darf. Krass, also erstmal natürlich gute Besserung an die Anapetra, die dann leider nicht dabei sein kann, aber Ich hoffe, Sie hatten einen würdigen Vertreter dann. Ich hoffe es auch. Aber das ist schon krass. die World Skills für alle, die es nicht auf dem Schirm haben, von heute an in zwei Wochen, vom 22. bis 27. September in Shanghai. Also auch nicht mal so gerade die Ecke, wo man mal spontan hinfahren kann. Nächste Woche geht dann schon der Flieger. Was hängt damit jetzt alles zusammen, Max? Ich hatte wie gesagt Dienstag.
Max Herrmannsdörfer: letzte Woche den Anruf bekommen, also den offiziellen Anruf, ob ich fahren darf oder möchte. Hab dann natürlich auch direkt zugestimmt und in dem Zuge wurde dann direkt das abgedeckt, dass ich halt wirtschaftlich abgedeckt werde, da ich auch finanzieller Ausfall haben, weil ich selbstständig In dem Zuge wurde dann auch direkt mitgeteilt, was ich alles vorzeigen muss, was ich alles mitbringen muss, also gerade Heisepass, Visum etc. Das wurde beantragt, ein Backgroundcheck. Dann muss ich tausend von anrufen mit Trainer und den Verantwortlichen. Der Oliver Hartmann unterstützt mich gerade auch extrem. Der ist mit den ganzen Leuten im Austausch, versucht das auch noch im Hintergrund zu planen. Dann geht es zurück zur Sache, dass man alles... dann auch dementsprechend angibt. Teamkleidung wird nur auf den letzten Drücker organisiert, dass ich dann auch einheitlich mit den anderen abgestimmt bin. Ist irgendwann bisschen viel. Aber man Also mein Kollege, unser Videograph der Julian, einige von euch kennen Julian ja auch von manchen Messen und Events. Er wird selbst auch nach Shanghai fliegen, ist dort Videograph der deutschen Nationalmannschaft und deshalb ich bekomme das so mit. wie weit eigentlich der Vorlauf sein müsste, nach China dann einreisen zu können. ich kann mir vorstellen, da ist jetzt noch viel in Bewegung in den nächsten Tagen. Reisepass ist aber schon mal da, du wirst fliegen dürfen. Also fliegen werde ich auf jeden Fall. Safe. Welchen Flugticket kriege ich? Ja gut. Nein, ist alles organisiert. Es sollte eigentlich alles rund laufen, ist stets Bemütigungsverfahren. werden alles dafür geben, dass ich fliegen kann und werde und auch teilnehmen kann. Es sind jetzt noch paar organisatorische Sachen. Ich möchte auch noch nächste Woche bzw. ab Freitag ein bisschen ins Training gehen, weil man sollte da schon doch ein bisschen vorbereitet rein gehen. Man hat ja normalerweise 16 Wochen Training. Ich werde jetzt 5-6 Tage haben. Mal gucken, es bleibt spannend. Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen, weil es ist ja tatsächlich so. Meistens steht das Ganze einige Monate vorher auf jeden Fall fest, dass man fliegt.
Max Herrmannsdörfer: Jetzt ist dieser Nationalmannschaftskosmos ja für dich nicht ganz neu. Du warst auch schon Teil der Nationalmannschaft. Richtig. Und hast bei den ganzen, bei vielen Wettkämpfen auch schon mitgemacht. Auf Landes-, auf Bundesebene. Also ist nicht ganz neu für dich. Aber trotzdem, jetzt dann die Herausforderung, WorldSkills in Shanghai. Ich glaube auch darauf muss man sich irgendwie gezielter vorbereiten, oder? Ja, also wie gesagt, der Vorteil ist halt gerade, ich bin ja recht tief in den Spannreihen. Ich habe keinen Druck, ich mal. Also deiner Stelle bringt jetzt wahrscheinlich nichts, wenn du dir jetzt hier Ich nehme die Erfahrung mit. Es ist glaube ich auch jedem klar, dass ich jetzt glaube ich nicht den ersten Platz erreiche, da ich halt einfach kaum Vorbereitung habe. Natürlich kann ich die Erfahrung aus den 2 Jahren Nationalteam mitnehmen, das anwenden zu können. war auf Ausscheidungsweg kämpfen. Ich war, wie du schon gesagt hast, auf Wettbewerben unterwegs, bundesweit. Da kann ich auf jeden Fall... bisschen was mitbringen. Also sonst hätte mich auch kein Aufenthilf gefraut, ob das machen möchte, die... das würden sie mir nicht vertrauen, sag ich mal. Und dementsprechend, also was hingestellt kriegen sollte man doch und ich würde doch jedenfalls alles geben. Vielleicht verletzt sich ja noch jemand und ich halt ein Treffchen holen. Keine Ahnung. Wer weiß. Mit voller Motivation da reingehen, einfach machen und genauso wie im Berufsalltag und dann sollte das doch hoffentlich was werden. Hast du eine grobe Vorstellung, was auf dich zukommen wird? Ist dir schon klar, was du machen musst? Ja, man hat verschiedene Module. Wir kriegen auf jeden Fall einen zur Verfügung gestellt. Also jedes Land eigentlich. Und danach muss gebaut werden, in einer gewissen Zeit. Und dann hat man verschiedene Module. Modul 1 wäre ein Trockenbau an sich, die Konstruktion bauen. Das muss man sich vorstellen. Eine Box mit Ecken, Rundung, Kanten, Schrägen, wie auch immer, das weiß man nicht. Dann ist Modul 2 Spachteln. Modul 3 ist dann wahrscheinlich Stuck und Modul 4 wäre dann Putz und 5 wäre dann Freestyle. Freestyle ist dann so ein Modul, da hat man vorher sich schon Gedanken gemacht, was man auf der einen Wand von dem Modul machen möchte. Ich weiß ja nicht, wie das Ding aussieht und wie hoch und wie breit die Kiste ist, aber man wird wahrscheinlich dann zwei Meter mal ein Meter Fläche haben und darauf wird dann das Freestyle angebracht. Gut, ich habe natürlich noch keine Gedanken gemacht zu Freestyle.
Max Herrmannsdörfer: Zudem ist es so, dass die Anna Petra ja schon das Freestyle abgegeben hat. Also die Kiste mit den Werkzeugen und den ganzen Materialien wurden nach Schanghai schon geliefert. geschickt. Bedeutet, ich muss ihr Freestyle eigentlich übernehmen und jetzt auch wissen, was sie macht. Also ich komme ins kalte Wasser, so gesehen. Also es ist eine Trockenübung. Wahnsinn. Aber es ist super spannend natürlich dann. Ja, wir werden am Wochenende jetzt zusehen, dass wir uns nochmal treffen. Also der Vorteil ist, die Anna Petra, ist auch ein NRD. Bei meinem Kollegen, mit dem ich auch oft zusammenarbeite, Jonas Lade. Der ist eine Stunde von mir entfernt. Das wir werden uns treffen, das nochmal alles durchsprechen, die Informationen, die Anna hat, mir auch nochmal weiterleiten. Damit man dann auch im Saft steht. Ich unerwartet da reingehen. Ey, also super interessant, super spannend. Ich drücke dir alle Daumen für Shanghai. Die Erfahrung zu den Weltmeisterschaften zu fliegen, zu den WorldSkys zu fliegen, dann noch... nach China, wo man jetzt auch nicht alltäglich mal so schnell hinkommt, genieß es. Nimm's mit. Also am meisten Angst, sag ich dir ehrlich, hab ich vom Flug. Also nicht weil ich Flugangst hab, sondern einfach weil ich zwölf Stunden in einem Flieger sitze. Also das wird der größte Stress, ich. Ist es dein erster langschrägen Flug? Jaja, der längste Flug war nach Mallorca. Ja gut, gemütliche anderthalb Stunden Griechenland, keine Ahnung. Aber auf keinen Fall zwölf Stunden. Also alles bis zweieinhalb Stunden maximal. jeden Fall. Economy class, sag ich nur. Zwölf Stunden. Ja, mal die Beine ausstrecken irgendwann. Mal aufstehen ein bisschen im Gang. Auch mal den Gang belegen. Auch mal den Gang belegen. Naja, okay, ja, Hinflug. Wird irgendwie klappen. Ihr habt ja dann ein paar Tage Zeit zum Akklimatisieren, zum Erholen vom Flug. Zeitverschiebung darf man ja auch nicht ganz außer Acht lassen. China ist sechs Stunden voraus. ja, wird interessant, wird spannend. Da schon mal ein kurzer Teaser auch für unser Radioprogramm. Wir berichten dann natürlich aus Shanghai täglich. Wir haben einen Kollegen, den Christian, wieder vor Ort und der wird täglich Interviews und Content liefern, die wir dann auch ausspielen. Also da können sich unsere Zuhörerinnen und Zuhörer auch freuen.
Max Herrmannsdörfer: Ich werde da speziell mal fragen, wie es bei den Stukateuren aktuell so läuft. Wie es bei dir läuft, Ich schicke ihn vorbei. schicke ihn vorbei. Ja, sehr cool. Okay. Das war jetzt der ungeplante Einstieg in diesen Podcast, aber es ist natürlich perfekt, dass wir jetzt über dieses Thema ganz zu Beginn sprechen konnten. jetzt leiten wir aber über so in deinen eigentlichen Alltag, wenn es nicht World Skills, Wettbewerbe geht. Ich habe schon in der Ammoderation gesagt, du bist 22 Jahre alt, hast deinen Meister, hast mittlerweile einen eigenen Betrieb, selbstständig seit über einem Jahr. Eigentlich könnte man meinen, du machst den Job schon seit 10, 15 Jahren. Oder hast du das Gefühl selbst auch irgendwie, dass du schon ewig in diesem Handwerk bist? wie fühlt sich das für dich an? Ich sag mal so, mit 14 war ich so im ersten Ferienjob unterwegs, 13, 14. Also letztendlich acht, neun Jahre in dem Beruf. Krass. Erfahrung am Sammeln schon. bin auch schon erstaunt, wie schnell die Zeit rumgeht. Ich auch irgendwie so mit 19, ich bin nicht 22. Also irgendwie ist bei 19 die Uhr stehen geblieben bei meinem Kopf. Keiner. Aber mit 19 hast du dein Meister gemacht, das müsste gerade die Zeit gewesen sein. Genau, mit 19. Ok, krass. Hast du irgendwelche Berührungspunkte mit dem Stukateurhandwerk davor gehabt? oder wieso hat sie in dieses Gewerk gezogen? Meine Eltern haben das Nachbarhaus gekauft damals und dann war Bauphase etc. angesagt und unser Bauleiter hat uns damals leider einen Stich gelassen und dann war sehr viel Eigenleistung gefragt und ich habe mich dann auch mal angeboten, auch die Wände rauszureißen und den Schutt runterzutragen etc. Deswegen kamen schon die ersten Beruhungskontakte. Gerade auch in der Schulzeit hatten wir immer einen Technikunterricht. Und da hat meine Mutter auch immer für gesorgt, ich dann da aktiv mitarbeite und auch mich integriere. Weil es war von Anfang an klar, dass ich kein Jurastudium oder so mache wie mein Vater. Er ist ja Rechtsarbeiter. Deswegen habe ich dann schon schnell gemerkt, dass ich eher was Praktisches geben möchte. Büro ist auch nicht mein Ding. Ich muss eher an die frische Luft, jeden Tag auf die Beine schaffen. Ja und dann zu der Zeit war es dann so, dass ich dann
Max Herrmannsdörfer: recht viel auch gemacht habe. Ich die erste Betonstreppe gegossen mit einem Stahlbetonbauer zusammen. habe ich meinen Nachbar, der ist auch Stukatörmeister. Bei dem habe ich ja die Lehre gemacht, den Kuhner. Und der war dann auch auf der Baustelle zugangen mit seinem Betrieb. Hat den Außen- und Innenarbeiten gemacht. Trockenbau und Putz. Ja, und dann habe ich mein Tagespraktikum damals gemacht in der 8., das war bei 8. war das. und mein drei Wochen Praktikum in der Neun. Genau, und dann hat der Chef mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihm eine Ausbildung zu machen. Geil, damals schon nach dem Praktikum. Du warst so 13, 14 Jahre alt. Genau, ich wusste schon relativ früh, dass ich Handwerk machen möchte. Und Stukarteur war dann nach diesem Eintagspraktikum eigentlich schon so gut wie klar. Weil das Stukarteurhandwerk für dich in der Zeit am sichtbarsten war? Also wenn du sagst, Nachbar war. Stukateur, man hat den ersten Berührungskontakt. Klar, hatte auch in der Schule, auch mit Technikunterricht hatte ich mal einen Holzkoffer gebaut, also Tischlerarbeiten oder Lötarbeiten oder irgendwelche Verbindungen von Elektronik oder so. Aber ich muss sagen, da ich so Stukateurberuf dann kennengelernt habe, das hat mir am meisten Spaß gemacht und ich habe auch gesehen, dass im Stukateurberuf viel Abwechslung dabei ist. Also machen Trockenbau, Putz, Stuck, Wärme, Verbundsysteme. Bodenverleger arbeiten, machen wir Maler, arbeiten wir recken relativ viel ab. Wir sehr arounder unterwegs und das hat dann auch Perspektiven gezeigt. Weil Stukateur ist jetzt glaube ich nicht so das Handwerk Nummer eins. Wenn man jetzt Leute auf der Straße fragt, nehm ich mal ein Handwerk. Versuch das mal. Also gibt denjenigen 50 Euro, der Stukateur aufzählt. Das würde ich auch sagen. Genau, das würde ich auch sagen. Die wenigsten würden wahrscheinlich den Stukateur irgendwo auf den Plätzen 1 bis 5 oder so nennen. Also schon ein bisschen nichigeres Gewerk, aber ist das unterschätzt, was ihr so macht? Also werdet ihr als Stukateure unterschätzt? Also ich sag mal, wenn der Vergleich gezogen wird, dann sind wir die Maler. Weil das Maler-Gewerk, das ist ja recht nah dran. Wir sind nur der beste Maler, also Stukateur, ist ja ganz klar.
Max Herrmannsdörfer: Ich frag dich das nächste Mal, ob Maler die Malerin, die ich dann im Podcast habe, Die möchte ich gern kennenlernen. Nein, Spaß am Seite. die Leute, mit denen man in Austausch gekommen ist oder kommt, die wissen wirklich nicht, was ein Stukateur ist, was er macht. Die, da bisschen tiefer drin sind, die können dann da doch schon was mit anfangen. Dann ist es aber auch so, dass der Stukateur eigentlich nichts mit, sag mal, Malerarbeiten oder so zu tun hat. sondern eher mit Gesimsen, Ballustraden etc. wirklich Stuck, Konzertdome, Westenwalke, Stuckmarmor etc. Das ist ja wirklich alte Handwerkskunst, die heutzutage gar nicht mehr so häufig vorkommt und auch gar nicht mehr bezahlbar ist, ich mal, vom Aufwand her. Früher hatten sie alle Zeit und Austausch mit Handel, ich geb dir die Kuh, du machst das oder so, keine Ahnung. Heutzutage ist es ein bisschen schwieriger, dann an solche Kunden ranzukommen, beziehungsweise auch in der Region. Es ist regionenabhängig. Ich komme jetzt auf Wetter. Da ist der Stuck nicht so gefragt wie Köln, Bonn. Da gibt schon sehr viele Häuser in Bonn, die mit Stuck verziert sind. Wo es wahrscheinlich auch ist, man Aufträge von Stuck bekommt. Wie ist es denn bei dir in der Region? Köln ist nicht so weit weg von dir. Aber trotzdem hast du dich ja in Wetter selbstständig gemacht. Genau. Der Betrieb ist in Wetter gemeldet. Ganz normal bei meiner privaten Adresse. Ich hatte auch jetzt schon tatsächlich zwei Baustellen, mit denen ich Stuckarbeiten ausgeführt habe. Ich habe den RK mal saniert, letztes Jahr im Oktober, November. Und habe dann auch jetzt eine Baustelle, wo ich Ornamente bearbeiten muss. Und es kommt immer mal wieder so beiarbeiten oder, sag ich mal, irgendwelche Ornamente. Ich hatte einen WDVS, selbst auf einem neuen WDVS wollten die Kunden in Düsseldorf. Also bin recht weit, also Köln, das ist die Region, ich arbeite. Vorhochum zwischendurch. Da wollten sie auch jetzt Stück auf die Fassade geklebt haben, das Wärme-Dämpfer-Wundsystem. Ist auch schön geworden. Es gibt immer so Kleinigkeiten, sag ich mal, die vorkommen. Aber so richtig wie den RK, den ich letztes Jahr im späten Jahreszeit saniert hatte, das ist in Wetterumgebungen recht selten.
Max Herrmannsdörfer: Ich hatte eine Anfrage tatsächlich Anfang letztem Jahres, da sollte ich im Dorf eine Villa sanieren, aber das waren wirklich 500 Quadratmeter. Alleine als selbstständiger Handwerksmeister kommst du damit ja gar nicht klar. Dementsprechend habe ich da dankend abgelehnt. Also vielen Dank für die Empfehlung und vielen Dank für den Kontakt, aber leider mit einem Mann wird das eher schwierig. Das war ein Projekt dann für drei Monate. Dann wirst du ja bekloppt, wenn du nicht fertig bist. machst du dich ja wahnsinnig. Damit hast du jetzt aber eine Frage von mir auch schon beantwortet. Also du bist mit Bürgermeister, mit deinem Betrieb Bürgermeister GmbH. Bist du alleine? Du hast keine weiteren Angestellten bisher? Ich habe einen Minijobber tatsächlich seit dem 24. August. Ganz frisch willkommen. Grüße an Marcel. Super Kerl. Der arbeitet beim Finanzamt. Das sind ja nicht so meine Freunde, aber... Gibt auch noch nette Leute beim Finanzamt. Ich würde jetzt sagen, gut Kontakte dahin zu haben, oder? So sieht's aus. gut. Dann Grüße an den Marcel. Geht raus. Okay, aber an sich, du bist der einzige voll angestellt, stimmt ja nicht? ich bin angestellter GmbH. bin auch nur ein GmbH. Du angestellter in deinem Betrieb. Jaja, genau. Das ist ganz lustig. Du musst als Betriebsinhaber einer GmbH dir selber einen Arbeitsvertrag ausstellen. dir selber Unterschreibst dann zweimal? Ja. Das ist komplett... Das ist Deutschland. keine Ahnung. Okay, ja, interessant. Also das ist das Rechtliche. Da bist du wahrscheinlich aber über deinen Papa ganz gut beraten oder wenn dein Papa im Jura- und im Notarbereich... Die beste Familie. Also mein Bruder ist auch Steuerfachangestellter. Er macht gerade seinen Berater. Bedeutet, da hab ich dann auch... Zu dem muss ich auch gleich noch. Ja, top. Super. Bilanz vom letzten Jahr noch besprechen. Ja. Und deswegen rechtlich abgesichert und steuerlich. Und wenn mal was sein sollte, Ordnungsamt oder so, dann kommt meine Schwester von der Polizei. Keine Ahnung. Ich habe vier Geschwister. Da kommen einige... Du musst dich breit aufstellen. Mein Bruder ist Notfallsanitäter. Also auch nicht schlecht, so jemand zu haben. So sieht's aus. Fehlt nur noch eine Art bei uns in der Familie, sagen wir mal.
Max Herrmannsdörfer: Naja gut, okay. Braucht man hoffentlich nicht so oft, aber wenn man da breit aufgestellt ist als Familie, ist doch cool, ist doch geil. Du hast gesagt, du möchtest gerne raus, du siehst dich draußen beim Arbeiten, Schaffen. Ein bisschen Büroarbeit ist aber dann trotzdem, wenn du trotzdem Angestellt in deinem eigenen Unternehmen bist. Die Büroarbeit wird keiner für dich so machen, oder? Nee, richtig. Also ich muss ja sagen, ich bin alleine, da ist jetzt der Aufwand. nicht ganz so groß. Klar, ich fahre zum Kunden raus, ich mache Angebote, Rechnungen. Klar, wenn jetzt GZ, keine Ahnung, Soka, Bau oder wer da Handwerkskammer, die wollen ja alle was von dir. Finanzamt, Steuerberater möchte seine Belege eingepflegt haben in die Buchhaltung. Klar, aber so was macht man dann, vielleicht Sonntagabend oder Angebote dann Samstag Nachmittag nach der Baustelle. Das läuft nebenbei, das verbrüchsigt nicht. Das riecht gar nicht in meiner Arbeitszeit ein, das sehe ich nicht als Arbeitszeit. Geld wird verdient, wenn du draußen auf der Baustelle bist. Und das ist immer noch deine Hauptzeit, verbringst du draußen auf der Baustelle. Das ist mein Brot. Okay. Wie hast du denn deinen Betrieb dann ausgerichtet? du hast vorher schon so paar klassische Stuckerteurarbeiten aufgezählt. Ist das die komplette Palette, die du auch anbietest oder hast du dich irgendwo spezialisiert? Was möchtest du so machen mit Bürgermeister? Also ich bin ein Fan davon, Abwechslung zu haben. Ich könnte jetzt nicht einen Betrieb führen, der jeden Tag nur Fassaden kloppt oder Innenputz kloppt. Also ich Putz innen und außen. Ich mache ein Wärmedämpferbundsystem. Ich mache Verlegerarbeiten von Boden, ob es Klippvenuel ist, Klebevenuel. Ich habe ein Seminar bei fugenlose Badezimmer bei Lamor Oesta gemacht. Bedeutet, ich bin auch zertifiziert, dazu fugenlose Badezimmer zu machen. Darf ich anbieten, mache ich auch. Ich male arbeiten, streiche arbeiten und so. Das ist auch so ein Programm. Ja und wie gesagt, man ist halt nicht auf den Kopf gefallen. Wenn man handwerklich begabt ist, kann man das ein oder andere auch abdecken. Man möchte natürlich nicht alles abdecken. Also ich werde jetzt nicht Fenster einbauen. Du lässt die anderen Gewerke auch arbeiten. Also es ist immer schön, wenn man alles selber macht. Da gibt es keine Probleme eigentlich. Wenn man nicht alles selber macht, dann ist es eigentlich schon schwierig, ich mal manchmal. Aber letztendlich doch klar.
Max Herrmannsdörfer: Man kann nicht alles machen, wisst ihr? Also auch gewerkeübergreifende Zusammenarbeit muss ja funktionieren, funktioniert auch in der Praxis oft ganz gut. Es ist ja auch genauso, wenn ich jetzt Beispiel Fassaden verputze oder so, wenn wir da jetzt von einem Familienhaus sprechen, ich habe meine Kollegen, habe meinen Meisterkollegen, mit dem ich Meisterschule zusammen gemacht habe, der ist auch selbstständig mit der GmbH, ist 23 Jahre und der Wir helfen uns immer gegenseitig aus. Das ist immer sehr cool. Wenn wir wirklich große Flächen zu bearbeiten haben, sind wir zu zweit, zu dritt. Der Kollege vom Kollegen, also vom Jonas, der hat sich auch selbstständig gemacht, sind wir schon zu dritt. Jeder hat seinen eigenen Betrieb. haben keine... Obwohl der eine Kollege noch einen Azubi Ansonsten sind wir alle selbstständig alleine. Und wir wissen auf jeden Fall, dass wir zuverlässig sind und uns gegenseitig auserwerfen. Das ist viel wert. Also es ist auch keine Konkurrenzsituation oder so, sondern ihr arbeitet tatsächlich zusammen. Ja, also letztendlich, jeder hat seine Aufträge, jeder hat seine Kunden. Man kann jetzt nicht sagen, man macht jetzt eine Woche bei dem, man macht jetzt zwei Wochen bei dem. Also es ist ja wirklich nur so, wenn es zum Finish kommt, wir müssen jetzt an dem Tag mal eben kurz die Fassade hochziehen oder wir müssen gerade mal, weil wir Zeitdruck haben, oder ich habe ja Zeitdruck, müssen jetzt hier zwei Tage kurz Gas geben, dass ich wieder in den zeitlichen Rahmen reinkomme, der geplant ist. Dann kommen die rum. Ansonsten führt jeder seine eigenen Betriebe. Also wir sind jetzt nicht, sag ich mal, Partnerbetriebe offiziell, sondern sind einfach nur, sag ich mal, im Sub, sag ich jetzt mal, uns gegenseitig mal für ein, zwei Tage aushelfen maximal. Ja, aber trotzdem gut zu wissen, wenn man natürlich solche Betriebe hat und kennt. sich gegenseitig aushelfen. Super. Ist doch Das ist das Handwerk. Gelebtes Handwerk, tatsächlich. So sieht es aus. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist ja schon auch mit ein bisschen Risiko verbunden. Also wenn du deinen regulären Jobs, sag ich mal, kündigst und sagst, du gehst jetzt 100 Prozent in die Selbstständigkeit. Wie war dieser Schritt damals vor einem Jahr circa für dich? du so irgendwie Befürchtungen gehabt, dass das nicht funktioniert oder warst du dir bewusst, ey, ich mach das und ich zieh das durch und läuft? Also als ich damals die Ausbildung gestartet hab, hatte ich schon im Kopf, mich irgendwann selbstständig zu machen. Aber es war eigentlich schon relativ früh klar, dass es mein Ziel ist. Ich hab während der Ausbildung schon das, was ich verdient hab, in Werkzeuge investiert.
Max Herrmannsdörfer: Krass, damals schon quasi Rückhaltungen gemacht für die Selbstständigkeit. Ich bin jetzt nicht der Typ, der jetzt sein Geld nimmt und sich keine Ahnung M4 kauft oder so ein Kack. Das ist nicht mein Lebensmotor. Also ich bin eher so der Investor. Bisschen zukunftssicher Plan, sag ich mal. Weiter denken, also gerade, ich, also wie gesagt, das Geld, das ich angespart habe in der Ausbildung, habe ich in Werkzeugen investiert, dass ich das schon mal so langsam aufbaue. Nach dem Gesellenjahr habe ich noch vier Monate als Geselle gearbeitet. Ich auch meinen Chef gesagt, mal zu, ich möchte mich selbstständig machen, möchte mich weiterbilden, möchte nicht auf Stand X sitzen bleiben. Es gibt Möglichkeiten im Handwerk, die möchte ich ausnutzen. Ich dann gesagt, ich mache jetzt mein Meisterdreck dahinter, weil ich auch aus der Schule kam und dann auch wusste, was abgeht. Klar, man kann jetzt sagen, Erfahrung sammeln, und hier und da, aber letztendlich ist meiner Meinung nach der wichtigste beste Schritt direkt nach der Schule, nach der Berufsschule, nach dem generell 16, zehn Jahre Schule weiterzumachen, nicht stehen zu bleiben, weil wenn man sich einmal ins Geld gewöhnt hat, sich dann, weiß ich nicht, auszieht und dann die Laufenden kosten hat, dann wird es immer schwieriger, sich noch zu konzentrieren und sich weiterzubilden. Man kommt eine Freundin, keine Ahnung, dann weiß ich nicht, ich meine, Kinder, das ist ja immer unwahrscheinlicher dann. Dementsprechend von Anfang an Knallgas Ziel vor Augen haben. Und dementsprechend, was hatte ich zu verlieren? Gar nichts. ich hatte nichts und alles andere kommt mit der Zeit. Also mein Gott, also shit happens dann. Aber bis jetzt, toll, toll, läuft super. Volle Auftragslage. Also kann mich nicht beklagen. Geil. Ich finde die Einstellung, finde ich, top. weil es ist ja tatsächlich so, selbst wenn es nicht funktioniert hätte oder auch irgendwann nicht funktioniert, ja, was verlierst du dadurch? Also, na, ist schon eine gute Einstellung, ich mal, zur Arbeit oder wie man sich verwirklichen möchte. Ja, also es war auch immer mein Anspruch, nicht finanziell zu unterstützen. Ich habe immer dafür gesorgt, ich ab 16 Jahre alt war, bin mit 17 ausgezogen. Auch verhältnismäßig früh, sag ich mal. Kann man so sehen, kann man so sehen. Ja, je nachdem. gibt viele, die sind mit 30 immer noch daheim oder dann eben während der Ausbildung schon.
Max Herrmannsdörfer: Also ich wollte schon relativ früh auf Beinen stehen. Also es gab jetzt keine familiären Probleme oder so, Gottes Willen. Meine Eltern, meine Familie, das haben wir schon ausgeräumt. Und unterstützen sich, unterstützen mich auch. alles andere. Also früher, ich habe ja Legasthenie und wurde dann auch immer mit Nachhilfe unterstützt und so. Und wäre das alles nicht gewesen, hätte ich das niemals geschafft. Also ich hatte auch früher tatsächlich auch noch leichte Rückenprobleme, leichte Kranken, das ist in Tatrien gesagt. musste auch zu vielen Ärzten und war alles bisschen stressig zu der Schulzeit. Ich wurde noch immunisiert gegen irgendwas. Also meine Eltern haben mich da auf jeden Fall Vollzeit unterstützt. Sie haben sich gefreut, dass ich den Weg ins Handwerk gemacht habe. Wir waren auch jetzt nicht verbissen, jetzt muss ich doch Anwalt werden. Kollege, Anwärer, was ist das? Nein, auf gar keinen Fall. Deswegen, das war mein Ziel dann auch selbstständig zu werden. Auf eigenen Händen zu stehen, finanziell unabhängig zu sein. Bis jetzt habe ich noch keinen... Send Unterstützung gebraucht und hoffe das Auto so bleibt. dann Grüße gehen auch raus an die Eltern. für den Sofort. Wie kommst du an deine Aufträge aktuell? Machst du viel Marketing oder ist das so Zurufgeschäft mehr oder weniger? Oder was meinst du? Wo kommen deine Kunden her? Also klar, Empfehlung ist das A und O. Die kommen auf jeden Fall. Gerade am Anfang hat man Unterstützung bekommen. Mein Fußballtrainer ist einer der ersten Kunden gewesen. Er hat Aufträge verschafft. Noah und Uwe, schöne Grüße. Heute ist die Folge, wo alle gegrüßt werden dürfen. Aber zurückgehen, weißt du? Nein, auf jeden Fall. Also Mund zu Mund ist viel, sehr viel tatsächlich. Ich habe Marketing, technisch habe ich einiges aufgebaut, kann auch einiges zeigen. bin Mr. Handwerk, war Kammer-Sieger, Landessieger, zweiter Bundesliga, war im Nationalteam der Spokateure, war jetzt Nachscherei, war in Image-Filmen beteiligt. Ich bin in Erinnerung selber, habe da auch manche Termine, wo man auch was zeigen kann, ob es jetzt ein Fachunternehmen ist, Seminar auf Mallorca ist etc.
Max Herrmannsdörfer: Deswegen sage ich, Stukarteurhandwerk oder generell das Handwerk, hat so viele Möglichkeiten, an Sachen teilzunehmen. Das nächste Projekt läuft auch schon an. Ich versuche mich gerade bei der Kampagne von der ZDH, das Handwerk, mich zu bewerben als Werbebotschafter weiter. Die Reise geht ja weiter, es bleibt da die Uhr bleibt nicht stehen. Dementsprechend, man kann viel zeigen. Ich habe eine eigene Website, da ist auch alles aufgelistet und da kommen auch viele Leute. Auf Baustellen ist es ja teilweise so, wenn du da arbeitest, dann kommen Leute auch, haben sie mal ein Kärtchen? Gestern zum Beispiel kamen zwei Leute tatsächlich an der Baustelle vorbei und wollten ein Kärtchen haben. Die sehen ja, was man gemacht hat. Dementsprechend, wenn sauber aussieht und man saubere Arbeit macht, dann kommen sie alle. Ja gut, also du musst gar nicht selbst wahnsinnig viel machen, weil es spricht sich dann schon rum. Wobei es stimmt nicht. Du musst natürlich was selbst machen. Klar. Aber trotzdem sagst du, läuft aktuell so. Ja, genau. wie gesagt, die Internetpräsenz, ich mache ja sehr viel Social Media, da zeige ich auch relativ viel aus dem Berufsalltag. Auch wenn es jetzt noch wenige Follower sind oder so, aber letztendlich, da ich auch schon ein, zwei Kunderegeln generiert. Also das hat auch schon funktioniert. Das hat sich auch schon bezahlt gemacht, ich mal, die Zeit zu nehmen, die Leuten was zu zeigen. Wobei ich bin ja auch Botschafter, sage ich mal, Moment für SunFact das Jahr. Und auch davor ist es meine Intention, junge Leute zu motivieren, SunFact zu gehen. Dementsprechend mache ich das ja auch gerne. Mal mach ich's mehr, mal mach ich's weniger, kommt auch meine Zeit an. Gerade jetzt zu der Zeit hab ich wenig Zeit, Storys zu machen oder irgendwas zu erzählen. ist man tagesabhängig auch Lust und Laune. Ich mach das worauf ich Spaß gerade hab und worauf ich Lust hab. Gleich gibt's ein paar Tage, da ist es bisschen ätzend, sich hinzusetzen am PC und irgendwas auszufüllen, irgendwelche Dokumente. Muss ja auch gemacht werden, aber letztendlich... Gehört dazu. Genau. Find ich geil. Wir kommen gleich auf deine Mr. Handwerk. Karriere in Anführungszeiten. Was du damit alles machst. Aber mich würde interessieren, es gibt sicher ganz viele, die sagen, ich bin jetzt schon ein paar Jahre in meinem Handwerk, ich bin in meinem Betrieb, ich spiele auch mit dem Gedanken, mich selbstständig zu machen. Hast du irgendeinen Tipp? Was hat dir damals geholfen? Der Weg in der Selbstständigkeit ist erstmal ganz, ich sag mal, denk mal nicht so viel nach. Also, hab ich nicht so viel Angst, drücke mal, also weitergeben.
Max Herrmannsdörfer: Also was habt ihr zu verlieren? ihr erst mal. Klar, es ist die Frage, was ihr machen möchtet. Ihr solltet euch schon Gedanken machen und einen vernünftigen Plan haben, womit ihr euch selbstständig machen möchtet. Oder ob ihr eine Nebentätigkeit startet erst mal. Ich würde es generell erst mal als Nebentätigkeit starten. Ich würde nicht direkt 100 Prozent reingehen. habe auch neben meinem Beruf, neben meiner 40-Stunden-Woche, habe ich meine Nebentätigkeit angemeldet als Einzelunternehmen. Da habe ich erstmal ersten Leute, also neue Kunden, erworben. Hab die dann so abgearbeitet am Wochenende. Offiziell natürlich. Dann lief das an, dann habe ich gemerkt, das funktioniert. Dann habe ich auch irgendwann so viele Aufträge gehabt, ich kann, jetzt kann für mich selber sorgen. Dementsprechend möchte ich auch so weitergehen. Macht euch einen Plan, wie ihr vorgehen wollt. Dann gibt es natürlich auch noch Förderungen. bei der Agentur für Arbeit kann man einen Gründungszuschuss beantragen. Da gibt es auch wieder Kriterien, erfüllt werden müssen. Und dann wird man auch vom Staat gefördert, was dann auch zu Hilfe dient. dann soll es erst mal anlaufen. Dann sollte man schauen, wie es funktioniert. Und Unterstützung ist natürlich intern alles. Da muss natürlich auch mental geholfen werden. Wobei, gesagt, ich hatte keine Probleme. Mein Glück war, es lief von Anfang an, ich hatte das Glück, ich habe Kollegen, habe eine Innung, habe Leute, wo ich anrufen kann, wo ich nachfragen kann, wenn ich doch mal ratlos bin. Oliver Hartmann, wie gesagt schon erwähnt, der ist auch ein super Typ, den ich anrufen kann. Selber Stukkateurmeister, mein Meisterdozent, Geschäftsführer von den Bauverbänden NRW. Und der hat auch Fach... technisch so viel Ahnung und kann auch empfehlen. Also ihr braucht Leute mit denen ihr zusammenarbeiten könnt, denen ihr vertraut und da das Handwerk auch richtig, weil Handwerk unterstützt sich gegenseitig. Das ist auch mal eine Devise, die ich so weitergeben möchte. Also Netzwerk aufbauen, Netzwerk nutzen, mutig sein. Ja, Netzwerk ist A und O und einfach mutig sein. Nicht so viel nachdenken. Ihr könnt euch den Kopf zerbrechen. Weiß ich nicht, wenn ihr von 12 Stunden Arbeit nach Hause kommt, wenn ihr noch eine Stunde...
Max Herrmannsdörfer: und dann wieder ins Bett gehen müsst, weil dann nächsten Tag geht's weiter. Da könnt ihr euch gerne den Kopf zerbrechen, da ihr keine Zeit für dann. So mach ich das. Ich arbeite recht viel. 70 Stunden Wochen ist nichts eigentlich, das ist Standard. Und wenn ich dann mal eine freie Minute hab, wo ich mal bisschen runterkomme, kann ich gerne ein paar Gedanken spielen, aber letztendlich ein Scheiß-Tag hat auch nur 24 Stunden. Also was wollt ihr? Aber ich dachte, geht's weiter, hallo? Heute ist auch die Folge der Weisheiten, finde ich geil. Auf jeden Fall. So überlebt man da draußen nur. Ich höre ja raus, du würdest es ja nicht machen, wenn es dir keinen Bock machen würde. Man muss schon das finden, was einem selbst auch was gibt. Ich bremse für meinen Job. Sonst würdest du auch niemals 70 Stunden überleben in der Woche. Dann wirst du auch Kitter im Kopf. Deswegen, ich mache es liebend, liebend gern und bin sehr lange und sehr gerne auf Bauchstein unterwegs. Klar gibt es Sachen, die keinen Spaß machen, das gehört dazu. Aber letztendlich das große und ganze muss passen und wenn man das gefunden hat, was einem Spaß macht, dann ist das ein Selbstläufer. Und du trägst es ja auch nach außen. Du hast gesagt, du bist als Botschafter mehr oder weniger unterwegs. Speziell jetzt in diesem Jahr durch den Titel Mr. Handwerk 2026 im Frühjahr in München gewählt worden. Wir hatten die Emily, die Miss Handwerk 26 hatten wir vor ein paar Wochen bei uns auch schon im Podcast. Ja, da herzlichen Glückwunsch natürlich für die Wahl, auch wenn es schon ein halbes Jahr her ist. Aber was hat sich da so für dich verändert jetzt in dem halben Jahr? Bist du dadurch jetzt noch mehr unterwegs? Sind noch weitere Türen aufgegangen? Wie war so Mr. Hanberg ja bisher? Am Anfang ist natürlich ein Trubel. Also ich sag mal der Moment auf der Bühne, als diese Wahl war und dann das offizielle Wahl. Das ist eine riesen krasse Erfahrung. Das fühlt sich wie so im Fernsehen. Wenn 12.000 Leute gefühlt kommen und dich umzingeln mit irgendwelchen Kameras, es blitzt aus allen Richtungen. Das war wirklich so. Ich war vor Ort, ich weiß. das war wirklich richtig geil, die Erfahrung. Auch schönes Erlebnis gewesen. Und danach kommen halt die Anfragen. Bist du im Fernsehen, dann kommen die Zeitungen erstmal. Wie sieht Mr. Handwerk? Können wir mit ihm ein Interview führen? Fühlt man sich ein bisschen so... Ein bisschen Fame. Fame, ja.
Max Herrmannsdörfer: Das ist natürlich eine richtig coole Erfahrung. Man muss der Typ dafür sein. Man muss offen sprechen können, sag ich mal. Ja, danach war es dann so, dass natürlich dann Signal Iduna angefragt hat zu Kampagnen, Dresden. Dann in Hamburg waren wir, Emilie und ich. Dann war ich schon in Dortmund bei Signal Iduna. Cool. Dann kommt natürlich Einladung auch von der Signal Iduna. dürfen zum Fußballstadion. Auch wenn es Dortmund ist. Dortmund ist fragwürdig. Ich bin blau und weiß, man sieht es. Es gibt nur einen Verein. Aber das Angebot nehme ich dankend an und bin auch heil froh, diese Erfahrung auch mitzunehmen und dann auch beim Fußballspiel zuschauen zu dürfen. Auch wenn es Dortmund ist. Auch meine Konkurrenz Wollen ganz kurz in den Fußballtalk einsteigen. Ich bin Augsburg-Fan. Wir sind ja jetzt Tabellenführer aktuell. Wenn die Torge rauskommt, vielleicht nicht mehr. Hey, was soll ich sagen? Aktuell geht es uns gut. Mit mir was man kriegen kann, ja, jetzt klar. Okay, das war Fußball-Exkurs. Also, ja, Mr. Hanwerk, viele Termine, Termine, Spaß machen, neue Leute, neue Kontakte. Was steht noch an? Wie geht es weiter? Wie geht es weiter? Also ich bin gerade auch nebenbei noch am Plan, Kampagne hochzuziehen. für das Handwerks zu begeistern, indem ich in Betriebe reinschaue, Handwerksberufe vorzustellen, zu zeigen, was man dort dann zu tun hat, was man macht. Wollte ich eigentlich auch schon direkt nach dieser Kampagne bzw. nach dieser Wahl halt auch in Angriff nehmen. Aber man ist halt auch noch selbstständig. Man macht auch noch nebenbei, keine Ahnung, jenes und das auch immer. Ja, Arbeit ist eine Scheiße, Da haben wir ja wie gesagt noch paar Pressetermine. Also es ist leider, es hat sich sehr herausgezogen. Wir haben im August den ersten Dreh jetzt gemacht beim Straßenbauunternehmen. wollten das jetzt eigentlich fortführen. Jetzt habe ich den Anruf bekommen, darf nach Schanghai, ziehe sich das wieder in die nächste. Man muss halt leider abwägen, was will man jetzt mehr machen? Und das andere muss man halt da hinten dran hängen. ist genauso wie jetzt mit den Kunden, halt jetzt auch...
Max Herrmannsdörfer: zwei Wochen warten müssen, weil ich zwei Wochen in Scharal bin. Die haben natürlich gesagt, wir haben kein Problem, Gott sei Dank. Das hätte ich auch nicht gemacht. Kunden gehen vor. ja, dementsprechend ist es immer was los. Also ich versuche eigentlich nicht stehen zu bleiben und es soll auch nicht langweilig werden. Und im Handwerk geht es nicht langweilig. Man hat immer was zu tun. Ja, ich habe dieses Video, wo du beim Straßenbau warst. Ich habe es gesehen. Ich kann es nur empfehlen. Das ist wirklich ein super kurzweiliges, schönes, nettes Video. mit einem Handwerkskollegen aus dem Straßenbau. Steffen war sein Name, ne? Genau, Steffen. Ja, dann grüße ich raus an Steffen. Video finden wir bei deinem YouTube-Kanal, Maximilian Bürger. Richtig, ganz einfach. Da kann man das Video sehen, große Empfehlung. Und alles weitere, was du so machst, auch dann über deinen Betrieb und auch was dann mit Mr. Handwerk noch zusammenhängt. gibt es natürlich auch bei Instagram. bürgermeister-2024 Das ist der Account, du wahrscheinlich am aktivsten bist, was dein Arbeitskontext oder Content anbelangt. Eigentlich Instagram. Von TikTok halte ich nicht ganz so viel. Sollte man vielleicht auch mal was posten, machen, rauf und zu. Anbplattform einfach, Genau. Also Instagram ist schon, wo ich sage, da habe ich den meisten Reichweite. Ja krass. Also ordentlich, ordentlich war es los. Ich hätte jetzt eigentlich gefragt, was sind so nächsten Ziele, was nimmst du dir so vor? Also langsam wird es langweilig, keine Ahnung. Es gibt immer was, wie gesagt, wollte ja mich bei der ZTH, da bin ich jetzt noch am Donnerstag, schnell, muss ich noch so ein Bewerbungsvideo machen. muss ich noch was einreichen, da möchte ich ja eine Kampagne teilnehmen für das Handwerk. Macher gesucht heißt das und die wollen Leute mit einer Geschichte und ich hab mir eine kleine Geschichte mitzubringen. Ja, ist cool. Die wollen sie sich anhören. dann vielleicht, weiß nicht, wenn ich Glück hab, bin ich auch mal an irgendeiner Bushaltestelle zu sehen, fürs Handwerk zu werden. Also ist interessant, lustig. Ja, ich kann mir vorstellen, dass da jetzt die Teilnahme bei den WorldSkills nicht schädlich ist, sag ich mal, für deine Beschreibung. So sieht's aus.
Max Herrmannsdörfer: Ich kann nur abwarten, ich kann mich nur freuen, es klappt. Wenn nicht, dann gibt es was anderes. Man kann nicht überall teilnehmen, das ist auch ganz klar. Man muss das mitnehmen, was man kriegen kann und die Zeit wird es bringen. Ich drücke dir den Daumen, ich fände es cool. Ich fände es cool, du auch ein Gesicht des Handwerks sein darfst. Ja, danke, freut mich. Max, wir kommen zum Ende unseres Podcasts. Wir sind hier schon leicht über der veranschlagten Zeit rüber. Deshalb, ich würde mit dir in so einen kleinen Schlussblock gehen. Mit ein paar Fragen, wir eigentlich alle unserer Gästen immer stellen. Erste Frage. Wenn du mal die Möglichkeit hättest, mit jemandem zu tauschen, mal einen Tag oder eine Woche in ein ganz anderes Leben mal reinzuschauen, mit wem würdest du gerne mal tauschen? Das ist jetzt eine Frage, Wo muss ich mal leben? Polizist fände ich richtig geil. Das wäre interessant. Oder mal Notarzt oder Sanitäter. Das wäre auch mal interessant. Wo Action ist, weißt du? Ja, okay. Also bin nicht so der Typ, Büro, das Alphabet aufzusagen, weil eher, es muss was passieren. Ja, okay. Was hast du gesagt? Deine Schwester ist bei der Polizei? Genau, die ist Kriminalpolizistin. Vielleicht lohnt sich, vielleicht gibt es ja mal ein Praktikum auch bei der Polizei. Ich versuche mal, was zu organisieren. Vielleicht braucht die Dienststelle mal einen Stukateur oder so. weiß. Das auf jeden Fall. Wenn du die Gebäude anguckst, ach du Scheiße. Die Armen. Die sind beim Start und dann kriegen sie sowas vorgesetzt. das ist eine Krankheit ist das. Aber anderes Thema. Anderes Thema, könnte man einen anderen Podcast drüber machen. genau. irgendwo im Blaulichtbereich, fände es dir mal cool, mal einen Einblick zu kriegen. auf jeden Vielleicht ergibt sich ja mal was, wer weiß. Ja, genau. Okay, nächste Frage. Dann gehen wir wieder zurück zum Handwerk. Was bedeutet für dich Handwerk? Zusammenhalt, Innovation und einfach machen. Also, es ist eigentlich recht einfach. Gibt es denn irgendwas, was du gerne ändern würdest? Wenn du eine Sache sofort ändern könntest im Handwerk oder auch gesellschaftlich.
Max Herrmannsdörfer: Mit Blick aufs Handwerk fällt dir da irgendwas ein? Die Sichtweise. Von außen dann aufs Handwerk? Ja, ich hab natürlich auch Kollegen, Freunde, die kriegen es auch mit, wie ich arbeite und was ich mache. Und deren Meinung ist manchmal so, dass sie gar nicht Bock haben, ins Handwerk zu gehen. Man macht sich kaputt und hier und... Aber so ist es eigentlich gar nicht. Man sollte sich trauen, Praktikum wenigstens gemacht zu haben und wirklich dann auch zu sagen zu können. Das ist wirklich nicht zu mich. Und ich wünsche es mir, wenn Leute sich trauen, mal ins Handwerk zu gehen, ohne Vorurteile, ja, Übergewicht oder mehr Einfluss auf sich bezogen zuzulassen. Dass sie mehr einfach auf sich hören und sagen, machen wir es mal. Das wäre so, was ich von mitbekommen habe. Was so Moment so auch draußen los ist. Es fängt ja schon damit an, wenn die Eltern sagen, willst du wirklich Handwerker werden? Ich hoffe. Ich hoffe da ändert sich was und ich habe auch das Gefühl, alle Gespräche die ich so bisher führe, das geht Die Ausbildungszahlen gehen aber bis nach oben. das ist ja auch die Fördermittel, die zur Verfügung gestellt werden. Die Handwerkskammer, tun ja auch was. Das bewegt sich wirklich einiges und das finde ich cool. Ich hätte mir das damals in der Schule auch gewünscht, dass bei uns da mehr Präsenz gewesen wäre, ob ich den Weg ins Handwerk eingeschlagen hätte. Keine Ahnung. Wahrscheinlich nicht, aber... So wie jeder mag. Also, man macht das, worauf du Spaß hast und dann ist gut. man sollte halt nicht... Genau. so rückblickend war da bei mir in der Schule gar nie der Berührungspunkt da. Und das ändert sich jetzt zum Glück. Gibt es viele Initiativen, auch der Kammern oder von Verbänden, von anderen Azubis, die jetzt proaktiv auch irgendwo in Schulen gehen. ja, finde ich... Finde ich gut. Ich habe jetzt einen schönen Lehrer als Bauherrn. Der möchte unbedingt, dass ich in seine Schule gehe und mal bisschen werbe. Ja, geil. Ja, schau solche Sachen. Hab ich ihm gesagt, soll er so Bescheid sagen. Ist doch cool. Ja, ist doch geil. Ja, sehr schön. Max, ich habe jetzt noch vier Begriffe mit der Bitte kurz und knapp auf diese Begriffe zu antworten. Der erste Begriff. Was ist für dich Heimat? Ruhrpott. Sehr schön. Wir brauchen mehr Ruhrpott bei uns im Podcast. So wie es aussieht.
Max Herrmannsdörfer: Okay, zweiter Begriff. Hast du irgendein Vorbild? Selbstverständlich. Also Vorbilder in meinem Beruf sind der Oliver Hapmann und Jonas Lade. Von denen kann man viel lernen. Sehr schön. Nächster Begriff. Was ist für dich Glück? Zufrieden zu sein mit dem, was man macht. Ja, das ist Wichtigste. Ansonsten bringt dir alles nichts. Wenn du keinen Bock drauf hast, dann bist du jeden Tag demotiviert, bist depressiv, keine Ahnung. Das ist der erste Schritt in meinem Alltag, das zu machen, worauf man Lust hat. Letzter Begriff. Hast du irgendein Motto? Einfach machen. Attacke. Einfach kurz und simpel. Anpacken, machen, mutig sein, Attacke. So sieht das Max, dann würde ich sagen Attacke jetzt für Shanghai. Dann nächste Woche für den Flug die zwölf Stunden und dann übernächste Woche dann vier Tage Wettkampf. in Shanghai. Ich wünsche dir alles, alles Gute. Wir drücken dir hier vom Handwerkradio aus die Daumen. Ich habe da jetzt dann noch ganz anderen Blick drauf, auf die Struktur. Freut mich, wenn wir im Nachhinein vielleicht noch mal kurz quatschen können, es für dich so in Shanghai war. Ich wünsche dir alles, alles Gute. Vielen Dank für deine Zeit und ganz viel Spaß. Frohe Schaffen. Danke dir. Mach's gut. Ciao. Mr. Helm, ciao ciao. Das wars mit Handwerk erleben. Dir hat diese Folge gefallen? Dann abonniere diesen Podcast, keine Folge mehr zu verpassen. Wir freuen uns auch über eine 5-Sterne-Bewertung bei deiner Podcast-Plattform. Dieser Podcast ist eine Produktion der Handwerker Radio GmbH. Weitere Informationen findest du unter www.handwerker-radio.de
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