#189 Tim Arnold, Jakob Distler & Tobias Kelz, wie fühlt sich „Gold für Deutschland“ an?

Shownotes

Vier Tage lang schleppen, schalen, betonieren – und dabei immer die Uhr im Blick: Für die Stahlbetonbauer Tim Arnold und Jakob Distler waren die WorldSkills 2026 in Shanghai ein Kraftakt. In dieser Folge erzählen die beiden, wie sie fünf Module unter Zeitdruck gebaut haben, warum der Beton für die Treppe plötzlich zum Problem wurde und wie sie gemeinsam eine Lösung fanden. Dass sie sich bei der Arbeit beinahe ohne Worte verstanden, war kein Zufall: Genau das hatten sie vorher trainiert. Am Ende setzten sie sich gegen acht andere Teams durch und holten Gold.

Gold gab es auch für Möbelschreiner Tobias Kelz. Im Podcast erzählt er vom überraschend großen Empfang in seiner Heimat und davon, was der Weltmeistertitel bei ihm ausgelöst hat. Außerdem kommen seine Mutter, sein Bundestrainer und sein Chef zu Wort: Sie berichten, wie sie Tobias auf dem Weg nach Shanghai unterstützt und seinen Erfolg erlebt haben.

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Cover-Fotos: WorldSkills International O-Töne Tim Arnold & Jakob Distler: Janika Schneider, Deutsche Handwerks Zeitung

Transkript anzeigen

00:00:01:

00:00:09: Hallo zusammen und herzlich willkommen bei Handwerk Erleben.

00:00:13: Ich bin Max Hermannsdörfer, heute blicken wir zurück auf die World Skills in Shanghai.

00:00:20: Insgesamt hat das deutsche Team mit nach Hause gebracht.

00:00:24: Zweimal Gold, zweimal Seber, dreimal Bronze und fünfzehn Exzellenzmedalien.

00:00:30: Das Handwerk hat dabei besonders gut abgeschnitten.

00:00:33: Die Goldmedaillen gingen an die Stahlbetonbauer Tim Arnoldt und Jakob Dießler, und an den Möbel-Schreiner Tobias Kälz.

00:00:41: Meine Kollegin Janika Schneider von der Deutschen Handwerkszeitung hat mit den Stahl betonbauern Tim und Jakop gesprochen – und sie haben erzählt wie anstrengend die vier Wettkampftage wirklich waren!

00:00:56: wie auch schon im Training, da bist du ab der ersten Minute Vollgas dabei.

00:01:01: Mehr kannst du aus deinem Körper gar nicht rauskitzeln und dann kannst man mal noch so ein, zwei Prozent vielleicht noch rauskitzen.

00:01:06: aber du bist ja wirklich am Maximum vor allem am dritten Tag.

00:01:09: Da hat alles fertig sein müssen, da haben wir dann wirklich so draufgekaut.

00:01:14: mehr gegen dir einfach gar nicht!

00:01:16: Und wenn du dann abends dann ins Bett gegangen bist, du bist was fertig, bist ins Bett gefallen und hast geschlafen bis zum nächsten Tag.

00:01:22: Du bist fix und fertig.

00:01:23: Aber was mussten die beiden überhaupt machen?

00:01:52: dritten Tag betoniert, den Bewertungskorb der dann vorne an den Zuschauernausstande.

00:01:58: Der war auch Teil des dritten Tages.

00:02:00: das haben wir da auch erstellt und die Matrize die dann vor dem Bewertungskorb mit der Zahl sixundzwanzig dann vorne rechts gelegen war.

00:02:10: Das war dann das letzte Modul wo man fertigen mussten und das haben am letzten Tag den vierten Tag ausgeschaltet Tisch Treppe und diese Matrizen mit der zahl sechsund zwanzig.

00:02:23: Das waren die fünf Module, die wir da zu bewältigen hatten.

00:02:27: Und am zweiten haben wir noch die große Wand betoniert und haben alles ausgescholt.

00:02:32: Man muss ja alles wieder ausschalten, dass man die Betonmaße nehmen

00:02:34: kann.

00:02:36: Und das alles unter massivem Zeitdruck in einer Umgebung, die nichts mit einer normalen Baustelle zu tun hat?

00:02:42: Dass da nicht alles glatt läuft ist ja fast klar!

00:02:45: Der Treppenbeton war viel zu flüssig für die Treppe... betoniert haben und da haben wir dann uns was überlegen müssen, uns etwas einfallen lassen müssen.

00:02:55: Da haben wir Deckel drauf geschalt auf die Oberseite vor der Stufe und somit haben wir das Betonieren auch in der Zeit geschafft wo wir angegeben

00:03:03: haben.".

00:03:04: Als Duo haben die beiden also alles hinbekommen – Das ist aber kein Zufall sondern Teil des Trainings!

00:03:10: Wir

00:03:10: mussten brutal zusammenarbeiten und was wir beim Training geübt haben oder halt immer so schon zusammen.

00:03:17: Du musst wissen, was der andere gerade im Moment macht.

00:03:20: Also ohne dass du hinschaust, was er gerade macht weil du hast die Zeit nicht zum Rüberschauen und so haben wir das gegenseitig an trainiert und wussten genau was der Andere gerade macht.

00:03:29: Dass einer etwas doppelt macht oder so?

00:03:31: Das

00:03:31: geht einfach nicht!

00:03:32: Du musst halt genau wissen wer welchen Schnitten macht, welche Abstellungen welche Aussparung baut, wer was gerade stellt.

00:03:39: Ich muss ja das Richtige stellen, dass der Jacke zum Beispiel seine Einbauteile reinbauen kann.

00:03:43: Es bringt da nichts wenn ich was anderes schon hinstelle, was ihm gar nix bringt.

00:03:45: oder ich stelle zu viel hin, dass quasi der Weg versperrt ist.

00:03:49: es bringt er auch nix.

00:03:49: Er muss genau wissen hey da muss der Jackel etwas rein bauen und da darf ich jetzt nichts hinstellen.

00:03:55: Das muss einfach passen.

00:03:57: Wir haben eigentlich Ralph wenig geredet.

00:03:59: also wir wussten schon ungefähr was jetzt Tim oder was dann ich gemacht habe.

00:04:04: Und so haben wir gegenseitig

00:04:23: Und offenbar hat jeder seine Arbeit gut gemacht.

00:04:25: Letztendlich haben sie sich gegen acht andere Nationen durchgesetzt und Gold gewonnen, aber was heißt das für die Zukunft?

00:04:34: Erstmal sagen lassen, dass wir erst mal wissen.

00:04:37: Dass wir erst einmal Weltmeister sind.

00:04:39: Dass mir jetzt vor dem Jahr die Besten sind.

00:04:43: Und was würde es uns für die Zukunft bringen?

00:04:48: Mir tun, was man können auch arbeiten und geben immer Leistung.

00:04:52: Das ist unser Leben.

00:04:53: Wir sind begeistert von unserem Beruf.

00:04:56: Geben das ja weiterhin an die neuen Azubis weiter.

00:05:04: Bedeutet kann ich jetzt ja noch mal richtig sagen.

00:05:07: Es hat ein bisschen was gebracht, du hast halt im Training viel Neues gelernt.

00:05:12: Was man auch auf der Baustelle zusätzlich anwenden kann in einem anderen

00:05:15: Bereich.".

00:05:15: Auch von unserer Seite aus natürlich nochmal herzlichen Glückwunsch!

00:05:19: An die Stahlbitton-Bauer Tim Arnoldt und Jakob Diestler.

00:05:24: Die zweite Goldmedaillie ging an den Möbel-Schreiner Tobias Kelts.

00:05:28: Er wurde am Donnerstagabend in seiner Heimat Stötten am Auerberg im Allgäu mit einem großen Empfang überrascht.

00:05:34: Ich habe

00:05:35: gewusst, dass was geplant war.

00:05:36: Ich hätte nie gedacht es so viel würde.

00:05:39: Also ich bin hergekommen und dachte ach du Scheiße die Spinnen doch alle.

00:05:42: Die Bewandtschaft ist da, Arbeitskollegen aus dem Dorf.

00:05:45: Ich habe ja sozusagen fast zwei Dörfer weil ich gebürtig verlängert bin.

00:05:48: Da auch noch wieder alle wie man halt so kennt die ganzen Leute wirklich.

00:05:53: Und Leute wo du nie gedacht hast sie überhaupt da werden.

00:05:55: also das ist krass!

00:05:57: Das monatelange Training unter anderem in der Holzfachschule Bad Wildungen hat sich also ausgezahlt.

00:06:02: Trotz Weltmeistertitel bleibt Tobias aber auf dem Boden.

00:06:19: Das Handwerk hat Tobias mehr oder weniger in die Wiege gelegt bekommen, erzählt seine Mama Christine Kelz.

00:06:48: Christine war selbst vor Ort in Shanghai, hat live mitgefiebert und ist als Mama natürlich besonders stolz auf ihren Sohn.

00:07:02: Aus Bad Wildungen ist sogar der Bundestrainer der Möbelschreiner Jan Dröge angereist – ich habe ihn gefragt was Ausschlaggebend für den Weltmeistertitel war!

00:07:15: Fehler die andere gemacht haben oder so.

00:07:18: Weil man muss bedenken, ja es waren in dem Möbeltischler-Wettkampf angetreten sind.

00:07:27: Darunter die Chinesen, die wirklich jahrelang trainieren um nur bei dieser WM dann erfolgreich zu sein und allein das ist schon Wahnsinn dass er da den ersten Platz gemacht hat.

00:07:40: aber auch andere Nationen sind sehr gut, auch die weniger trainieren.

00:07:46: Ausschlag geben waren viele Dinge.

00:07:50: Er hat auch Fehler gemacht, aber wir haben als

00:07:53: Team

00:07:54: Trainer Tobias und auch von außen noch der ehemalige Teilnehmer von Lyon.

00:08:01: Wir haben uns schnell zusammengesetzt und haben in ganz kurzer Zeit einen perfekten Plan ausgehandelt das so wenig Punkte wie möglich verloren gehen Und das war vielleicht das ausschlaggebende.

00:08:14: und dass der Tobias sich dann an dem Zeitplan gehalten hat, den wir ausgeklügelt haben.

00:08:19: Der so straff war – wenn man gar nicht drüber nachdenkt – aber er hat das einfach umgesetzt.

00:08:25: Er hat gesagt, das ist der Weg!

00:08:28: Um die Uhrzeit muss das alles fertig sein und das hat er hingekriegt.

00:08:33: Und er hat dann keine Fehler mehr gemacht und die anderen Fehler weitestgehend

00:08:38: behoben.".

00:08:39: Damit so ein Erfolg überhaupt möglich ist, braucht es natürlich den Rückhalt des Betriebs.

00:08:44: Und der war von Anfang an da, sagt Stefan Jocham, Tobias Chef in der Schreinerei Jochram aus Talhofen.

00:08:51: Für

00:08:51: uns als Betrieb ist natürlich super weil jede Minute die er frei bekommen hat oder hat die er bekommen hat von uns ist gut investiert gewesen und dass er natürlich als Weltmeister zurückkommen ist, hat uns umso mehr

00:09:03: gefreut.".

00:09:06: Jetzt sind aber alle froh, dass er wieder daheim ist.

00:09:08: Tobias selbst vermutlich auch.

00:09:10: Der

00:09:10: Tobi ist ein Junge vom Dorf der es bodenständig auch jetzt wohl wieder zurückkommen ist.

00:09:13: Er hat sich gefreut, dass sie wieder zurück in den Werkstatt kann und die einfache schöne Arbeit machen kann.

00:09:19: Der hat ein schönes Bett wieder angefangen und einfach ein cooler Typ, der wirklich auf dem Boden blieben ist!

00:09:25: Tobias Selbst hat noch einen Tipp für alle, die ebenfalls mal auf nationaler oder internationale Bühne ihr Können zeigen wollen oder aber ganz andere persönliche Ziele verfolgen.

00:09:40: Hoffentlich so, wie ihr das wollt.

00:09:41: Wir gratulieren auch Tobias Kells ganz herzlich zur Goldmedaille bei den World Skills in Shanghai und sind damit am Ende dieser etwas anderen Podcast-Folge von Handwerk erleben!

00:09:53: Nächste Woche geht es weiter mit einem regulären Interview.

00:09:57: Ganz spannend.

00:09:58: ich habe dann zum ersten Mal bei Handwerk Erleben eine Kosmetikmeisterin im Podcast.

00:10:03: Freue mich sehr drauf.

00:10:05: Ich wünsche euch jetzt ne gute Zeit.

00:10:07: alles Gute und bis zum nächsten mal.

00:10:09: Ciao

00:10:11: Das war's mit Handwerk Erleben.

00:10:13: Der hat diese Folge gefallen?

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